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„Wollten alles hinschmeißen“Eitorferinnen sind nach zerstörten Wichtelhäuschen schockiert

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Die Obengenannten sitzen mit versteinerten Gesichtern vor Teilen von Miniatur-Häusern aus Holz, die auf einem Tisch liegen.

Nachdem mühevoll gebastelte Wichtel-Häuschen mutwillig zerstört wurden, fällt es den Schwestern Elke (l.) und Annette Lohmberg schwer, sich für die Reparaturen zu motivieren.

Am Kiki-Erlebnis-Lehrpfad wurde der Wichtelwald nach einer Testphase neu aufgebaut. Nach anfänglicher Ruhe kam es nun zu Vandalismus.

Viel Arbeit steckt in den Häuschen, die Elke und Annette Lohmberg seit Jahren für ihren Wichtelwald gestalten. Doch jetzt fanden die Schwestern das abgerissene Dach der Schule am Hang, das Haus Balder nur noch in Trümmern vor. Die Enttäuschung ist ihnen ins Gesicht geschrieben, als sie vor den Überresten sitzen, und sich fragen, wer dahinter steckt.

Die Schwestern sind inzwischen über die Grenzen von Eitorf bekannt, ihr Wichtelwald ist zu einer Attraktion geworden. Mit den Eigenkreationen am Waldesrand können Kinder in eine fantasievolle Welt eintauchen. Fotos zeigen, wie die Kleinen vor den detailreichen Häuschen stehen und ins Staunen kommen. Jetzt zeugen Kommentare in den sozialen Medien davon, wie fassungslos viele Menschen darüber sind, dass jemand so ein Projekt für Kinder zerstören kann.

Die Lohmbergs stießen bei einem Routinegang auf Schäden

Der Wichtelwald wurde ursprünglich ab März 2025 an einem Rundweg im Mengbachtal nahe Bourauel aufgebaut, musste dann aber aufgrund von versicherungstechnischer Bedenken umziehen. Nun säumt er den Kiki-Erlebnis-Lehrpfad für Kinder Am Keltersberg. „Wir haben uns von Beginn an Sorgen gemacht, dass etwas passieren könnte“, sagt Anette Lohmberg. Der Lehrpfad führt zu einer Hütte, in der sich in der Regel Menschen aufhalten, die nicht mehr im Kindesalter sind. Daher unternahmen die Schwestern im April einen Testlauf mit ein paar Häuschen, bei dem alles gut ging – Vergangenheitsform.

Nahaufnahme der Wichtelschule (vor der Zerstörung)

Die liebevollen Details der Wichtelhäuschen laden Kinder zum Erkunden ein.

Teile der Wichtelschule (nach der Zerstörung)

Die Reparatur der kaputten Wichtelhäuschen ist zeitintensiv.

Am Samstagnachmittag fanden die Eitorferinnen bei einem Kontrollspaziergang Schäden an ihren Wichtel-Stationen. Die beiden nehmen sich nach Möglichkeit mehrfach wöchentlich Zeit, um nach dem Rechten zu sehen, kleine Reparaturen vorzunehmen und neue Häuschen auszustatten. Bei der Routinerunde sollte die Mini-Gaststätte „Zum wilden Hein“ aufgestellt werden. Den Lohmbergs fiel dann aber schnell auf, dass die Waschmaschine im Friseursalon fehlte. An anderer Stelle fehlte eine Leiter, zwei Wichtelstationen (Haus Balder und die Wichtelschule) lagen in Einzelteilen am Hang, zwei weitere Häuschen (Muckibude und Haus Freya) sind verschwunden.

Ein Häusschen „Nussbert“ steht im Moos am Wegesrand.

Die liebevollen Details der Wichtel-Häuschen laden Kinder zum Erkunden ein.

Es habe der Verdacht nahegelegen, dass jemand die Stationen abgerissen und die Hänge hinuntergeworfen habe, schildern die Schwestern. In die dichten Brombeersträucher, in denen die Häuschen gelandet sein könnten, konnten Elke und Anette Lohmberg sich mit kurzen Hosen und offenen Schuhen aber nicht vorwagen. „Elke hat dann das Dach der Wichtelschule auf einem Hang gefunden“, schildert ihre Schwester. Die restlichen Teile seien von jemandem auf einem Baumstamm zusammengelegt worden.

Wunschhaus liegt in Trümmern

Mit Blick auf die Überreste des Häuschens von Wichtel Balder sagt Elke Lohmberg zornig: „Es war das Wunschhaus von einem Vater für sein Kind. Wie arschig kann man sein?!“ Auf dem Baumstamm, auf dem es vormals gestanden hatte, lag nur noch das Namensschild des Hauses. Ob aus Spott von den Verantwortlichen hinterlassen oder als nette Geste von jemand Hilfsbereitem, wissen die Lohmbergs nicht. „Wir sind am Samstag schnell weggegangen, sonst hätten wir noch alles abgebaut“, berichtet Elke Lohmberg: „Wir wollten erstmal alles hinschmeißen.“

Detailaufnahme auf das runde Namensschild „Wichtel Balder“, das auf einem Holztisch liegt

Die Reparatur der kaputten Wichtel-Häuschen ist zeitintensiv.

Die 57-Jährige zeigt eine emotionale Nachricht, in der sie das Tourismusbüro der Gemeinde Eitorf, das die Schwestern beim Wichtelwald unterstützt, noch samstagnachmittags über den Vandalismus informiert hatte. Die Zuständigen reagierten verständnisvoll, ermutigten die Lohmbergs, noch nicht aufzugeben. Die Frauen fühlen sich nach eigenen Angaben wie erstarrt, „als hätte man uns den Boden unter den Füßen weggezogen“. Derzeit falle es schwer, die kaputten Häuschen zu reparieren, der Antrieb habe unter dem Rückschlag gelitten.

Was die beiden motiviere, es noch mal zu versuchen – „vielleicht ein letztes Mal“, wie Elke Lohmberg sagt –, ist, dass sie den Kindern damit eine Freude machen wollen. Außerdem sei das Hobby ein Ausgleich geworden, etwa zu gesundheitlichen Problemen in der Familie.

Viele Menschen zeigen sich betroffen

Den Social-Media-Post zur Zerstörung haben mittlerweile mehr als 26.000 Menschen gesehen, die Instagram-Seite von Elke Lohmberg hatte in den vergangenen 30 Tagen knapp 150.000 Aufrufe. Eine Nutzerin schreibt: „Bitte lasst euch eure tolle Arbeit nicht von irgendwelchen Idioten ruinieren.“ Annette Lohmberg: „Der Zuspruch der Leute gibt uns viel.“ Ihre Schwester fügt hinzu: „Aber die Angst ist größer geworden.“ Das stimme beide aus Selbstschutz pessimistischer.

Wie geht es nun weiter? Eine Installation von Überwachungskameras im Waldstück ist, gerade für Privatpersonen, nicht ohne Weiteres möglich. Der Heimatverein Eitorf kündigte in einem Facebook-Beitrag an, eine Belohnung für Hinweise auszusetzen, die zur Ermittlung des oder der Verantwortlichen beitragen. Die Lohmbergs appellieren an die Besucherinnen und Besucher des Wichtelwaldes, derzeit extra aufmerksam durch die Kurven des Lehrpfades zu gehen. Die erhöhte Aufmerksamkeit schrecke die Verantwortlichen eventuell ab. Aber: Die Eitorferinnen wollen keineswegs zur Selbstjustiz aufrufen, man solle sich nicht in Gefahr begeben.

Die Schwestern wollen in den kommenden Tagen nach den verschollenen Häuschen suchen und die entstandenen Schäden reparieren. „Ich vergreife mich nicht am Zeug von anderen. Diese Mutwilligkeit geht nicht“, betont Elke Lohmberg. „Ich würde den Verantwortlichen gerne erklären, was das für die Kinder und für uns bedeutet“, sie ringt kurz um Fassung, „und was sie da kaputt machen.“