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Aus nach 113 JahrenImposante Aktion für Traditions-Kino in Bonn – Besitzer schweigt

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Die Initiative Sternkino bei der Übergabe der Unterschriften in Bonn.

Die Initiative Sternkino bei der Übergabe der Unterschriften in Bonn.

Es ist das Ende einer Ära: Die Sternlichtspiele gehören zu den ältesten Kinos im Rheinland. Doch die Initiative stößt auf taube Ohren.

Mit überwältigender Bürger-Unterstützung setzt sich die Initiative „Supernova: Rettet das Stern-Kino!“ aktiv für den Erhalt des traditionsreichen Bonner Kinos ein. Am Dienstag übergab die Bewegung insgesamt 6.096 Unterschriften an Bezirksbürgermeisterin Nicole Bonnie, die diese stellvertretend für Oberbürgermeister Guido Déus entgegennahm.

Die imposante Unterschriftensammlung zeigt: Für viele Bonnerinnen und Bonner ist das Sternkino am Marktplatz – ein Haus mit bereits 113 Jahren Geschichte – unverzichtbar. Doch die Angelegenheit bleibt angespannt: Die Geschäftsführung des Hauseigentümers Centralis Immobilien ließ sich zum Übergabetermin entschuldigen und nahm nicht teil.

Initiative fordert Déus zum Handeln für Sternkino auf

Die Vertreter der Retter-Initiative nutzten die Gelegenheit, um Bezirksbürgermeisterin Bonnie um Unterstützung zu bitten. Sie baten darum, dass der Oberbürgermeister Druck auf Centralis Immobilien ausübe, um endlich Gespräche über die Zukunft des Traditionskinos zu ermöglichen.

Frau Bonnie würdigte das beeindruckende bürgerschaftliche Engagement und die Leidenschaft, mit der sich die Bonnerinnen und Bonner für ihre Kulturstätte einsetzen. Allerdings musste sie auch deutlich machen: Der politische Handlungsspielraum der Stadt in dieser Privateigentümer-Angelegenheit ist begrenzt.

CineStar: Wunsch nach Erhalt, aber keine Perspektive

Bereits am 29. Juni hatte die Initiative die Unterschriftenlisten dem aktuellen Kinobetreiber CineStar übergeben. Nach Auskunft der Initiative besteht auch bei CineStar grundsätzlich der Wunsch, dass das Kino erhalten bleibt – doch das Unternehmen bekräftigte zugleich seine Entscheidung, die Sternlichtspiele nach November 2026 nicht mehr selbst zu betreiben.

Das Sternkino (hier links im Bild) im direkten Umfeld zum Bonner Rathaus hat eine über 100 Jahre alte Geschichte.

Das Sternkino (hier links im Bild) im direkten Umfeld zum Bonner Rathaus hat eine über 100 Jahre alte Geschichte.

Der Grund: wirtschaftliche Perspektivlosigkeit. Kostensteigerungen und erforderliche Investitionen seien unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht zu erwirtschaften, hatte CineStar im Februar mitgeteilt. Der Konzern sieht sich gezwungen, den Mietvertrag nicht zu verlängern.

Das Traditions-Haus: 113 Jahre Kinogeschichte

Das Haus mitten auf dem Marktplatz, gelegen neben dem Sternhotel und schräg gegenüber vom Bonner Rathaus, blickt auf eine bemerkenswerte Geschichte zurück. Bereits 1913 eröffnet, ist es eines der ältesten Kinos im Rheinland. In den 1970er und 1980er Jahren feierte das Kino unter der Leitung von Willi Goldermann große Erfolge. Damals wurden sogar weltbekannte Prominente wie Regisseur Sergio Leone oder Schauspieler Roger Moore hier empfangen.

Die Initiatorin der Petition, Evelin Schulz, drückt die Frustration aus: „Bis heute ist es uns nicht gelungen, mit dem neuen Hauseigentümer Centralis Immobilien zu sprechen. Deshalb erhoffen wir uns, dass die Bonner Politik Gespräche anregen kann und dass Guido Déus in seiner Funktion als Oberbürgermeister die Eigentümer kontaktiert.“

Sternkino in Bonn: Initiative kämpft weiter für tragfähige Perspektive

Vincent Haag, Sprecher der Initiative Supernova, unterstreicht die kulturelle Bedeutung des Kinos: „Überall in Bonn gibt es zahlreiche Gastronomien, allerdings kaum Kulturstätten. Alleine dafür lohnt es sich, weiter zu kämpfen! Wir appellieren an alle beteiligten Akteure, die kommenden Monate zu nutzen, um doch noch eine tragfähige Perspektive für unser Kino zu finden.“

Die Zeit drängt: Schließung ist für November 2026 angepeilt. Die Rettungsinitiative lässt jedoch nicht locker und setzt nun auf die politische Unterstützung der Stadt Bonn, um den letzten großen Kinobetrieb in der Innenstadt zu bewahren. Das Woki am Bertha-von-Suttner-Platz wäre dann das einzige verbleibende Kino in der Bonner City.