Wir schauen zurück auf prägende Ereignisse dieses Jahres. Die Abwicklung des Arzneimittelherstellers im Sommer gehörte dazu.
Jahresrückblick 2025Endgültiges Aus für Krewel Meuselbach in Eitorf

Der Arzneimittelhersteller Krewel Meuselbach in Eitorf schloss im Sommer endgültig.
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Bereits zum Jahresende 2024 war die Nachricht durchgesickert, im Januar wurde sie zur Gewissheit: Das Eitorfer Traditionsunternehmen Krewel Meuselbach ist endgültig am Ende. Kurz vor Weihnachten waren die Mitarbeitenden darüber informiert worden, dass im Eitorfer Werk der Betrieb zum Sommer 2025 endgültig eingestellt werden sollte.
„Aus dem Nichts“ hätten die Geschäftsführer von Theiss und Krewel das Ende für Eitorf verkündet, es werde ausschließlich im Schwesterwerk in Ilmenau weiter gefertigt, berichtete eine Person aus dem Kreis der Angestellten damals dieser Zeitung.
Noch im November hatte ein neuer Investor einen Funken Hoffnung gebracht. Damals war die Dr. Theiss Naturwaren GmbH in die Firma eingestiegen, die zu diesem Zeitpunkt bereits seit längerem mit finanziellen Problemen kämpfte; im Mai hatte sie Insolvenz angemeldet. Mit dem Tod der Inhaberin Inge Viefhues vor rund 14 Jahren habe der Abstieg begonnen, erinnert sich die Person aus der Mitarbeiterschaft.
Statt in die Lohnproduktion am Eitorfer Standort zu investieren, habe man einen kompletten Geschäftszweig abgestoßen: 2019 wurden die bisher in Eitorf angesiedelten OTC-Geschäfte, also mit rezeptfreien, aber apothekenpflichtigen Medikamenten, verkauft. Danach seien die ersten 35 Mitarbeiter entlassen worden. Besonders schmerzhaft für eine Belegschaft, die sich durch besonderen Zusammenhalt ausgezeichnet habe.
Entscheidung über Kauf des Krewel-Geländes wurde vertagt
Für das Gelände gibt es seitdem etliche Pläne. Die Entscheidung zum Kauf durch die Gemeinde, die im Dezember auf der Tagesordnung des Gemeinderates stand, wurde allerdings zunächst vertagt. Was auf dem traditionsträchtigen Grundstück geschieht, wird sich also erst im Jahr 2026 zeigen.
Beim zweiten scheidenden Großunternehmen, ZF, soll am 31. Dezember 2027 Schluss sein; rund 200 von zuletzt 690 Beschäftigten haben das Werk bereits verlassen, die meisten über ein Altersteilzeitmodell. Nach der veränderten politischen Lage möchte die SPD-Kreistagsfraktion allerdings noch einmal über einen möglichen Fortbestand des Stoßdämpferproduzenten reden. Hintergrund ist der von der Europäischen Kommission angekündigte Abschied vom Verbrenner-Aus.

