Nein, sie waren nicht schon immer Bürgermeister oder Landrat. Auch sie waren mal i-Dötzchen und erinnern sich an ihre Einschulung . . . auch wenn es bei manchen schon etwas länger her ist.
Das Schuljahr startetWie Bürgermeister in Rhein-Erft und der Landrat ihren ersten Schultag erlebten

Die Bürgermeister und Erftstadts Bürgermeisterin erinnern sich an ihren ersten Schultag. (Symbolbild)
Copyright: Rolf Vennenbernd/dpa
Im Rhein-Erft-Kreis werden in der ersten Septemberwoche mehrere tausend Schülerinnen und Schüler in die ersten Klassen der Grundschulen eingeschult. Seit Wochen fiebern die Mädchen und Jungen diesem Tag entgegen.
Schon längst haben sie ihren Tornister ausgewählt, haben sich gefreut, dass einige Freunde aus dem Kindergarten dieselbe Schule besuchen wie sie, und ihre Eltern haben die Materialliste abgearbeitet, die ihnen die Klassenlehrerinnen und -lehrer beim ersten Elternabend vor den Sommerferien an die Hand gegeben hatten. Manche von ihnen haben das längst erledigt, andere wiederum sorgten noch am Samstag in Schreibwarenläden oder Drogerien mit dieser Produktpalette für verstopfte Gänge.
Wir haben die neun Bürgermeister aus dem Rhein-Erft-Kreis, Carolin Weitzel als Erftstädter Bürgermeisterin und Landrat Frank Rock gebeten, uns ihre Erinnerungen an ihre Einschulung zu schildern und uns ein Foto als i-Dötzchen zur Verfügung zu stellen. Sascha Solbach aus Bedburg und Marc Prokop aus Brühl mussten passen, obwohl sie Keller, Dachböden auf den Kopf gestellt und etliche Fotokisten durchsucht hatten.

An der Aplerbecker-Mark-Grundschule in Dortmund begann für Bürgermeister Uwe Tietz ein ganz neuer Lebensabschnitt.
Copyright: Uwe Tietz

Uwe Tietz ist seit 2025 Bürgermeister von Frechen.
Copyright: Alexa Jansen
Uwe Tietz, Frechen: „Auf der Aplerbecker-Mark-Grundschule in Dortmund begann für mich ein ganz neuer Lebensabschnitt. Damals hätte ich nicht gedacht, dass mich mein Weg einmal nach Frechen führen würde. Meine Klassenlehrerin Frau Lohmann war eine Lehrerin ‚alten Schlages‘ – sehr streng, aber herzlich. Bei ihr wusste man genau, woran man war. Sie konnte klare Ansagen machen, hatte aber genauso viel Herz. Gerade diese Mischung ist mir bis heute in Erinnerung geblieben.
Ich war sehr aufgeregt am ersten Schultag. Schließlich war das eine völlig neue Lebenssituation: eine neue Schule, neue Lehrerinnen und Lehrer, neue Mitschülerinnen und -schüler. Da war die Aufregung groß – und natürlich auch ein bisschen die Vorfreude. Die Schultüte war für mich mindestens genauso spannend wie der erste Schultag selbst. Darin befanden sich natürlich Süßigkeiten – und Malstifte. Mehr brauchte es damals eigentlich nicht, um ein i-Dötzchen glücklich zu machen.
Ich habe mich relativ schnell eingelebt und erste Freundschaften geschlossen. Gerade auf dem Schulhof und in den Pausen ging das natürlich schnell – man geht einfach aufeinander zu. Am Nachmittag kamen die Verwandten, Nachbarn und meine Patentante zu uns nach Hause. Wir haben ganz klassisch bei Kaffee sowie Kuchen zusammengesessen und den Tag gefeiert. Es war kein großes Spektakel, sondern ein gemütliches Familienfest – und gerade deshalb ist mir der Tag in Erinnerung geblieben.“
Frank Keppeler, Pulheim: „Meinen Schulstart im Jahr 1979 an der damaligen katholischen Grundschule Bachstraße – das ist die heutige Barbaraschule – habe ich als schön und herrlich unaufgeregt in Erinnerung. Voller Stolz und Neugierde bin ich am Tag meiner Einschulung losgezogen, mit prallgefüllter Schultüte voller Leckereien und rotem Ranzen.

Stolz und voller Neugierde – Frank Keppeler an seinem ersten Schultag.
Copyright: Frank Keppeler

Frank Keppeler ist seit 2009 Verwaltungschef in Pulheim.
Copyright: Oliver Tripp
Zuerst ging es zum Gottesdienst in die Pfarrkirche St. Kosmas und Damian, der vom damaligen Pfarrer Karl-Josef Daverkausen geleitet wurde, anschließend in den Klassenraum. Dort wurden wir Erstklässler besonders herzlich von unserer Lehrerin Frau Brockmann begrüßt, die nach ihrer Heirat dann Frau Grün hieß.
Durch ihre engagierte Art hat sie in uns die Freude am Lernen geweckt. Ich habe bis heute Kontakt zu ihr, genauso wie zu vielen meiner ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschüler. Teilweise sind daraus echte Freundschaften entstanden. Nachdem der erste Schultag gemeistert war, haben wir zu Hause im kleineren Familienkreis und in aller Ruhe zu Mittag gegessen.“
Carolin Weitzel, Erftstadt: „Ich war sehr aufgeregt und voller Vorfreude. Ich war in der Klasse 1a der Grundschule Lechenich Süd bei Frau Offtermatt. Sie war für mich stets ein Vorbild. Ich habe Freundinnen kennengelernt, zu denen ich viele Jahre später noch Kontakt hatte beziehungsweise habe. Ich freue mich immer, wenn ich heute Bekannten aus der Schulzeit in Erftstadt begegne.

Die Erftstädter Bürgermeisterin Carolin Weitzel als i-Dötzchen vor ihrem Elternhaus.
Copyright: Weitzel

Carolin Weitzel ist seit 2020 Bürgermeisterin der Stadt Erftstadt.
Copyright: Stadt Erftstadt
Ich glaube, das Kleid hatte meine Oma für mich genäht. In meiner Schultüte waren Stifte und Süßigkeiten. Meine Großeltern kamen zu Besuch und wir haben nach der Einschulung zu Hause den Tag gefeiert.“
Thomas Jurczyk, Kerpen: „An meinen ersten Schultag an der Uhlandschule in Gladbeck erinnere ich mich noch genau. Aufregung? Fehlanzeige. Ich war nur aufgeregt gewesen bezüglich dessen, was wohl in der Schultüte war. Darin befunden haben sich dann Süßigkeiten, ein Schuletui und Karten für ein Fußballspiel von Schalke 04.
Freunde habe ich schnell gefunden. Zudem bin ich mit langjährigen Freunden aus dem Kindergarten eingeschult worden. Mittlerweile sind diese Freundschaften aber leider im Sande verlaufen, insbesondere aufgrund der räumlichen Trennung.

Kerpens Bürgermeister Thomas Jurczyk bei seiner Einschulung.
Copyright: privat

Thomas Jurczyk hat 2025 in Kerpen die Stichwahl ums Bürgermeisteramt gewonnen.
Copyright: Elena Pinuts
Auch an meine erste Klassenlehrerin erinnere ich mich noch: Das war Frau Hoppe. Nach der Einschulung gab es ein gemeinsames Mittagessen und eine Feier mit der Familie.“
Sascha Solbach, Bedburg: „Ich habe die Gemeinschaftsgrundschule Berrendorf besucht – also eine sehr behütete Dorfschule, wo sich alle irgendwie kannten. Ich habe echt schöne Erinnerungen an diese Schule. Mein Klassenlehrer hieß Herr Bertram. Er hatte eine Menge Erfahrung und war zuvor von der Hauptschule an die Grundschule gewechselt. Er war streng, aber auch sehr fürsorglich. Ich habe ziemlich gute Erinnerungen an ihn – damals war ich aber auch wirklich ein sehr fleißiger und braver Schüler. Das änderte sich später.
Ich war sehr aufgeregt am ersten Schultag. Da ich ziemlich schüchtern war, hatte ich ganz schön Bammel. Hilfreich war aber, dass das Nachbarmädchen mit mir zusammen eingeschult wurde und wir dadurch beide nicht alleine waren. Was in der Schultüte war, weiß ich nicht mehr ganz genau. Was ich aber weiß, ist, dass die Schultüte (Pumuckl) sehr großzügig gefüllt war. Wenn es um Spielzeug ging, konnte ich mich wirklich nie beschweren – meine Wünsche wurden eigentlich immer übererfüllt.

Sascha Solbach wie er heute aussieht. Ein Foto von seiner Einschulung hat der Bedburger Bürgermeister nicht auftreiben können.
Copyright: Dennis Vlaminck
Danach waren wir mit der Familie zu Hause und haben etwas gefeiert und die Geschenke wurden ausprobiert. Eine Erinnerung: Schule wurde bei uns immer positiv begleitet und nicht mit den Worten „Der Ernst des Lebens beginnt“ – das finde ich heute noch schrecklich.
Es ist mir wirklich sehr schnell leicht gefallen, Freundinnen und Freunde zu finden. Wir waren schnell eine größere Gruppe von Freunden, die auch später am Gymnasium zusammengeblieben ist. Zwei meiner engsten Freunde habe ich in der ersten Klasse kennengelernt. Diese Freundschaft hält bis heute.“
Dirk Breuer, Hürth: „Ich bin 1984 in der Deutschherrenschule in Hermülheim eingeschult worden, genauso wie viele meiner Freunde, mit denen ich mich regelmäßig auf dem Spielplatz und der großen Wiese mit Bäumen hinter unserem Haus in Hürth-Mitte getroffen habe. Meine Klassenlehrerin hieß Frau Castelli. Laut meiner Mutter war ich etwas aufgeregt.
Bereits einige Wochen vor dem ersten Schultag haben mein Cousin und meine Cousine mir berichtet, wie hart es in der Schule sei und dass ich ein armer Kerl sei, weil ich nun bald in die Schule müsste. Das hat die Aufregung nicht gemildert – im Gegenteil. Aber nach dem ersten Schultag war das verflogen, und ich bin eigentlich immer gern in die Schule gegangen, die damals ja auch schon mittags endete.

Süßigkeiten und ein Erstlesebuch in Schreibschrift waren in der Schultüte des heutigen Hürther Bürgermeisters Dirk Breuer.
Copyright: privat

Dirk Breuer an seinem Schreibtisch im Hürther Rathaus.
Copyright: Andreas Engels
Sehr viele Erinnerungen habe ich an meinen ersten Schultag eigentlich nicht mehr. Das hängt bestimmt auch damit zusammen, dass früher weniger Aufhebens um die Einschulung gemacht wurde. So habe ich auch nur drei Fotos vom Tag meiner Einschulung. Bei der Einschulung waren meine Mutter, mein jüngerer Bruder, meine Oma und mein Opa dabei. Danach sind wir zu uns nach Hause gegangen. Eine große Feier gab es nicht. In meiner Schultüte waren auf jeden Fall Süßigkeiten und ein Buch in Schreibschrift als Erstlesebuch.“
Dr. Marc Prokop, Brühl: „Von meinem ersten Schultag an der damaligen Brühler Melanchthon-Schule habe ich noch einige Details in Erinnerung. Etwa, dass mich meine Mutter damals auf dem Schulweg begleitete, den ich fortan alleine absolvierte. Weit hatte ich es ja nicht. Es waren nur wenige hundert Meter die Kaiserstraße hinauf nach Kierberg. Wir haben uns auf dem Schulhof in Zweierreihen aufgestellt und sind dann Hand in Hand in die Klassen marschiert. Meine erste Lehrerin hieß Frau Breidenbach und ich bin immer gerne in die Schule gegangen. Neben diesen Erinnerungen ist noch etwas anderes geblieben: Ich bin immer noch mit Dirk Heuser befreundet, der von Anfang an mein Klassenkamerad in der Grundschule war.“

Dr. Marc Prokop verbindet seit dem ersten Schultag eine Freundschaft mit einem seiner damalige Klassenkameraden.
Copyright: Wolfram Kämpf
Frank Rock, Rhein-Erft-Kreis: „Ich wurde 1976 in Köln an der KGS Mainzer Straße in der Südstadt eingeschult. An meine damalige Klassenlehrerin kann ich mich heute leider nicht mehr erinnern. Nach unserem Umzug nach Hürth blieb mir jedoch mein Klassenlehrer, Herr Weiser, in Erinnerung.

Frank Rocks erster Schultag 1976 in Köln.
Copyright: privat

Frank Rock ist seit 2020 Landrat im Rhein-Erft-Kreis.
Copyright: Rhein-Erft-Kreis
An meinen ersten Schultag erinnere ich mich vor allem daran, dass ich sehr aufgeregt war. Besonders gefreut habe ich mich über meine grüne Schultüte. Darin waren einige Süßigkeiten, die für mich natürlich eine besondere Freude waren. Außerdem befand sich meine erste analoge Uhr in der Schultüte.
Das Ankommen in der neuen Klasse fiel mir leicht, da mein bester Freund, der mit mir im selben Haus wohnte, ebenfalls mit mir in dieselbe Klasse ging. Dadurch war die Suche nach neuen Freunden für mich kein großes Problem.
Eine große Feier zur Einschulung gab es bei uns nicht. Insgesamt ist mir der Schulanfang dennoch als aufregender und schöner neuer Lebensabschnitt in Erinnerung geblieben.“
Andreas Heller, Elsdorf: „Als ich im August 1983 an der katholischen Grundschule Elsdorf eingeschult wurde, war ich definitiv aufgeregt. Mein erster Klassenlehrer war Herr Hamacher, an ihn kann ich mich noch gut erinnern. Am ersten Schultag hatten meine Eltern eine Schultüte für mich vorbereitet, die fast so groß war wie ich. Viel Maoam durfte darin natürlich nicht fehlen. Aber auch alles, was man zum Schulstart an Schreib- und Bastelbedarf braucht – natürlich von Frau Berrendorf, die fast 50 Jahre lang in ihrem Laden die kleinen Elsdorferinnen und Elsdorfer mit Schulbedarf ausgestattet hat.

Andreas Heller 1983 bei seiner Einschulung in Elsdorf.
Copyright: privat

Elsdorfs Bürgermeister Andreas Heller.
Copyright: Dietmar Fratz
Mit dem Inhalt meiner Schultüte war ich schon glücklich. Eine große Feier nach der Einschulung brauchte es da gar nicht, denn die vielen neuen Eindrücke waren aufregend genug. Schon in den ersten Tagen als kleiner Erstklässler freundete ich mich schnell mit Nico und Ralf an. Wir haben dann 13 Jahre lang, bis zum Abitur 1996, gemeinsam die Schulbank gedrückt.
Ich glaube, dass der erste Schultag damals deutlich unaufgeregter ablief als heute. Das wird mir gerade besonders bewusst, denn in dieser Woche wird unsere Tochter eingeschult. Wenn sich in ihrer Schultüte allerdings nur Schulsachen und Maoam befinden würden, hätten wir nach der Einschulung, glaube ich, mit deutlich größerem Gemeckere zu rechnen. Die Zeiten ändern sich eben. Und so wird aus der Schultüte von damals heute vielleicht ein kleines Überraschungspaket – während die Aufregung am ersten Schultag wahrscheinlich immer dieselbe bleibt.“
Ralph Manzke, Wesseling: „Für mich begann die Schulzeit 1974 an der städtischen Gemeinschaftsgrundschule Buschfeldstraße in Köln-Holweide. Meine Klassenlehrerin Frau Funken ist mir bis heute in guter Erinnerung geblieben: Sie war sehr nett zu uns Kindern – eine Klassenlehrerin, wie man sie sich für alle Kinder wünscht. Auf die Einschulung hatte ich mich sehr gefreut. Ich bin immer gern zur Schule gegangen.

Ralph Matzke wurde 1974 eingeschult.
Copyright: privat

Der Kölner Ralph Manzke ist Bürgermeister in Wesseling.
Copyright: Oliver Tripp
Besonders stolz war ich auf meine Schultüte, die meine Mutter heimlich aus goldener Pappe und Brokatband gebastelt hatte. Gefüllt war sie mit Süßigkeiten und Plastik-Ritterfiguren. Die war riesig und ich war glücklich! Am Einschulungstag lernte ich auch meinen ersten besten Freund Hartmut kennen. Mit fünf Jahren waren wir die Jüngsten der Klasse und hielten fortan zusammen. Unsere Väter kannten sich aus der SPD. Später wechselten wir gemeinsam aufs Gymnasium.
Mit meiner Familie haben wir den besonderen Tag gefeiert: Meine Oma war eigens aus Hamburg angereist. Zu Hause freute ich mich aber auch darüber, dass ich endlich mit seinen Rittern spielen konnte. Einen Besuch im Kölner Zoo mit der Oma gab es ebenfalls – auch wenn ich nicht mehr sicher weiß, ob dieser tatsächlich am Einschulungstag stattfand.“
Volker Mießeler, Bergheim: „Ich wurde in der Grundschule in Nettersheim-Pesch eingeschult, meine Klassenlehrerin hieß Frau Jaquemain. Ich war mega aufgeregt. Meine Schultüte war mit vielen leckeren Süßigkeiten gefüllt, vor allem mit meinen heißgeliebten Hanutas und Duplos.

Volker Mießeler am Tage seiner Einschulung.
Copyright: privat

Volker Mießeler wurde erstmalig 2017 zum Bergheimer Bürgermeister gewählt.
Copyright: Rafael Greboggy
Freunde zu finden, fiel mir nicht schwer, fast alle in meiner Klasse kamen aus meinem Heimatdorf Zingsheim. Als wir mittags wieder zu Hause waren, habe ich mit meinen Eltern, Geschwistern sowie Oma und Opa gegessen. Danach ging es wie jeden Tag auf den Bolzplatz.“