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PsychotherapieAktionsbündnis will ungedeckelten Zugang zur Therapie erhalten

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Psychologen und Psychotherapeuten protestieren erneute in Berlin, unter dem Motto Wert der Psychotherapie , gegen die Kürzung ihrer Honorare um 4,5 % zum 1. April 2026. / Psychologists and psychotherapists are once again protesting in Berlin under the slogan The Value of Psychotherapy against a 4.5% cut in their fees effective April 1, 2026. Psychotherapeuten protestieren in Berlin *** Psychologists and psychotherapists are once again protesting in Berlin under the slogan The Value of Psychotherapy against a 4.5 cut in their fees effective April 1, 2026 Psychologists and psychotherapists are once again protesting in Berlin under the slogan The Value of Psychotherapy against a 4 5 cut in their fees effective April 1, 2026 Psychotherapists sp2026032623348.jpg

Der Protest gegen die geplanten Kürzungen bei Psychotherapeuten reißt seit dem Frühjahr nicht ab.

Das Aktionsbündnis Psychotherapie kämpft gegen eine Verschlechterung der Versorgung. Wenigstens eine Nachbesserung im Gesetz will man erreichen.

Auf dem Papier ist die Lage glänzend. Überversorgung wird da vielen Gegenden in Deutschland attestiert, wenn man fragt, wie gut die Ausstattung mit Psychotherapeuten denn nun sei. Für Köln meldet die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein beispielsweise einen Wert von 192 Prozent. Das hört sich an, als säßen die ganzen Therapeuten da Däumchen drehend und warteten auf Arbeit in Form von Hilfestellung bei psychischen Erkrankungen. Das Problem: Wer sich Hilfe suchend an eine Praxis wendet, der landet bei überlasteten Therapeuten und auf Wartelisten, die sich weit in die Zukunft strecken. 142 Tag liegen durchschnittlich zwischen Erstgespräch und Therapiebeginn, hat die Bundespsychotherapeutenkammer errechnet.

Zur gesamtgesellschaftlichen Schwierigkeit droht das Ganze zu werden, weil das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz der Bundesregierung sich auf die Zahlen der Überversorgung gründet und auf deren Grundlage Kürzungen plant. Honorarkürzungen, Rückführung in die Budgetierung, Streichung von Zuschlägen, Streichung der Angemessenheitsprüfung. Am Ende bleibt ein Minus und wirtschaftliche Unsicherheit seitens der Therapeuten, aber auch hohe Kosten für die Gesellschaft, warnt zum Beispiel Mark Alcock, psychologischer Psychotherapeut mit Praxis in Bergisch Gladbach bei der Landespressekonferenz „Existenzielle Bedrohung der Psychotherapie in Deutschland“, zu der das Aktionsbündnis Psychotherapie eingeladen hatte.

Zahl der Angsterkrankungen gestiegen

„Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeiten und Krankschreibungen, wer nicht behandelt wird, landet zudem in den Kliniken, was die Kosten deutlich erhöht“, sagt Alcock. Zudem stärke Therapie die Resilienz in Krisenzeiten, sie übe Empathie ein und sei damit als Dienst an der Gesellschaft zu verstehen. Gerade seit der Corona-Pandemie sei die Zahl der Angsterkrankungen und Depressionen gerade bei jungen Menschen stark angestiegen.

Etwas Hoffnung setzen die Vertreterinnen und Vertreter des Aktionsbündnisses auf den Entschließungsantrag der Bundesregierung, sich das Gesetz nach der Sommerpause hinsichtlich der psychotherapeutischen Inhalte nochmal mit Nachbesserungen zu versehen. „Aus unseren Gesprächen mit Politikerinnen und Politikern nehmen wir den Eindruck mit, dass ihnen die Problematik durchaus bewusst ist“, sagt Ronja Nippert vom Aktionsbündnis. Auch eigene Vorschläge für einen Kompromiss hat das Bündnis mitgebracht. „Wenigstens der Zugang zur Behandlung sowie ein Mindestangebot muss entbudgetiert bleiben“, sagt Charleen Henn vom Aktionsbündnis.

Auch die Therapeuten selbst wünschen sich mehr Planungssicherheit, schließlich seien Praxen auch Wirtschaftsunternehmen. Henn sagt: „Wenn ich mich heute selbständig machen will, für die Praxis einen Kredit brauche und der Bank auf dieser unsicheren Gesetzeslage einen Wirtschaftsplan vorlege, dann lacht mich jeder Berater aus dem Geschäftszimmer raus.“