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Schwertransport in der Nacht200-Tonnen-Rotor kommt nach Hürth

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Mehr als 31 Meter ist der Schwertransporter lang, der hier, von Fahrzeugen begleitet, auf die Industriestraße abbiegt.

Hürth – Es war exakt 1.24 Uhr, als Uwe Lange den Schwertransporter, beladen mit einem rund 200 Tonnen schweren Gasturbinen-Rotor, am frühen Montagmorgen von der Luxemburger Straße auf die Zielgerade, die Industriestraße, lenkte. Ziel seiner Fracht war das von Statkraft seit 2007 betriebene Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Knapsack I.

Schaulustige waren in den nächtlichen Stunden kaum unterwegs. Lediglich einige Autofahrer und Nachtschwärmer staunten nicht schlecht über das mit einer hellen Plane abgedeckte richtig gespenstisch wirkenden Frachtgut. Von der Autobahn 4, Abfahrt Köln-Klettenberg, kommend, fuhr der Schwertransporter über die gerade ausgebaute Hürther Umgehungsstraße (B 265) Beim Abbiegen auf die Industriestraße waren dann noch einmal Langes fahrtechnische Fähigkeiten verlangt.

Der Gasturbinenrotor wurde ins Kraftwerk Knapasck I gebracht.

32 Meter langes Monstrum

Um die Kurve mit dem 32 Meter langen Monstrum nehmen zu können, hatte Lange sich auf der linken Fahrspur eingeordnet. Für ihn sind solche Fahrten Alltag. Rechts ließ er die hinter ihm aufgestauten Fahrzeuge und Lastwagen passieren, bevor er das Lenkrad einschlug. Sozusagen auf Knopfdruck bewegten sich die 13 Achsen seines imposanten Anhängers, so dass der Gigant passgenau auch am Ampelmast vorbeikam.

Im Gefolge des Schwertransports, der von der Pieper Schwertransport GmbH in Auftrag genommen und von der Firma Kahl Schwerlast GmbH aus Moers ausgeführt wurde, waren mehrere Begleitfahrzeuge, die das Monstrum blinkend ankündigten und nach hinten absicherten. Sperrungen waren nicht erforderlich.

Hürth war kürzeste Etappe der Reise

Auch mussten trotz der Höhe von etwa vier Metern und einer Breite von 3,80 Metern unterwegs auf Hürther Stadtgebiet weder Ampeln noch Verkehrsschilder für den Schwertransporter abmontiert werden. Die Fahrt durch das Hürther Stadtgebiet war nur die letzte und kürzeste Etappe der langen Reise des Rotors. Gebaut wurde er beim Vertragspartner der Firma Statkraft, der Firma Siemens Energy in Berlin. Wie die Sprecherin des Unternehmens Statkraft, Nora Kryßon, berichtete, wurde der Gasturbinen-Rotor mehrere Tage per Schiff von Berlin zunächst nach Duisburg gebracht, bevor er auf den Tieflader umgeladen und dann per Schwerlasttransport vom Duisburger Binnenhafen zu Statkraft in den Chemiepark Hürth-Knapsack befördert wurde.

Bis der Rotor in Betrieb genommen werden kann, werden noch einige Wochen vergehen. Kryßon: „Er wird in eine der beiden Gasturbinenanlagen des Gas- und Dampfturbinenkraftwerks Knapsack I von Statkraft eingebaut.“ Nach 50 000 Betriebsstunden dieser 2007 in Betrieb genommenen Gasturbine sei eine „Runderneuerung“ des Rotors erforderlich gewesen. Das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Knapsack I bestehe aus zwei Gasturbinen und einer Dampfturbine.

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Ein entsprechender Einbau eines instandgesetzten Rotors in die andere Gasturbinenanlage erfolge im kommenden Jahr. Der Einbau des gerade gelieferten Rotors sei Teil der fälligen Kraftwerksrevision. „Diese wird planmäßig sechs Wochen dauern, so dass die Anlage im Oktober wieder in Betrieb gehen kann“, kündigte Kryßon an.