Die Erdbeerfelder in Frechen, Erftstadt und Kerpen haben für Selbstpflücker geöffnet. Das kosten die Früchte pro Kilogramm.
Frechen, Erftstadt und KerpenHier kann man im Rhein-Erft-Kreis Erdbeeren selbst pflücken

Auf den Erdbeerfeldern von Alexander Moll in Kerpen-Langenich hat die Selbstpflücksaison begonnen. Viele Familien nutzten direkt den ersten sonnigen Tag.
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Sonne satt haben die „Wetterpropheten“ für das Pfingstwochenende versprochen. „Es soll wirklich nicht mehr regnen“, freuen sich auch die Erdbeerbauern im Landkreis: Michael Schumacher zum Beispiel aus Erftstadt-Konradsheim, aber auch Alexander Moll aus Kerpen-Langenich und Victor Dünn von Gut Clarenhof aus Frechen.
Mit dem Start in das sonnig angekündigte Wochenende haben Schumacher und Moll am Freitag (22. Mai) ihre Felder geöffnet, auf denen die Kunden traditionell die Erdbeeren selbst pflücken dürfen. „Bei der angekündigten Wetterlage werden wir hier auf Gut Clarenhof hoffentlich in spätestens einer Woche nachziehen und auch die Erdbeerfelder zum Selberpflücken öffnen können“, meinte Victor Dünn.
Erdbeeren selbst pflücken: Vergnügen für Groß und Klein
Denn auch bei ihm sehnen sich viele Kunden diesen Augenblick bereits herbei. „Ich habe vom Saisonstart gelesen und bin direkt gekommen“, freute sich am Freitagvormittag Silke Armbrecht. Sie war kurz nach 10 Uhr eine der ersten Kundinnen, die sich in den Anlagen von Alexander Moll in Kerpen über die dicken roten Feldfrüchte hermachen konnte.

Die Zeit der Erdbeerfreilandernte ist und bleibt auch für Landwirt Alexander Moll aus Kerpen immer eine besondere Zeit.
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Wie die meisten Kunden zählt sie zu den „Wiederholungstätern“, die jedes Jahr das besondere Angebot des Selbererntens nutzen. Auch ihre Schüssel hatte sie sich selbst mit ins Erdbeerfeld gebracht. Die ersten Erdbeeren im Jahr ernte sie sich einfach zum Naschen. „Aber ich bin heute sicherlich nicht zum letzten Mal hier“, verriet sie.
Auch die beiden Tagesmütter aus Kerpen, die eine ganze Kinderschar mitgebracht hatten, kannten den landwirtschaftlichen Betrieb und das Vergnügen des Selbererntens für Groß und Klein. Ruckzuck hatten sie die mitgebrachten Eimerchen voll – nicht jedoch, ohne zwischendurch auch tüchtig von den köstlichen Früchten zu naschen.
Kerpen: Vor 25 Jahren das erste Erdbeerfeld zum Selberpflücken freigegeben
„Ich könnte den Kindern stundenlang zusehen“, freute sich auch Heike Moll über den Besuch der Tagesmütter mit der kleinen Rasselbande, die kaum aus den Erdbeerdämmen herausragte. Ganze Bücher könnten sie und ihr Mann inzwischen mit Episoden rund um die Erdbeerernte auf ihrem Hof füllen.

Heike Moll präsentiert die reifen Freiland-Erdbeeren, die auf dem Hof in Kerpen wieder selbst geerntet werden dürfen.
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In diesem Jahr ist es genau ein Vierteljahrhundert her – 25 Jahre –, dass sie mit der Selbstvermarktung ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse begannen und das erste Erdbeerfeld zum Selberpflücken freigaben. Damals seien es zumeist Hausfrauen gewesen, die die Erdbeeren ernteten.
„Heute wird die eigene Erdbeerernte sogar von Familien als Event gefeiert“, wusste Alexander Moll zu berichten. Er kann das gut nachvollziehen, denn für ihn war die Erdbeerernte immer schon ein Fest. „Ich war damals neun Jahre alt und wäre am liebsten den ganzen Tag im Erdbeerfeld geblieben“, sagte er. Und bis heute findet er es einfach toll, dass die Kunden beim Selberpflücken ohne Ende Erdbeeren naschen dürfen.
Erftstadt: Erdbeerfelder bis Ende Juli sieben Tage die Woche geöffnet
„Soviel wie geht“, bestätigte auch Michael Schumacher. Er freue sich richtig, wenn es seinen Kunden schmeckt. Bis Ende Juli hat er jetzt sieben Tage die Woche – auch an allen Sonn- und Feiertagen zwischen 9 und 19 Uhr – seine Erdbeerfelder für die Selbstpflücker geöffnet.
Als Trendsetter haben Schumachers bereits vor fast 59 Jahren den Menschen die Möglichkeit angeboten, ihre Erdbeeren auf den Schumacher-Feldern selbst zu ernten. Das Konzept kam so gut an, dass inzwischen sogar schon die Kinder von damals mit ihren Kindern und Enkelkindern zur Erdbeerernte kommen. „Und die meisten bringen sich bis heute ihre Eimer, Wannen und Schüsseln selber mit“, sagte Schumacher.
Als „Kind“ der Erdbeerzeit, geboren am 18. Juni, isst auch er die köstlichen Früchte ganz besonders gerne. „Aktuell ist unsere frühe Sorte Allegro reif“, sagte Schumacher. Sie sei süß, saftig und schmecke und dufte total erdbeerisch.
In Kerpen bei Alexander Moll ist hingegen jetzt die frühe Sorte Clery reif – auch sie bringt alles mit, was eine leckere Erdbeere auszeichnet: „Sie ist spritzig, saftig, süß – einfach lecker.“
In Frechen auf Gut Clarenhof zählt Landwirt Victor Dünn jetzt die Tage, bis er auch seine Erdbeerfelder zum Selberpflücken für die Fans öffnen kann. Genauso wie seine Kollegen hat auch er mehrere Sorten im Anbau – frühe, mittlere und späte –, sodass es auch bei ihm bis Ende Juli auf den Erdbeerfeldern zum Selberpflücken Erdbeeren gibt.
Öffnungszeiten und Preise
Erdbeerhof Michael Schumacher hat die Selbstpflückfelder jetzt sieben Tage die Woche von 9 bis 19 Uhr geöffnet, auch über Pfingsten und an allen Sonn- und Feiertagen. Selbstgepflückt kostet das Kilo 6,50 Euro.
Alexander Moll hat seine Selbstpflückfelder täglich außer Dienstag und Pfingstmontag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Selbstgeerntet ist das Kilo für 5,50 Euro zu haben. Jeden Tag von 11 bis 18 Uhr (Feiertage und Wochenenden) sind die Selbstpflückfelder auf Gut Clarenhof in Widdersdorf und Frechen geöffnet. Die Erdbeeren sind dort zum Selberpflücken ab 5,90 Euro pro Kilogramm zu haben. (mkl)
