Das Löschwasser reichte nicht und die Versorgung in dem ländlichen Gebiet im Rhein-Sieg-Kreis ist schwierig.
Notruf in der NachtGroßbrand in Ruppichteroth – Probleme mit Wasserversorgung

Der Stall und die Remise hatten binnen weniger Minuten ebenfalls Feuer gefangen.
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Ein Großbrand hat in Ruppichteroth am Dienstagabend (21. Juli) einen landwirtschaftlichen Betrieb zerstört. In Mittelsaurenbach brannten eine Fachwerkscheune und ein Stall mit angebauter Remise. Menschen kamen nicht zu Schaden, jedoch starben einige Kanarienvögel. Probleme bereitete die Wasserversorgung in dem Dorf. Umliegende Feuerwehren und Landwirte halfen mit Tankfahrzeugen und Güllefässern aus. Für die Freiwillige Feuerwehr Ruppichteroth war es der wohl größte Einsatz der vergangenen zehn Jahre.
Notruf in der Nacht: Teile des Hofs brannten bereits in voller Ausdehnung
Gleich mehrere Anruferinnen und Anrufer hatten um 22.45 Uhr den Notruf gewählt. Aufgeregt berichteten sie, wie das Feuer von einem Gebäude auf das andere übergriff. Noch während die ersten Feuerwehrfahrzeuge herbeieilten, forderte die Leitstelle Verstärkung an. Das Gelände befindet sich an einem Hang, unterhalb und oberhalb verlaufen enge Straßen. Die Scheune hat ein Untergeschoss aus Stein, darüber bestand sie aus Fachwerk. Der Stall mit der angrenzenden Remise hatte ein Holzdach. In ihm waren mehrere Pferde untergebracht. Unter dem Dach parkte ein Traktor, außerdem wurden dort etliche Strohballen gelagert.

Die Scheune, von der das Feuer vermutlich ausgegangen war.
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Das Feuer hatte binnen Minuten übergegriffen. „Als wir eintrafen, brannten beide Teile des Hofs in voller Ausdehnung“, sagte Einsatzleiter Daniel Sonntag. „Menschen waren nicht direkt betroffen, die Pferde hatte der Besitzer bereits herausgelassen und auf eine Koppel geführt.“ Mehrere Anwohnerinnen und Anwohner hätten ihre Häuser verlassen müssen. Ein bewohntes Fachwerkhaus steht in unmittelbarer Nähe zu der Scheune. „Da waren bereits Fenster geplatzt und Rollläden geschmolzen, durch den schnellen Löschangriff konnten wir das Feuer aber eingrenzen“, sagte Sonntag.
Löschwasser reichte nicht – Versorgung im ländlichen Gebiet schwierig
Jedoch reichte das mitgeführte Löschwasser aus den Fahrzeugen bei Weitem nicht – und das aus den Hydranten auch nicht. „Hier im ländlichen Gebiet ist die Wasserversorgung schwierig. Wir haben deshalb wasserführende Fahrzeuge aus umliegenden Kommunen alarmieren lassen.“ Aus Hennef-Uckerath kamen die beiden Tanklaster, ebenso die beiden Wechsellader aus Eitorf, die ebenfalls Wassertanks transportierten. Die Feuerwehr Nümbrecht kam mit ihrem nagelneuen Tanklaster. Sie blies zwei mobile Becken auf, in dem das herbei gelieferte Wasser gespeichert und in die Löschfahrzeuge gespeist wurde.

Kräfte der Feuerwehr Nümbrecht füllten zwei mobile Becken mit Löschwasser aus ihrem Tankwagen.
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„Unterstützt haben uns auch die Landwirte, die mit ihren Traktoren und Güllefässern einen Pendelverkehr eingerichtet haben – die hatten sich schon vor unserem Eintreffen organisiert“, sagte Sonntag. Die Feuerwehrleute blickten indes in ein einziges Inferno. Betreten konnten sie das Gelände nicht mehr, die Dächer der landwirtschaftlichen Gebäude waren binnen kürzester Zeit eingestürzt. Aus mehreren Rohren gaben die Feuerwehrleute Wasser auf die 40 mal 30 Meter große Brandstelle. „Ein paar Kanarienvögel konnten wir leider nicht mehr retten“, sagte Sonntag.
Größter Einsatz der vergangenen zehn Jahre
Nach etwa einer Stunde war das Feuer unter Kontrolle. Jedoch qualmten die Trümmer noch über Stunden weiter. Ralf Beyer, Fachberater des Technischen Hilfswerks (THW), kam hinzu, um die Lage zu begutachten. Er forderte zwei spezielle Bagger an, die den Brandschutt auseinanderzogen. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis zum Morgengrauen. Ein Techniker stellte die Stromzufuhr zu dem Gelände ab. Die Anwohnenden konnten im Laufe der Nacht in ihre Häuser zurückkehren.
Daniel Sonntag konnte sich in den vergangenen zehn Jahren an keinen Einsatz dieser Größe erinnern. Neben rund 60 Ruppichterother Feuerwehrleuten waren etwa 30 aus anderen Kommunen im Einsatz. Die Feuerwehr Windeck stellte den Grundschutz für die Gemeinde sicher, falls anderswo in Ruppichteroth etwas passieren sollte. Die Brandursache ist völlig unklar, die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.