Es gibt sie in vielen verschiedenen Formen, Farben und Größen: Kürbisse. „Wir sind Kürbisverrückt“, heißt es etwa auf der Homepage von Biohof Bursch in Bornheim-Waldorf an der Grenze zum Rhein-Erft-Kreis. Kürbisse sind dort und in anderen Höfen aktuell die Stars in den Auslagen und auf den Ausstellungsflächen.
Kürbis-Künstlerin aus Hürth-Fischenich
Einige haben sogar Augen, Nase und breitgrinsende Mäuler und lachen ihre Betrachter keck aus den Regalen an. „Das ist alles Handarbeit“, erklärt Kürbis-Künstlerin Aneta Thomas. In ihrem Atelier in Hürth-Fischenich gibt sie vielen Kürbissen ein ganz besonderes Aussehen – lustig, finster, kess, mitunter sogar ein bisschen gruselig. Und es ist nicht übertrieben, ihr die Rolle der Trendsetterin zuzuschreiben. Jedes Jahr lässt sie sich neue Besonderheiten einfallen, wie sie die Kürbisse der Thomas-Haenraets -Vertriebs GbR noch schöner und dekorativer gestalten kann. Ihre Kürbis-Kunstwerke sind längst auch national gefragt und können deutschlandweit in vielen Geschäften und Hofläden gekauft werden.
Pyramide und Kürbishaus auf dem Gertrudenhof
Auch auf dem Gertrudenhof in Hürth-Hermülheim führt eigentlich kein Weg an der einen oder anderen lachenden Kürbis-Grimasse vorbei. Insgesamt hat Inhaber Peter Zens in seinem Hofladen und seinem Kürbis-Park mehr als 100.000 Kürbisse dekorativ in Szene gestellt. Kürbisse sind dort sogar zu imposanten Kunstwerken verbaut. Blickfänger sind die rund sieben Meter hohe Kürbispyramide und das Kürbishaus, das von den Gästen längst zum richtigen Fotohotspot auserkoren wurde. „Wir hatten Kürbisse schon vor rund 15 Jahren im Anbau“, berichtet Zens. Damals seien die roten Früchte vom Feld noch ziemlich exotisch gewesen. Zens erinnert sich noch genau an die erste Kürbisausstellung 2020 während der Corona-Pandemie. Die Sortenvielfalt habe danach richtig Fahrt aufgenommen. Im Themenpark und im Hofladen lassen sich auf dem Gertrudenhof Kürbisse heute mit allen Sinnen erleben.
Neue Rezepte und mehr als 100 Sorten
Zens bietet mehr als 100 verschiedene Kürbissorten an. „Etwa ein Drittel der Kürbisse sind essbar“, berichtet er. Der Landwirt kennt die Namen all seiner Kürbisse. Mehr noch: Er weiß, wie sie schmecken. Zusammen mit seinem Team entwickelt er jedes Jahr neue Kürbisrezepte, die am Hof gegessen oder auch getrunken werden können. Neueste Kreationen sind zum Beispiel das Kürbis-Crêpe und der Kürbis-Secco. Ein besonderes Gaumen-Erlebnis ist der Pumpkin Spice Latte – ein Latte Macchiato mit einem Schuss Kürbissirup und einem Sahnehäubchen. Zens' persönlicher Favorit ist der Spaghetti-Kürbis mit Hackfleischsoße aus dem Backofen.
Kulinarisches auf den Krewelshöfen

Kürbis-Doppeldecker in Lohmar.
Copyright: Margret Klose
Doch es lohnt auch ein Blick in die Region. Kürbis-Bratwürste, Kürbis-Schnaps und Kürbis-Pommes können die Besucher unter anderem auf den Krewelshöfen in Lohmar und in Mechernich-Obergartzem probieren. Aktuell dreht sich auch dort alles um die Kürbisse.
160.000 Kürbisse und ein Doppeldecker in Lohmar
„Wir haben hier aktuell etwa 160.000 Kürbisse in Szene gesetzt“, berichtet Max Bieger mit Blick auf den Krewelshof in Lohmar. Mit mindestens genauso vielen Kürbissen haben es die Besucher auch auf dem Krewelshof in Mechernich zu tun. Bieger gehört zur dritten Generation auf den Krewelshöfen. „Wir haben etwa 60 verschiedene Sorten im Anbau“, berichtet er. Eine Besonderheit der Krewelshöfe ist sicherlich die aus Kürbissen geschaffene Kunst, die sich in diesem Jahr in Lohmar ganz dem Thema „Fliegen“ widmet. In Originalgröße gibt es zum Beispiel einen Doppeldecker zu bestaunen.
Kürbis-Dschungel in Mechernich
In Mechernich können die Besucher hingegen durch die bunte Wunderwelt des „Kürbis-Dschungels“ spazieren. Aus Kürbissen geschaffen sind dort unter anderem große Elefanten, Affen und Riesenfliegenpilze zu bestaunen. „Ein Künstler aus der Schweiz baut uns die Gerüste aus Holz und Stahl, an denen wir unsere Kürbisse anschließend befestigen“, erklärt Max Bieger. Der Junior geht davon aus, dass auf den weitläufigen Anbauflächen der Krewelshöfe bis zum Ende des Monats Oktober etwa eine Million Kürbisse geerntet werden.
Öffnungszeiten in den Herbstferien
Der Kürbis-Park im Gertrudenhof ist in den Herbstferien freitags und samstags bis 21.30 Uhr geöffnet. Es wird empfohlen, die Tickets möglichst früh online zu buchen. Die Krewelshöfe in Lohmar und Mechernich haben auch in den Herbstferien täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Die Ausstellungen eröffnen an beiden Standorten jeden Tag um 11 Uhr. Der Biohof Bursch ist von Montag bis Freitag von 8.30 Uhr bis 18.30 Uhr und samstags bis 15 Uhr geöffnet.

