Der Rechtsanwalt wurde 57 Jahre alt. Er setzte seine Kraft ein, um denjenigen zu finden, der seinen Sohn überfuhr und schwer verletzt sterben ließ.
Er suchte den TodesfahrerWesseling trauert um Jürgen Sauerborn – Familie verlor 2023 ihren Sohn

Viele Wesselinger trauern um Jürgen Sauerborn.
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Wesseling Wie viel Leid, wie viele Schicksalsschläge kann eine Familie erdulden? Am 26. März 2023 verlor die Familie Sauerborn den 20-jährigen Alexander. Er war nachts auf der Rodenkirchener Straße von einem Unbekannten überfahren worden. Wer der Unfallfahrer gewesen ist, konnte bis heute nicht geklärt werden.
Nun ist, fast genau drei Jahre später, der Vater des Unfallopfers gestorben. Jürgen Sauerborn wurde 57 Jahre alt. Am Donnerstag ist er in Wesseling beigesetzt worden, wie aus einer Todesanzeige der Familie hervorgeht.
Wie lebt es sich mit dem Gefühl, einen jungen Menschen sterbend auf der Straße liegen zu lassen und einfach abzuhauen?
Vor zwei Jahren war Jürgen Sauerborn bundesweit einem größeren Teil der Fernsehzuschauer bekannt geworden. Nachdem die Fahndung nach dem Fahrer oder der Fahrerin des Unfallfahrzeugs – einem dunklen 1er BMW – erfolglos geblieben war, suchte Rudi Cerne in der Sendung „Aktenzeichen XY . . . ungelöst“ nach Hinweisen, wem ein solcher Wagen gehört und wo das an der Vorderseite beschädigte Fahrzeug repariert worden ist. Zudem fragte er nach Zeugen, die den Unfall beobachtet hatten oder etwas zur Identität des Fahrers sagen konnten.
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Moderator Cerne verwies in dem Fahndungsaufruf auch auf eine Videobotschaft von Jürgen Sauerborn, die der Rechtsanwalt wenige Tage vor der Ausstrahlung der Sendung veröffentlicht hatte. Darin wandte sich der Vater des Opfers direkt an den Unfallfahrer: „Wie lebt es sich mit dem Gefühl, einen jungen Menschen sterbend auf der Straße liegen zu lassen und einfach abzuhauen? Hat Dich Alexander noch einmal angesehen? Hast Du ihm in die Augen geschaut? Hast Du keine Alpträume? Denkst Du nicht täglich daran? Siehst Du den Moment des Aufpralls nicht jeden Tag vor Deinem geistigen Auge?“

Jürgen Sauerborn wandte sich 2024 in einem Video an den flüchtigen Fahrer.
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Sauerborn appellierte an den Unbekannten: „Sei kein jämmerlicher Feigling. Mache reinen Tisch. Stell Dich der Polizei.“ Das Video wurde zehntausendfach geklickt. Es gab nach der TV-Sendung zudem einige Hinweise – keiner führte zu dem Todesfahrer.
Die Hoffnung, dass der Tod seines Sohnes aufgeklärt werden würde und der BMW-Fahrer sich für den Unfall und seine Flucht verantworten müsste, hatte Jürgen Sauerborn nie aufgegeben. Doch nun endete auch sein Leben, und unzählige Menschen drücken in den sozialen Netzwerken, in denen Freunde den Tod des 57-Jährigen betrauern, ihr Mitgefühl aus. (jtü)
