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„Tiere in Lebensgefahr“Stadt reagiert auf Vorwürfe von Tierschützern zum Großmarkt Köln

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Am Großmarkt Köln sind erste Abrissarbeiten im Gange.

Am Großmarkt Köln sind erste Abrissarbeiten im Gange.

Bereits im Vorfeld hatten Tierschützer Klage gegen die Stadt eingereicht. Nun reagiert die Stadt auf Vorwürfe.

Die Tierschutzorganisation Peta hat die Stadt Köln dazu aufgefordert, die Abrissarbeiten am Kölner Großmarkt in Raderberg zu stoppen. Die Katzen und viele geschützte Arten, die hier leben, seien durch die Arbeiten „in akuter Lebensgefahr“, erklärte Jana Hoger von Peta in einem offenen Brief vom Dienstag (13. Januar). Die Stadt reagierte am Mittwoch (14. Januar) auf die Vorwürfe und erklärte, es handele sich bislang nicht um städtische Abrissmaßnahmen.

Der Großmarkt hatte am 31. Dezember 2025 endgültig seine Tore geschlossen. Auf dem Gelände in Raderberg mit einer Größe von 115 Hektar soll das Stadtentwicklungsprojekt Parkstadt Süd entstehen. Geplanter Baubeginn ist 2032, bis dahin sollen Gebäude abgerissen und Flächen entsiegelt werden.

Großmarkt Köln Heimat für Katzen und andere Tierarten

Bereits im Vorfeld hatten sich Tierschützer für die Katzen vom Großmarkt eingesetzt. Erst im November gelang es, eine Notunterkunft für die Tiere zu finden. Monatelang hatte man nach geeigneten Räumen für eine Quarantänestation gesucht.

Es ging bei dem Einsatz jedoch nicht nur um die Katzen, die sich auf dem Raderberg über Jahre hinweg unkontrolliert verbreiteten. Auch andere geschützte Tierarten wie Fledermäuse, Mehlschwalben und Zauneidechsen sind auf dem Gelände beheimatet. Eine damals eingereichte Klage hatte jedoch keinen Erfolg. Die Abrissarbeiten begannen dennoch.

„Die Katzen und viele geschützte Arten auf dem Kölner Großmarkt sind nun in akuter Lebensgefahr. Dass mit dem Abriss plötzlich begonnen wurde, ohne sicherzustellen, dass die Tiere gerettet werden konnten, macht fassungslos“, so Hoger weiter. „Wir fordern die Behörden auf, die Abrissarbeiten umgehend zu stoppen, um das Leben der Tiere auf dem Großmarkt zu schützen. Erst wenn die Tiere umgesiedelt und gesichert sind, darf die Stadt die Arbeiten fortsetzen.“

Stadt reagiert auf Vorwürfe von Tierschutzorganisationen

Die Stadt Köln reagierte am Mittwoch (14. Januar) auf die Vorwürfe der Tierschutzorganisationen. Man befinde sich derzeit noch in der Räumungsphase des Geländes. Bei den Abrissarbeiten, die auch mit einem Foto von Peta dokumentiert wurden, handelte es sich den Angaben zufolge um private Maßnahmen einer Firma.

„In einem Fall legt eine Firma ihren ca. 80 Quadratmeter großen Verkaufsstand auf dem Gelände des Außenmarktes in Eigenregie nieder. Es handelt sich hierbei nicht um städtische Abrissmaßnahmen“, erklärte eine Pressesprecherin. Für dieses Objekt hätten keine Hinweise auf Besiedlung durch verwilderte Katzen vorgelegen.

Weiter Meldungen über schlimme Zustände am Großmarkt Köln

Peta erreichten eigenen Angaben zufolge regelmäßig Whistleblower-Meldungen zu heimatlosen Katzen. Es wurde von Tieren berichtet, die unter „entzündeten Augen, entzündeten Krallen“ sowie „extremem Floh- und Wurmbefall“ leiden. Dies werde „gesehen, aber einfach ignoriert“.

In einem anderen Fall sei eine stark abgemagerte, schwangere Katze gemeldet worden, in deren Umfeld alle Tiere unter Katzenschnupfen litten. Auch von einer jungen Katze „mit einem massiven Hornhautgeschwür“ wurde berichtet. „Erhalten die Tiere keine medizinische Versorgung, sterben viele von ihnen qualvoll“, so Peta.

Stadt unterstützt Tierschützer bei Rettungsmaßnahmen am Kölner Großmarkt

Auch zu diesen Aussagen nahm die Stadt Köln inzwischen Stellung. Demnach sei den Tierschützenden ausdrücklich die Genehmigung zum Zugang zum versperrten Gelände erteilt worden, mit dem Ziel, weiterhin Katzen einfangen zu können. Die Kosten zur ärztlichen Versorgung der Tiere übernehme die Stadt.

„Die Stadt Köln begrüßt ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement der Katzenschutzinitiativen, dies ist auch allen beteiligten Stellen bekannt“, so die Pressesprecherin der Stadt Köln weiter.

Außerdem sei das Umwelt- und Verbraucherschutzamt in regelmäßigem Austausch mit allen beteiligten Stellen und informiere zum Tier- und Artenschutz, kooperiere im Rahmen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit und verhänge als Untere Naturschutzbehörde erforderliche Auflagen. „Auf diese Weise soll auch das Wohl vor Ort noch verbliebener Straßenkatzen sichergestellt werden.“ (jv)