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SondersitzungPolitiker fordert Rücktritt von Eitorfs Bürgermeister Rainer Viehof

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Für Viehof (Mitte) gab es sogar Rücktrittsforderungen, rechts Beigeordnete Prinz-Klein, links Schriftführer Christian Stiel.

Für Viehof (Mitte) gab es sogar Rücktrittsforderungen, rechts Beigeordnete Prinz-Klein, links Schriftführer Christian Stiel.

In einer Sondersitzung gab es heftige Kritik am parteilosen Bürgermeister. Der teilte den Verkauf des Krewelgebäudes an Petz Rewe mit.

Scharfe Kritik, erhebliche Vorwürfe, Angriffe und sogar eine Rücktrittsforderung gab es für Eitorfs Bürgermeister Rainer Viehof in der Sondersitzung des Gemeinderates zu den von der Kommunalaufsicht beanstandeten Beschlüssen in Sachen Krewel. Rund 50 Zuschauer kamen zu der Sondersitzung.

Viehof wies die Vorwürfe aber zurück und betonte: „Ich werde auf keinen Fall zurücktreten!“ Möglicherweise kommt es in Kürze zu einem weiteren Versuch, das zerrüttete Verhältnis zwischen den Fraktionen des Rates und dem parteilosen Bürgermeister wieder herzustellen. Obwohl Viehof zunächst nur im nichtöffentlichen Teil der Sitzung bekannt geben wollte, dass die Krewel-Gebäude inzwischen verkauft wurden, informierte er dann aber doch in öffentlicher Sitzung darüber.

Petz Rewe kauft das Krewelgelände in Eitorf

Nach dem Rückzug von Investor Retzer wurde Krewel an die Petz Rewe GmbH verkauft, die als mittelständisches Unternehmen der Familie Sankt Johanser gehört. Die Gesellschaft betreibt in Eitorf schon zwei Supermärkte, nämlich an der Kurscheids Eck neben der Mosaik-Grundschule sowie im Gewerbegebiet Im Auel. Was die Rewe-Pläne für das Krewel-Areal vorsehen, darüber wurde noch nichts bekannt.

Viele Fragen und Vorwürfe setzte es im Zusammenhang mit dem Verkauf der Krewel-Gebäude an den Bürgermeister und seine Auseinandersetzung mit Investor Oleg Retzer. So meinte Sascha Liene (FDP) zum Beispiel, man könnte Viehof unterstellen, dass er Retzer in eine Falle habe laufen lassen. Von mehreren Ratsmitgliedern wurde vermutet, dass Viehof Einfluss genommen habe in den Krewel-Verkauf. Sie fragten wie Liene nach Dokumentationen, Protokollen und Emails zum Krewel-Verkauf.

Der Eitorfer Rat trat zu einer Sondersitzung zusammen und kritisierte erneut Bürgermeister Viehof im Zusammenhang mit dem Krewel-Verkauf.

Der Eitorfer Rat trat zu einer Sondersitzung zusammen und kritisierte erneut Bürgermeister Viehof im Zusammenhang mit dem Krewel-Verkauf.

Viehof entgegnete, er könne nicht jedes Gespräch protokollieren, und auf seine persönlichen Gespräche habe der Rat ohnehin keinen Zugriff. Daraufhin beantragte Bente Stern (Grüne) Akteneinsicht zu allen Vorgängen um Krewel, ZF und Schoeller. Dietmar Tendler (SPD) wollte zudem wie auch andere Gemeindevertreter wissen, warum gegen Viehof ein Hausverbot ausgesprochen worden war. Der Bürgermeister nannte als einzigen Gund, dass er sich wegen der Gefahr für Kinder und Jugendliche eingesetzt habe, die am Spinnerweg die Bahngleise überquert hätten.

Bürgermeister Rainer Viehof räumt Fehler ein

Der Fraktionschef der Grünen, Jochen Scholz, wurde ganz konkret: „Wie sollen wir Ihnen für die Zukunft vertrauen? Sie haben unsere Beschlüsse manipuliert! Sie behaupten ständig, Sie tun was für Eitorf. Aber das ist nur so, wie Sie es verstehen!“ Das sei ein Unding, schließlich müsse der Rat noch vier Jahre mit Viehof zusammenarbeiten. Scholz: „Sie müssten auf den Gedanken kommen, zurückzutreten!“

Viehof hielt dagegen: „Ich habe nur Ihren Willen umgesetzt, und das bemängeln Sie jetzt! Was wir getan haben, haben wir nach bestem Wissen und Gewissen getan.“ Daraufhin Thomas Welteroth (SPD): „Das ist eine Katastrophe, was Sie hier vorstellen!“

Zum Manipulationsvorwurf von Scholz räumte der Bürgermeister aber auch ein, dass er besser eine Ergänzungsvorlage gemacht hätte. Viehof: „Da ist ein Fehler unterlaufen, dafür entschuldige ich mich!“ CDU-Fraktionsvorsitzende Laura Faßbender sprach von einem Kommunikationsproblem in Sachen Krewel und forderte Viehof auf, sich künftig ein bisschen zurückzunehmen, wenn es um die Entwicklung Eitorfs gehe.

Markus Reisbitzen (CDU) stellte fest, dass es kein „einfach weiter so“ geben dürfe. Die beanstandeten Ratsbeschlüsse wurden übrigens nicht geheilt, sondern von der Tagesordnung abgesetzt und sollen nach der Sommerpause aufgehoben und neu beschlossen werden.