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Windpark
Rotorblatt hängt „am seidenen Faden“ – A44n bei Bedburg wieder freigegeben

3 min
Das Bild zeigt das abgeknickte Rotorblatt am Windrad.

An der A44n ist ein Rotorblatt eines Windrads abgeknickt und drohte, auf die Autobahn zu fallen.

Aus Sicherheitsgründen war die A44n um 10.30 Uhr am Mittwoch, 7. Januar, gesperrt worden. Um 17 Uhr wurde sie wieder freigegeben.

Am Windpark in Bedburg droht ein Rotorblatt von einem Windrad abzufallen. Die Autobahn A44n, die wegen ihrer exponierten Lage auch Windautobahn genannt wird, musste deshalb zwischen dem Autobahndreieck Jackerath und dem Autobahnkreuz Holz ab 10.30 Uhr (7. Januar) voll gesperrt werden, weil sie in einer Sicherheitszone in einem Radius von 400 Metern um das defekte Windrad liegt. Um 17 Uhr wurde die A44n wieder für den Verkehr freigegeben. 

Ein Rotorblatt an einem Windkraftrad hängt herunter.

Im Windpark Bedburg A44n droht ein Rotorblatt von einem Windrad abzufallen.

Der Hersteller Nordex hat den kaputten Flügel, der zunächst senkrecht nach oben ausgerichtet war, gedreht, sodass das gebrochene Rotorblatt nach unten hängt. „Zudem wurde festgestellt, dass das Blatt fest hängt und nirgendwo lose Teile sind, die abstürzen könnten“, sagt der Leiter der Bedburger Feuerwehr, Guido Garbe. Damit sei sichergestellt, dass für die Autobahn und den Verkehr keine Gefahr drohe. Garbe hat der Autobahnmeisterei mitgeteilt, dass die A44n wieder freigegeben werden kann.

„Das Rotorblatt hängt am seidenen Faden“, sagte Bedburgs Bürgermeister Sascha Solbach kurz nach dem Vorfall. Die Hoffnung war zunächst, dass Nordex den Kopf des Windrads per Fernsteuerung bewegen und das gebrochene Rotorblatt so zum Absturz bringen kann. Nun aber will Nordex den nach unten gedrehten Flügel über die Treppe innerhalb des Turms erreichen und absägen. Da das Rotorblatt tonnenschwer ist, könne es gezielt zum Absturz gebracht werden.

Bedburg: RWE hat beschädigtes Windrad noch nicht abgenommen

Ein Pressesprecher von RWE erklärte, dass das Unternehmen die Anlage nach der Errichtung noch nicht abgenommen und übernommen hat. „Die zuständigen Behörden wurden umgehend informiert, der Bereich wird weiträumig abgesperrt. Die Autobahn wurde rein vorsorglich vorläufig abgesperrt“, sagt der RWE-Sprecher. Der Windpark an der A44n, zu dem das betroffene Windrad gehört, wird von RWE Renewables und der Stadt Bedburg betrieben.

Der Hersteller Nordex bestätigte den Bruch des Windradflügels. „Ein Rotorblatt einer Turbine brach, Teile fielen auf den Boden. Die Anlage wurde 2022 installiert. Der Windpark besteht aus fünf Windturbinen des Typs N149/5.X“, sagt ein Pressesprecher von Nordex. Es sei niemand verletzt worden. Aktuell lasse sich über die Ursache für den Vorfall noch keine verlässliche Aussage treffen. 

Das Bild zeigt mehrere Windenergieanlagen, darunter auch die defekte mit abgeknicktem Rotorblatt.

Die Windanlage steht in Nachbarschaft zur A44n, auch Windautobahn genannt.

Gegen 14 Uhr kündigten Feuerwehr und Polizei an, vom Einsatzort abrücken zu wollen, dass die Gefahrenzone aber weiterhin bestehe und vom Eigentümer sichergestellt werden müsse, dass niemand dort hineinkommt.

Da um die Autobahn herum der Tagebau liegt, war nur eine weiträumige Umfahrung möglich. Die Polizei in Düsseldorf empfahl, den Bereich entweder über die L 116 zwischen Grevenbroich und Bedburg oder über die B 57 zwischen Erkelenz und Linnich zu umfahren.

Bereits im Jahr 2022 war die A44n zeitweise gesperrt, weil ein Windrad wegen Baumängeln gesprengt werden musste. Der Windpark, der noch nicht vom Hersteller Nordex an die Betreiber übergeben worden war, war deshalb seit Monaten außer Betrieb, wie Nordex in einer Pressemitteilung erklärte. (els, rag, dv)

Weitere Informationen folgen.