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Eine Stimme Mehrheit im RatDas planen CDU und Grüne in Neunkirchen-Seelscheid

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Der Koalitionsvertrag zwischen CDU und Grüne wird im Rathaus von Neunirchen-Seelscheid unterschrieben.

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU und Grüne ist im Rathaus von Neunkirchen-Seelscheid unterschrieben worden. Ihn präsentieren: Christoph Weiler, Andreas Stolze, Stefan Gerlach und Anke Nolte (v.l.) 

Der bisher leer stehende Altbau des Antoniuskollegs soll instandgesetzt werden. Auch Aquarena, Bürgerpark und Wohnungsbau auf der Agenda.

Das Hallenbad Aquarena bleibt erhalten, an der Schmiedestraße in Neunkirchen entsteht ein Bürgerpark, und Scherpemich soll als Standort für zusätzlichen Wohnraum in der Gemeinde weiterentwickelt werden. Das sind drei Eckpunkte aus dem Koalitionsvertrag zwischen CDU und Grünen in Neunkirchen-Seelscheid. Die Parteien stellten das Papier in einer gemeinsamen Pressekonferenz vor. 

Vor der Stichwahl hatten die Grünen eine Wahlempfehlung für Guido Vierkötter (CDU) gegeben, dessen Sieg im September 2025 zur Ablösung von Nicole Berka (SPD) führte. Allerdings hat die neue Koalition lediglich eine Stimme Mehrheit. Das bereite jedoch keine Sorgen: „Wir hatten im Rat der Gemeinde eine Zeit von elf Jahren mit wechselnden Mehrheiten“, sagte CDU-Vorsitzender Andreas Stolze. Das sei jetzt vorbei.

In der Präambel ist ausdrücklich betont, dass wir eine lösungsorientierte Zusammenarbeit anstreben.
Stefan Gerlach, Fraktionsvorostzender der Grünen im Gemeinderat

„Wir wissen natürlich nicht, was die Zukunft an Herausforderungen bringt“, ergänzte Grünen-Vorsitzender Christoph Weiler. Deshalb wurde ein Koalitionsrat gegründet, der bei strittigen Fragen Klärung bringen soll. Die Grünen stellen dort drei, die CDU vier Mitglieder. Damit sollen sich die Mehrheitsverhältnisse und die Sitzverteilung im Gemeinderat grob widerspiegeln. Die CDU hat dort 14, die Grünen vier Mandate.

„In der Präambel ist ausdrücklich betont, dass wir eine lösungsorientierte Zusammenarbeit anstreben“, sagte Grünen-Fraktionschef Stefan Gerlach. Nicht die Mehrheit der Stimmen, sondern Argumente sollten zählen. Das hätten beide Parteien schon bei einigen Projekten in der vergangenen Wahlperiode bewiesen. Somit sei die Koalition „eigentlich nichts Neues“.

Anke Nolte setzte zuerst ihre Unterschrift unter den neuen Koalitionsvertrag im Rathaus von Neunkirchen-Seelscheid.

Anke Nolte setzte zuerst ihre Unterschrift unter den neuen Koalitionsvertrag im Rathaus von Neunkirchen-Seelscheid.

Das Ziel einer klimaneutralen Gemeinde bis 2035 wurde ebenfalls festgeschrieben. Die Koalitionspartner betonten, sie seien sich einig, dass es „nur dann wirken kann, wenn es die wirtschaftliche Stabilität der Gemeinde wahrt und die kommunalen Haushalte nicht überfordert“, heißt es in dem Papier. „Photovoltaik- und Windkraftprojekte sollen unter Beteiligung von Bürgergenossenschaften vorangetrieben werden.“

Auch das Problem der Wohnungsnot möchte die Koalition angehen. „Lehrer der Gesamtschule haben mir berichtet, dass sie gerne mit ihren Familien in die Gemeinde ziehen möchten, aber keine Wohnung, oder ein Haus finden“, berichtete Stolze. Das Gemeinsame Kommunale Unternehmen (GKU) der Gemeinden Much und Neunkirchen-Seelscheid darf durch eine Änderung der Satzung ab jetzt Wohnraum schaffen. „Wir wollen damit aktiv in der Gemeinde tätig werden“, kündigte Stolze an. 

Altbau des Antoniuskollegs soll instandgesetzt werden

Einen hohen emotionalen Wert hat das Antoniuskolleg nicht nur in der Gemeinde. Der derzeit ungenutzte Altbau soll instandgesetzt und einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden. Auch ein Kinder- und Jugendparlament soll wieder eingerichtet werden. Die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus ist ein weiterer Schwerpunkt. Eine langfristige Bindung dieser Fachkräfte und die Förderung von Nachwuchstalenten solle die Leistungsfähigkeit der Verwaltung sichern, so CDU-Fraktionsvorsitzende Anke Nolte.

Die Sanierung der Sportstätten Höfferhof und Breitscheid wird unterstützt, Vereine erhalten eine gezielte Förderung, Kleinspielplätze, Spielplätze und Skaterflächen werden geschaffen oder verbessert. Besonders gewürdigt werden kulturelle Vielfalt und bürgerschaftliches Engagement und – wenn möglich – gefördert.

Zudem möchten die neuen Partner unnötige Bürokratie abbauen. Dafür wird ein Arbeitskreis eingerichtet, der sich zusätzlich um die Digitalisierung kümmern soll.