Wie viel Geld macht zufrieden? Lange galt in internationalen Untersuchungen die Marke von 75.000 US-Dollar beim jährlichen Einkommen als Schwelle: Danach, so besagt es zum Beispiel eine Studie von 2010, steige das emotionale Wohlbefinden kaum weiter an. Diese Zahlen sind jedoch einige Jahre alt – inflationsbedingt müsste man hier also wahrscheinlich noch ein gutes Schüppchen drauflegen, um eine Summe zu nennen, die mehr oder weniger wunschlos glücklich macht.
Ebenfalls ein paar Jahre alt sind die Zahlen, die der Landesbetrieb IT NRW als Statistisches Landesamt anhand der Lohn- und Einkommensteuerstatistik für das Jahr 2022 vorgelegt hat. Demnach ist die Zahl der in Nordrhein-Westfalen lebenden Einkommensmillionärinnen und -millionäre im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent auf 8123 gestiegen.
Rhein-Sieg-Kreis im Mittelfeld
Im Rhein-Sieg-Kreis lebten demnach 241 Personen, deren Jahreseinkünfte im siebenstelligen Eurobereich lagen. Zusammen veranlagte Eheleute und Personen in eingetragenen Lebenspartnerschaften wurden dabei als ein Steuerpflichtiger gezählt. Die Zahl ist im Vergleich zu 2021 leicht gesunken, damals waren es 250 Einkommensmillionäre. Im landesweiten Durchschnitt schneidet der Kreis ziemlich durchschnittlich ab: Bezogen auf knapp 603.000 Einwohner sind es 4,0 Einkommensmillionäre pro 10.000 Einwohner.
Vergleich mit anderen Kommunen und Kreisen
Zum Vergleich: Unter den 396 nordrhein-westfälischen Städten und Gemeinden hatte erneut Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss 2022 mit 24,7 je 10.000 Einwohnern die höchste Millionärsdichte, gefolgt von Herdecke (12,6) und Ahaus (12,3). Im Vergleich zu den Nachbarn Rheinisch-Bergischer Kreis (5,9) und Oberbergischer Kreis schneidet der Rhein-Sieg-Kreis schlechter ab, landet aber vor dem Rhein-Erft-Kreis (3,0) und dem Kreis Euskirchen (3,4).

Siegburg liegt im Mittelfeld.
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Wachtberg liegt im Kreis vorn
Große Unterschiede gibt es innerhalb des Kreisgebiets, denn die 241 Einkommensmillionäre verteilen sich recht uneinheitlich auf die 19 Städte und Gemeinden. Das Rennen macht dabei eine der kleinsten Kommunen: Wachtberg rutscht mit seinen 25 Einkommensmillionären sogar in die Top-Fünf der Landeswertung, denn rein rechnerisch entspricht das 12,2 Bestverdienern pro 10.000 Einwohnern. Auch die Stadt Bad Honnef (23 Einkommensmillionäre) liegt mit einer Quote von 9,2 deutlich über dem Kreisdurchschnitt. Die schlechteste Quote hat mit Troisdorf übrigens die größte Stadt im Kreis (2,6), obwohl hier 20 Bestverdiener zu Hause sind. Die Stadt mit der größten Zahl an Einkommensmillionären ist neben Wachtberg Königswinter (25). Komplettiert werden die Zahlen von den Städten Bornheim (20), Hennef (17), Lohmar (14), Niederkassel (12), Rheinbach (10), Sankt Augustin (21) und Siegburg (12). Hinzu kommen die Gemeinden Alfter (6), Much (8), Ruppichteroth (6) und Swisttal mit zehn Einkommensmillionären.
Neunkirchen-Seelscheid verliert alle Millionäre
Wer gut aufgepasst hat, dem ist aufgefallen, dass noch drei Kommunen fehlen: Eitorf, Neunkirchen-Seelscheid und Windeck. Während in den meisten Kommunen die Zahl der Einkommensmillionäre gestiegen ist, ging sie in Neunkirchen-Seelscheid auffallend stark zurück: Zählten die Statistiker 2021 noch neun Einkommensmillionäre in der Berggemeinde, gab es 2022 laut IT NRW keinen einzigen mehr. Bei der Quote stürzte Neunkirchen-Seelscheid damit von 4,5 auf 0 ab. Über die Ursachen schweigt die Landesstatistik: Ob die Seelscheider weniger verdienten oder der Gemeinde gar den Rücken kehrten, ist den Zahlen nicht zu entnehmen. Vielleicht sind die fehlenden Einkommensmillionäre nach Meerbusch verzogen. In Eitorf und Windeck gab es keine Veränderungen. Wer dort nach Einkommensmillionären suchte, wurde in den Jahren 2021 und 2022 nicht fündig.
Uns Normalverdienern bleibt eine Gewissheit: Das persönliche Wohlbefinden mag mit dem eigenen Einkommen zusammenhängen, garantiert es aber nicht. Gesundheit, Beziehungen und Sinn sind mehr als eine Frage des Gehalts. (thw mit joh)

