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Saure Stangen sind nachtragendLandwirt aus Bornheim ist zufrieden mit diesjähriger Rhabarberernte

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Landwirt Stefan Grüsgen im Rhabarberfeld. Die Qualität der sauren Stangen beschreibt er als „sehr gut“.

Landwirt Stefan Grüsgen im Rhabarberfeld. Die Qualität der sauren Stangen beschreibt er als „sehr gut“.

Regen und Hagel in der vergangenen Woche machten Stefan Grüsgen aber kurzzeitig Sorgen. Auch hofft er auf Rücksicht von Hunderhaltern. 

Der Rhabarber ist reif: Ähnlich wie im vergangenen Jahr konnte Landwirt Stefan Grüsgen aus Walberberg die ersten sauren Stangen der Saison bereits am 20. März ernten. „Die Qualität ist sogar noch besser als im vergangenen Jahr“, merkt er an.

Die Kulturen sind mehrjährig. Die Trockenheit in den Jahren 2019 und 2020 haben die Stauden nicht verziehen. Im Juli 2021 sei dann auch noch die Flut gekommen, bei der der Rhabarber regelrecht ertrunken sei. „Die Pflanze ist diesbezüglich schon auch nachtragend“, merkt Grüsgen an. Von dem ganzen Wetterstress hätten sie sich auch nicht mehr erholt. „Wir haben den Rhabarber deswegen nach der Trockenheit und dem Starkregen neu pflanzen müssen“, erklärt er. Jetzt seien sie zu richtig kräftigen Stauden herangewachsen.

Folien-Anzucht kann natürliche Ernte des Rhabarbers verlängern

Ein Trugschluss ist es allerdings zu denken, dass der Rhabarber aus der Staude geschnitten wird. „Im Feld werden lediglich die großen Blätter mit dem Messer abgeschnitten“, erklärt der Landwirt. Die Stange selber werde mit einem leichten Dreh quasi aus der Staude „geschraubt“. Normalerweise ist der Rhabarber auch immer erst Mitte bis Ende April reif.

Noch auf dem Feld kommen die Rhabarberstangen in große Kisten.

Noch auf dem Feld kommen die Rhabarberstangen in große Kisten.

Regen und Hagel Das Folien-Management ermöglichst es heutzutage, dass die Ernte vorgezogen und bis zum normalen Erntestart gestreckt werden kann. Schon im Januar hat deswegen auch Grüsgen auf einem Teil seiner Rhabarberfelder Folien in ganz verschiedenen Stärken ausgelegt – mit vielen und wenigen Löchern. Unter der Folie wurde es im Sonnenschein dann schnell frühlingshaft warm und der Rhabarber begann zu wachsen. Die heftigen Böen begleitet von Regen und Hagel in der zurückliegenden Woche haben allerdings auch Grüsgen nachts den Schlaf geraubt.

Ich würde mir wünschen, dass die Hundehalter ihre Vierbeiner jetzt vorsichtshalber an der Leine halten.
Stefan Grüsgen

„Ich hatte Sorgen, die Folien fliegen weg“, erklärt er. Es war noch gar nicht richtig hell, als er aufstand und mit seinem Wagen raus auf die mit Folien eingepackten Felder fuhr, um nach dem Rechten zu gucken. „Aber alles war soweit in Ordnung“, sagt er. Einige Folien habe er vorsichtshalber zusätzlich noch einmal mit Erde erschwert.

Oft passiere es allerdings, dass Hunde über die vom Rhabarber aufgewölbte Folie laufen. „Beim Rennen reißen sie die Folien auf, wenn dann der Wind da reinbläst, reißen die Folien unkontrolliert immer weiter auf“, beschreibt er das Problem.

Noch empfindlicher und auch sehr viel teurer in der Anschaffung seien die Vlies-Bahnen. Unter Vlies wächst auf seiner Anbaufläche zurzeit auch der erste Freilandsalat des Jahres heran. „Ich würde mir wünschen, dass die Hundehalter ihre Vierbeiner jetzt vorsichtshalber an der Leine halten“, sagt er.

Grüsgens Rhabarber ist im Übrigen aktuell auch in regionalen Lebensmittelgeschäften zu bekommen und „Und er schmeckt fantastisch“, kann der Landwirt bereits verkünden. Denn wie jedes Jahr hat seine Frau Annegreth die ersten sauren Stangen des Jahres aus eigenem Anbau in ihrer Küche zu einem köstlichen Rhabarber-Streuselkuchen verarbeitet.