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Hemmnis für Investitionen
Der Wohnungsbau in Neunkirchen-Seelscheid braucht andere Lösungen

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Im Gewerbegebiet Ohlenhohnstraße gibt es viele Supermärkte.

Im Gewerbegebiet Ohlenhohnstraße gibt es neben dem Aldi weitere Supermärkte mit Parkplätzen vor der Tür.

Geschäftsleute sind keine Wohltäter, das zeigt sich am Beispiel Aldi. Eine Investition in den Wohnungsbau muss sich lohnen. 

Es ist eine bestechende Idee: Warum sollten nicht mehr Wohn- und Geschäftshäuser gebaut werden, unten ein Ladenlokal, oben Mietwohnungen? In Innenstädten ist das immer häufiger eine gute Lösung. Doch ob der Mix auch in ländlichen Gemeinden für alle Beteiligten Gewinn verspricht, muss mit einem Fragezeichen versehen werden.

Was für die Kommune wünschenswert scheint, durch Nachverdichtung möglichst wenig Flächen zu versiegeln, muss nicht den Interessen der Investoren entsprechen, das zeigt das Beispiel Aldi. Es kann sich sogar als Hemmnis dafür erweisen, dass Unternehmen Geld für neue Projekte in die Hand nehmen. Dazu kommt, dass die durch Krieg und Krisen immens gestiegenen Baukosten abschreckend wirken. Wer ins finanzielle Risiko geht, möchte mit einem Ertrag rechnen können.

In Neunkirchen-Seelscheid werden vor allem Sozialwohnungen geplant – wegen der Zuschüsse

Die Mietpreise – oder bei Eigentumswohnungen die Kaufpreise – lassen sich aber trotz hoher Nachfrage nicht endlos hochschrauben, sie müssen für die Bürgerinnen und Bürger bezahlbar bleiben. Derzeit, so teilte die Verwaltung kürzlich bei einer Bürgerversammlung mit, würden aktuell vor allem Sozialwohnungen geplant. Für diese gibt es öffentliche Zuschüsse, als Ausgleich für die Preisbindung.

Geschäftsleute sind keine Wohltäter, sie agieren vor allem profitorientiert. Das muss nicht schlecht sein, denn wo Geld verdient wird, fließen mehr Gewerbesteuern in die öffentlichen Haushalte. Um den Wohnungsbau anzukurbeln, braucht es weniger Bürokratie, weniger strenge Auflagen, schnellere Genehmigungsverfahren. Hier sind die Gesetzesgeber in Bund und Land gefordert – und die ausführenden Baubehörden.

Der Bau-Turbo ist ein Anfang. Bei zwei Mehrfamilienhäusern im Zentrum von Neunkirchen hat er schon gezündet. Hier investiert ein vor Ort ansässiges Unternehmen – trotz der Krise. Das lobt ausdrücklich die unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem Rathausteam. Die Ratsmehrheit stimmte dafür. Die Gemeinde zumindest hat ihre Hausaufgaben gemacht.