Der Greifvogel wurde bereits mehrfach gesichtet. Aufgrund seiner knallrosa Farbe ist er kaum zu übersehen.
Greifvogel mehrfach gesichtetRätsel um auffällig pink gefärbten Bussard in Bonn

Der Bussard ist aufgrund seiner auffallend pinken Farbe kaum zu übersehen.
Copyright: Biologische Station Bonn/Rhein-Erft e.V.
Ein ungewöhnlicher Fall beschäftigt Tierschützerinnen und Tierschützer in Bonn. Bereits mehrfach ist in der Region ein pinkfarbener Bussard gesichtet worden. Der Greifvogel ist aufgrund seiner knallrosa Farbe kaum zu übersehen. Experten haben eine Vermutung aufgestellt, wie das Tier zu seinem ungewöhnlichen Gefieder gekommen ist. Eine natürliche Ursache wird aber ausgeschlossen.
Auch in den sozialen Netzwerken sorgt ein Foto von dem pinkfarbenen Mäusebussard für Diskussionen. Es handele sich womöglich um eine „Laune der Natur“, heißt es da unter anderem. Einige Userinnen und User vermuteten unterdessen, der Vogel könnte sich in rotem Sand gewälzt und gebadet haben.
Biostation-Mitarbeiterin hat pinken Bussard selbst gesehen
Wir haben bei der Biostation Bonn/Rhein-Erft nachgefragt. Tatsächlich hat die Mitarbeiterin Paula Ostheimer den Vogel bereits wiederholt mit eigenen Augen gesehen. Auch für sie war der Anblick so überraschend und ungewöhnlich, dass sie sofort Aufnahmen von dem pink gefärbten Tier machte.
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Ihre erste Sichtung geht bereits auf Ende November 2025 zurück. Ihr sei jedoch zu Ohren gekommen, dass der Vogel auch schon früher gesehen worden war, Anfang November. Sie selbst habe den pinkfarbenen Bussard auf dem Gelände der alten Stadtgärtnerei in Bonn-Dransdorf gesehen und fotografiert.
Der Greifvogel sei auch immer noch in Bonn und der Region unterwegs. Sie habe das Tier am 12. Januar noch einmal entdeckt. „Und es ist definitiv immer noch rosa gefärbt“, betont Ostheimer im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Verschiedene Theorien für pink gefärbten Bussard in Bonn
Die Theorie, der Bussard könnte sich in rotem Sand gewälzt haben, hält sie nicht für plausibel. „Dadurch lässt sich nicht die knallrosa Farbe erklären“, so Ostheimer. Zudem wäre die Farbe nicht so gleichmäßig verteilt und würde sich nicht so lange halten. Sie habe gesehen, dass der Vogel auch auf den Unterseiten seiner Flügel pink gefärbt ist. Zudem war auch der untere Bauch ihren Angaben zufolge komplett pink.

Der pinke Bussard wurde auch aktuell wiederholt im Raum Bonn gesehen.
Copyright: Biologische Station Bonn/Rhein-Erft e.V.
Stattdessen halte sie eine Vermutung von Tierschützern für die wahrscheinlichste Erklärung für die pinke Farbe. Experten vom Komitee gegen Vogelmord e.V. hatten erklärt, dass es sich nicht um eine natürliche Ursache handeln könne und der Bussard vermutlich mit Farbe angesprüht worden sei.
Um Sprühlack, wie man ihn aus dem Baumarkt kenne, könne es sich unterdessen nicht handeln. Ein solcher Lack würde das Federkleid des Vogels komplett verkleben. Der Bussard könnte also überhaupt nicht mehr fliegen und wäre inzwischen wohl verendet.
Pinker Bussard: Wohl besondere Sprühfarbe verwendet
„Es muss eine Farbe sein, wie sie auch von Geflügelhaltern zum Markieren von Hühnern oder Tauben verwendet wird“, schreiben die Tierschützer in einer Mitteilung.
Auch Paula Ostheimer von der Biostation Bonn/Rhein-Erft ist ein solches Greifvogel-Abwehr-Spray bekannt. Tauben soll es vor Angriffen durch Raubvögel bewahren. Vogelzüchter nutzen es aber auch für verschiedene andere Zwecke, um Vögel zu markieren. So werden etwa bestimmte Hühner aus einer Zucht markiert, um sie von den anderen Hühnern unterscheiden und eindeutig identifizieren zu können, etwa wenn eines der Tiere ein Antibiotikum benötigt oder Ähnliches.
„Und dieses Spray hat eben genau diese pinke Farbe“, hebt Ostheimer von der Biostation hervor. Weswegen sie vermutet, dass es sich wahrscheinlich um ein solches Spray handelt. Beweisen lasse sich dies derzeit jedoch nicht.
Bussard muss gezielt festgehalten und angesprüht worden sein
Sollte ein solches Spray verwendet worden sein, muss der Vogel für die Prozedur eingefangen worden sein. „Den hat sich jemand gegriffen, festgehalten und dann wahrscheinlich eingesprüht“, vermutet Paula Ostheimer.
Das Komitee gegen den Vogelmord e.V. geht noch einen Schritt weiter: „Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass sich der Greifvogel in einen Hühnerstall verflogen hat und dann – statt vom Tierhalter erschlagen zu werden – eingesprüht und wieder freigelassen wurde. Ob es dabei darum ging, das Tier zu bestrafen oder als ‚Wiederholungstäter‘ später wiedererkennen zu können, bleibt offen.“
Was die Gesundheit des Bussards betrifft, konnte vor diesem Hintergrund jedoch Entwarnung gegeben werden. Da die Farbe für den Einsatz an Vögeln entwickelt wurde, ist sie nicht schädlich und sollte das Tier nicht behindern. Mit der bald beginnenden Mauser, bei der Vögel ihr komplettes Gefieder auswechseln, wird der pinke Bussard wohl nach und nach seine natürliche Farbe zurückerlangen.

