Seit 2022 wird die Autobahn zwischen Köln-Godorf und Wesseling saniert. Nun ist eine erste Zwischenetappe erreicht.
Hoffnung für WesselingerNach dem Baulärm kommt der Flüsterasphalt auf der A555

Projektleiter Hans-Werner Seul hat alles im Griff.
Copyright: Magret Klose
Erst seit wenigen Tagen rollen die Fahrzeuge über die zwischen den Anschlussstellen Köln-Godorf und Wesseling neu gebauten Fahrbahnen der A555 in Fahrtrichtung Bonn. Für den Verkehr freigegeben wurden am Donnerstag (12. März) zunächst die rechte und mittlere Fahrspur. Über zwei Fahrstreifen fließt aktuell der Verkehr auch noch auf der Gegenseite in Fahrtrichtung Köln.
„Die Sperrung der beiden linken Fahrspuren ist wichtig, um gefahrlos die noch erforderlichen Arbeiten in der Mitte der Autobahn durchführen zu können“, erklärt der Projektleiter der Großbaustelle, Hans-Werner Seul von der Autobahn GmbH des Bundes. Unter anderem müssten an den Nothaltebuchten die zusätzlichen Schutzwände fertiggestellt werden.
Das neu gebaute Pumpenhaus war derartig schrecklich vollgesprüht gewesen, dass wir es neu gestrichen haben
„Ab 23. März wird der Verkehr dann komplett auf die nun neu gebaute Seite der Autobahn umgelegt“, beschreibt Seul die weiteren Schritte. Zeitgleich beginne der Neubau der Autobahn auf der Gegenfahrbahn auf vier Kilometern Länge. Dazu müssten zwei Brücken-Teile abgerissen werden. Geplant ist, dass vom 27. bis 31. März das Stück der Brücke über den Kronenweg in Wesseling abgetragen wird, zwei Wochen später ab 9. April soll über das Wochenende der zweite Teil der Brücke über die Mühlenstraße heruntergebrochen werden. „Bei beiden Brückenteilen beginnen wir auch direkt nach dem Abriss mit dem Wiederaufbau“, so Seul.
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Die 2022 begonnene Sanierung der A555 bei Wesseling dient der grundlegenden Erneuerung der Fahrbahn, dem Bau neuer Lärmschutzwände sowie dem Ersatz maroder Brücken in Wesseling. Die Maßnahmen umfassen den Einbau von Flüsterasphalt zur Lärmminderung für Anwohner und die Verbesserung der Verkehrssicherheit sowie der Entwässerung. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf etwa 64 Millionen Euro. Ursprünglich waren 40 Millionen Euro veranschlagt.
Der Experte ist sich sicher, dass beide Neubauten ebenso reibungslos klappen wie zuvor schon auf der Gegenfahrbahn in Richtung Bonn. „Wir liegen gut in der Zeit“, sagt er. In den vergangenen Tagen konnten bei sonnig-trockenem Wetter die Fahrbahnmarkierungen angebracht werden. Bis zur letzten Minute wurden auch noch die neuen Leitplanken montiert.

Seit wenigen Tagen rollt der Verkehr über die im Bereich Wesseling neu gebauten Fahrbahnen der A555 in Fahrtrichtung Bonn.
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Fast täglich ist Seul auf der Baustelle. Und ganz genau hat er die Arbeiten auch im Blick. Ein Augenmerk fällt dabei immer wieder auf die Schutzwände. Kaum, dass sie standen, waren sie über Nacht mit Graffiti beschmiert. „Kunst ist das aber leider nicht“, sagt er. Vielmehr hinterlasse einfach nur jeder Sprayer seine Zeichen.
Außerdem erschweren die Graffiti auch die Wartungsarbeiten, weil Risse und Schäden einfach schwerer zu erkennen seien. „Das neu gebaute Pumpenhaus war derartig schrecklich vollgesprüht gewesen, dass wir es neu gestrichen haben“, erklärt er. Doch es habe nicht lange gedauert, da sei es wieder vollgesprüht gewesen. Jetzt müsse es so bleiben, wie es ist – ebenso die Schutzwände. Es wäre ein Geldgrab, die Graffiti jedes Mal wieder zu entfernen.
Neu gebaut sind auch zwei Regenrückhaltebecken – eines am Mühlenweg, ein zweites am Autobahnanschluss Wesseling an der Siebengebirgsstraße. Vom neuen Pumpenhaus, das sich an der Autobahn etwa in Höhe der Essener Straße befindet, führt in Fahrtrichtung Bonn unterirdisch zusätzlich jetzt ein etwa 700 Meter langer und 2,50 Meter dicker Staukanal. „Dort können wir mehr als 3000 Kubikmeter Wasser zwischenspeichern“, so Seul.

Am 23. März wird der Verkehr komplett auf die neu gebauten Fahrbahnen der A555 umgelegt. Bis dahin gibt es im Mittelbereich noch einiges zu tun.
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Ganz spezielle Funktionen haben auch die Boden-Teller an den Pfosten der Schutzblanken. „Sie sollen verhindern, dass sich Schlingpflanzen an den Pfosten hochwinden“, erklärt der Fachmann.
Fertig wird die Baumaßnahme erst 2028, wenn auch der dritte Bauabschnitt abgeschlossen und die Fahrbahnen zwischen Godorf und Wesseling mit Flüsterasphalt versehen sind.
Täglich passieren über 120.000 Fahrzeuge die A555 zwischen dem Kölner Süden und der früheren Bundeshauptstadt Bonn - und passieren dabei in Höhe Wesselings den südlichsten Zipfel des Rhein-Erft-Kreises. Sie wurde vor 94 Jahren fertiggestellt und war die erste „kreuzungsfreie Kraftfahr-Straße“ in Deutschland – und durfte im Dritten Reich nicht „Autobahn“ heißen.
Der Bau von Lärmschutzwänden und die Verwendung des lärmmindernden Asphalts sollen eine deutliche Entlastung für die Wohnquartiere in Autobahnnähe bringen, ist sich die Autobahn GmbH sicher. Für die Unterführungen sind Ersatzneubauten erforderlich. (jtü)

