Eine 77-jährige aus Rentnerin zeigt, warum Frauen es verdienen, nicht nur am Frauentag gewürdigt zu werden.
Obdachlosen aufgenommenWesselingerin zeigt, warum Menschlichkeit nicht schwer ist


Rentnerin Monika Keila hatte im Winter Stephan Becker, der ohne festen Wohnsitz ist, aufgenommen und sucht mit ihm eine neue Bleibe für ihn.
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Am Sonntag ist der Internationale Frauentag, dem auch im Rhein-Erft-Kreis mit vielen Veranstaltungen Rechnung getragen wird. Doch neben vielen anderen Frauen, die zuletzt sicher Herausragendes geleistet haben, verdient es Monika Keila, in besonderem Maße gewürdigt zu werden. Wie wir in dieser Woche berichtet haben, hat die 77-jährige Rentnerin aus Wesseling etwas getan, was vermutlich nicht viele andere gemacht hätten – egal, ob Frau oder Mann.
Schon im Dezember hatte sie einen wildfremden Mann bei sich aufgenommen und ihm Zuflucht vor der Kälte gewährt. Dieser Mann, Stephan Becker, hatte sein Nachtlager auf einer Bank im Rheinpark aufgeschlagen, weil er seit mehreren Monaten keine Wohnung mehr hatte und ihn unter anderem die hygienischen Zustände in der Obdachlosenunterkunft angewidert haben.
Hunde haben ein Gespür dafür, wer es gut mit ihnen meint
Während viele Menschen einen Bogen um Obdachlose machen und ihren Blicken ausweichen, wenn sie vor Geschäften sitzend um ein Almosen bitten, ist Monika Keila auf den Unbekannten zugegangen und hat ihn angesprochen. Da auch ihre beiden Hunde direkt Zutrauen zu Stephan Becker gefasst haben – Tiere haben mitunter ein deutlich besseres Gespür für Menschen als wir Menschen selbst –, stand der Entschluss der 77-Jährigen schnell fest: Sie bot dem 48-jährigen Stahlbetonbauer als vorübergehende Bleibe das Zimmer ihres Enkels an.
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Und Becker nahm dankend an.
Es war einfach nur Menschlichkeit
Vermutlich wird der eine oder andere bei der Lektüre des Artikels gedacht haben, wie riskant und gefährlich es von der Rentnerin gewesen ist, einem Unbekannten zu vertrauen. Und ja, es gibt leider regelmäßig Meldungen der Polizei von zu vertrauensseligen älteren Menschen, die mitunter ihr gesamtes Erspartes jemandem aushändigen, der sich als Mitarbeiter einer Bank oder als Polizist ausgibt. Diese skrupellosen Verbrecher missbrauchen das Vertrauen und die Leichtgläubigkeit der Seniorinnen und Senioren – und stehen für das Gegenteil dessen, was Monika Keilas Antrieb gewesen ist: „Es war einfach nur Menschlichkeit“, sagt die Frau aus Wesseling.
Einen Tag der Menschlichkeit – ihn sollte es an allen 365 Tagen des Jahres geben. Dann gäbe es weniger Leid und Elend auf dieser Welt.
Einen nicht unerheblichen Anteil daran, wie es den Menschen geht, haben Politikerinnen und Politiker. Schließlich sind sie ja auch nur Menschen – was bei dem einen oder der anderen indes in Vergessenheit gerät, woran sie in der Regel den größten Anteil haben, wenn sie sich nur noch in ihrer eigenen abgeschotteten Polit-Blase bewegen.
Aber von denen soll hier nicht die Rede sein. Sondern von denen, die sich aufmachen wollen, um für die Bürgerinnen und Bürger eine – aus ihrer Sicht – bessere Politik zu machen. Und zwar im Land NRW. Da wird 2027 gewählt, und die SPD im Rhein-Erft-Kreis ist diejenige Partei, die schon am weitesten mit ihren personellen Überlegungen vorangeschritten ist. Für die drei Landtagswahlkreise wollen drei Frauen und ein Mann kandidieren. Dass keiner von ihnen schon 2022 dabei war, darf durchaus als Eingeständnis der SPD gewertet werden, dass sie trotz aller CDU-Dominanz im Kreis auf die falschen Pferde gesetzt hat.
Vielleicht gelingt es drei Frauen, was drei Männer nicht geschafft haben
Nun sollen es also Carola Janke (Bedburg) und Marcella Venghaus (Brühl) richten; Nadine Eilenberger (Frechen) und Andreas Nagel (Kerpen) werden vermutlich um den dritten Wahlkreis ringen.
Also auch hier: Ladies first, nachdem es vor vier Jahren drei Männer nicht geschafft haben, der SPD zum Erfolg zu verhelfen. Vielleicht gibt es für die SPD ja 2027 zwei Frauentage: einen im März und den anderen am Wahlabend im April.

