„Viele Menschen vermissen jemanden, mit dem sie sich zwanglos über Alltägliches unterhalten können“, sagt die Projektkoordinatorin.
„Anrufe sollen den Menschen guttun“„Klönzeit“ in Windeck will zwanglose Gespräche gegen Einsamkeit anbieten

Karin Maisel-Höhne ist Ansprechpartnerin für das neue Angebot „Klönzeit – Besuche per Telefon“ vom Verein Seniorenbüro Windeck.
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Das Seniorenbüro Windeck hat in den vergangenen acht Jahren unter dem Vorsitz von Horst Müller und den ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern sowohl regelmäßig stattfindende als auch punktuelle Angebote entwickelt und deutlich ausgeweitet. Der neueste Baustein ist die „Klönzeit“ – nicht zu verwechseln mit dem monatlichen „Klöncafé“.
„Wir sind dabei, für ältere Menschen in Windeck einen telefonischen Besuchsdienst aufzubauen“, berichtet Karin Maisel-Höhne, die mit dem Vorstandskollegen Josef Boers das Projekt koordiniert und leitet. „Viele fühlen sich allein und vermissen jemanden, mit dem sie sich zwanglos über Alltägliches, über dies und das unterhalten können.“ Die Sozialpädagogin war viele Jahre für Senioren tätig und ist jetzt im Ruhestand.
Wir bieten älteren Menschen ein offenes Ohr. Die Anrufe sollen den Menschen guttun.
„Wir sind keine Telefonseelsorge“, betont Maisel-Höhne. Aber: „Wir bieten älteren Menschen ein offenes Ohr. Die Anrufe sollen den Menschen guttun.“ Ihr Kollege Josef Boers war Dezernent für das Gebäude- und Liegenschaftsmanagement der Universität Siegen. Seit 2024 ist er ehrenamtlicher Berater der Freiwilligen-Agentur der Gemeinde Windeck. Im Beruf hatte er täglich mit vielen Menschen zu tun und kann eine Organisation systematisch aufbauen. Nach einer Informationsveranstaltung Anfang August haben sich bereits elf Personen als zukünftige Telefonpatinnen und -paten für eine vorbereitende Schulung am 22. August angemeldet.
Eine Referentin der Freiwilligenagentur der Diakonie An Sieg und Rhein wird sie einführen in die Besonderheit eines Gesprächs am Telefon, auch, wie sie für sich selbst Sorge tragen können, um Ehrenamt und Privatperson zu trennen. „Das Interesse an Menschen, ein offenes Ohr und etwas Zeit in der Woche sind für dieses Ehrenamt wichtig“, sagt Maisel-Höhne.
„In vertrauensvollen Gesprächen bekommen sie Einblick in Lebensgeschichten, Diskretion ist deshalb ein ganz wichtiger Punkt.“ Horst Müller ergänzt: „Für regelmäßige 30- bis 45-minütige Gespräche versuchen unsere Koordinatoren, möglichst passende Patinnen und Paten zu finden, die ‚auf der gleichen Welle funken‘. Vielleicht gibt es gemeinsame Interessen und Vorlieben. Wenn es mal nicht passt, suchen wir eine andere personelle Lösung.“
Angebot der telefonischen „Klönzeit“ in Windeck ist kostenlos und unverbindlich
Das Angebot der „Klönzeit“ ist kostenlos und unverbindlich. Auf Wunsch kann auch Videotelefonie erfolgen. Wer sich damit nicht auskennt, erhält Hilfe vom Seniorenbüro. „Wir beraten Seniorinnen und Senioren generell auch zum Umgang mit dem Mobiltelefon“, sagt Müller, eines der weiteren Angebote des Vereins. Beraten werde nicht in Kursen, Hilfesuchende bekämen Rat von einer Person, die gezielt auf ihre Fragen eingehe. „Wir lassen auch unsere Ehrenamtlichen nicht allein“, betont die Koordinatorin; „es wird einen regelmäßigen Austausch unter fachlicher Begleitung geben.“
Der „Klönzeit“-Flyer mit allen wichtigen Informationen liegt in den Windecker Supermärkten, Banken, Apotheken, Ärzten und in der Gemeindeverwaltung aus. Weitere Informationen gibt es auch im Internet. Die Ansprechpartnerin für Interessierte am Besuchsdienst und für Telefonpatinnen und -paten Karin Maisel-Höhne ist erreichbar unter 0160/4500878 oder per E-Mail an kloenzeit@seniorenbuero-windeck.de.
