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„Tag des Lokaljournalismus“
Baustein für Demokratie – bei uns im  Rhein-Erft-Kreis

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3 min
Zum „Tag des Lokaljournalismus“ gab es bundesweit Aktionen und Diskussionen.

Zum „Tag des Lokaljournalismus“ gab es bundesweit Aktionen und Diskussionen.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sagte: „Lokaljournalismus ist das Immunsystem einer Region.“ Dem fühlen wir uns verpflichtet.

Haben Sie es mitbekommen, am Dienstag, es war der 5. Mai? Vermutlich nicht – denn so ergeht es uns mit den Dingen, die wir als selbstverständlich erachten, eben weil sie da sind. Die wir als lieb und teuer werten. An denen wir uns reiben können, über die wir uns amüsieren können – und die uns im besten Fall zum Nachdenken bringen und ein Stück schlauer machen. Und das jeden Tag. 365 Tage im Jahr.

Es war der „Tag des Lokaljournalismus“.

Wie für Sie, liebe Leserinnen und Leser, war es ein Tag wie viele andere. Wir haben nicht gefeiert, wir haben keine Korken knallen lassen und wir haben uns auch nicht gegenseitig auf die Schultern geklopft. Wir haben uns nach Kräften bemüht, für Sie all das aufzubereiten und verständlich zu machen, was an diesem Dienstag im Rhein-Erft-Kreis geschehen ist beziehungsweise welche Themen wir für interessant, spannend und relevant erachteten.

Rhein-Erft-Kreis: Journalismus darf nie Selbstzweck sein

Dazu gehörte ein umfangreicher Bericht von Andreas Engels über die Probleme im Einzelhandel am Beispiel des Hürth-Parks; Dietmar Fratz berichtete über den Besuch von Innenminister Herbert Reul beim Florianstag in Bergheim, mit dem die Arbeit der Feuerwehr gewürdigt wird; Sie konnten einen Artikel von Wolfram Kämpf über die Sorgen des Brühler Bürgermeisters Dr. Marc Prokop lesen – wie vielen Städten steht der Schlossstadt finanziell das Wasser bis zum Hals; oder in Elena Pintus’ Bericht etwas über aktuelle Projekte der REVG erfahren. Zudem ordnete Rafael Greboggy in einem Kommentar ein, warum die Nachbarstädte Pulheim und Bergheim nicht nur ein kommunikatives Problem haben.

Und auch an diesem Dienstag folgte diese Auswahl und die der anderen Themen dem Credo, dass Zeitung und unsere digitalen Angebote nicht dem Selbstzweck dienen, sondern sich an Ihren Interessenlagen, liebe Leserinnen und Leser, orientieren. Wie heißt es so schön und treffend: Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.

Lokaljournalisten sind die Stimmen ihrer Leser, die ihnen vertrauen
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer

Nun wäre es vermessen zu behaupten, dass uns das als Redaktion an jedem Tag gleich gut gelingt – aber seien Sie versichert: Wir lieben unsere Arbeit, genießen es, mit vielen von Ihnen im Austausch zu sein, nehmen Kritik selbstverständlich an – und freuen uns nicht minder auch über lobende Worte, am „Tag des Lokaljournalismus“ und an den übrigen 364 Tagen im Jahr.

Worte der Anerkennung fand jedenfalls Kulturstaatsminister Wolfram Weimer am Dienstag im Bundestag: „Lokaljournalismus ist das Immunsystem einer Region“, sagte er. Und weiter: „Lokaljournalisten sind die Stimmen ihrer Leser, die ihnen vertrauen.“ Die Lokalzeitungen vor Ort seien unerlässlich für die Basisdemokratie. Wenn diese Medien wegfielen, gäbe es niemanden mehr, der über die Skandale im Rathaus, die Kultur vor Ort und Hilfs- und Rettungsorganisationen berichten würde.

Dass explizit über die Rolle von Lokaljournalismus debattiert wurde, war im Übrigen eine Premiere im Reichstagsgebäude. Das Ganze war überschrieben mit „Lokalmedien als unverzichtbarer Baustein unserer Demokratie“. Wir verstehen diesen Titel nicht als Bürde oder Last, sondern als Auftrag und Verpflichtung, der wir gerne, gewissenhaft und verantwortungsvoll nachgehen. Auch in Zeiten, in denen der Ton und die Umgangsformen mitunter rauer werden, und der eine oder andere Kritiker übers Ziel hinausschießt.

Wir halten das aus, weil Journalismus ohne Haltung nicht auskommt. Am „Tag des Lokaljournalismus“ und an allen anderen Tagen im Jahr.