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„Frankophil – frankophon“Windecker Sommerabendkonzerte laden wieder ein – Start mit Chansons

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Lioba Grunow erhielt schon mit vier Jahren Gesangsunterricht beim Vater (im Hintergrund). Sie hat Gesang studiert und lebt in Berlin.

Lioba Grunow erhielt schon mit vier Jahren Gesangsunterricht beim Vater (im Hintergrund). Sie hat Gesang studiert und lebt in Berlin.

Vor der Kulisse der Burg Dattenfeld sind die Windecker Sommerabendekonzerte mit einem musikalischen Ausflug nach Frankreich gestartet.

So weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie Ebenholz, diese Beschreibung wird normalerweise Schneewittchen zugeschrieben. Zum Auftakt der Windecker Sommerabendkonzerte, zu denen der ortsansässige Tenor Dr. Hubert Grunow zum nunmehr 22. Mal eingeladen hatte, war es seine Tochter Lioba, die in diesen Farben als Chansonette vor der Kulisse von Burg Dattenfeld brillierte. In die Stadt der Liebe, nach Paris, entführte „Frankophil – frankophon“, so klingt es bei den Nachbarn.

Tenor Dr. Hubert Grunow eröffnet die 22. Windecker Sommerabendkonzert mit einer Reise nach Frankreich.

Tenor Dr. Hubert Grunow eröffnet die 22. Windecker Sommerabendkonzert mit einer Reise nach Frankreich.

Eingeladen hatte Grunow Gesangskolleginnen und Instrumentalisten, die gemeinsam mit der Marseillaise, Frankreichs Nationalhymne, sozusagen über den „Gartenzaun“ auf den deutsch-französischen Abend einstimmten. Der förmlichen Feierlichkeit war damit Genüge getan, Zeit für elektrische Spannung. Wer hätte sich darauf besser verstanden als „Monsieur 100.000 Volt“.  

Begleitung auf dem Akkordeon und Percussions als Herzschlag

Der Gastgeber hatte für sich Gilbert Bécauds wundervolles Chanson „So viele Züge geh'n“, ein Liebeslied aus dem Jahr 1969, ausgewählt und war das Publikum im schönen Park der Burg mit in den Zug nach Frankreich gestiegen, um in Paris auszusteigen. Weil sich dort ohnehin alles um die Liebe dreht, war es Zeit für Edith Piaf, Zeit für Lioba Grunow im blutroten Abendkleid. Die 35-Jährige hat populäre Musik und Musical (New York Film Academy) studiert. „Padam, padam“, verfolgt die Melodie des Herzschlags sie mit seinem Walzertakt Tag und Nacht. Dramatik und ganz große Gefühle inszenierte sie zum voluminösen Stimmumfang perfekt. Alexander Pankow begleitet mit dem Akkordeon und Jürgen Militzer an den Percussions mit dem Herzschlag. Das Publikum ist hingerissen.

Mezzosopranistin Susanna Frank ließ sich zum 1937 komponierten, vielfach interpretieren und durch die Sängerin Dalida sehr berühmt geworden „J‘Attendrai“ von allen Instrumentalisten begleiten. Seit 26 Jahren ist Hansmartin Kleine-Horst der Künstler am Klavier bei Grunows Konzerten, auch Carola Pinder ist seit vielen Jahren oftmals mit Harfenspiel dabei. Franks Stimme entführte in die Welt der Oper. Dort fühlt sich auch Grunows Gesangsschülerin Anne Camp-Dirks (Mezzo) zuhause. Aus Glucks Oper Orpheus und Eurydike trug sie „J'ai perdu mon Eurydice“ vor.

Zu besonders bekannten Evergreens war das Publikum zum Mitsingen eingeladen, um gemeinsam hinter die Kulissen von Paris zu schauen, ins Maxim zu gehen oder mit über die Champs-Élysées oder ins Vergnügungsviertel am Place de Pigalle zu wandeln. Vater und Tochter ließen die Rosen erblühen, Lioba mit Piafs „La vie en rose“ und Hubert mit Becauds „L’important c’est la rose“. Mit reichlich Applaus und Zugaben klang ein lustvoller Abend aus.


Weitere Windecker Sommerabendkonzerte:

Uss d’m Miljöh, Ostermannlieder: Zucker für die rheinische Seele, Sonntag, 26. Juli, 18 Uhr, Verabschiedungshalle Friedhof im Siegbogen in Rosbach.

Potpourri – Hör- und mitsingbare Songs und Schlager, Sonntag, 2. August, 18 Uhr, Wilhelmshöhe, Rossel (bei Regen in der Reithalle nebenan)