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Großes HeupferdHeupferde sind oft zu beobachten

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Das Weibchen des Großen Heupferds wird bis zu vier Zentimetern lang.

Rhein-Sieg-Kreis – Nicht alles, was im Baum sitzt und singt, ist ein Vogel. „Auch die Männchen der Großen Heupferde suchen gern höher gelegene Plätze auf, um dort lautstark um Weibchen zu werben“, sagt Holger Sticht, Vorsitzender des Bündnis Heideterrasse und NRW-Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Allerdings ist es genau genommen kein Gesang, den die Heupferde vom Nachmittag bis in die Nachtstunden erklingen lassen. „Heupferde stridulieren“, sagt Sticht. „Dafür reiben sie ihre Vorderflügel aneinander.“

Das Große Heupferd, auch Grünes Heupferd oder wissenschaftlich Tettigonia viridissima genannt, zählt zu den größten, auffälligsten und zugleich häufigsten Heuschreckenarten in der Region. Die Weibchen werden bis zu vier Zentimeter lang, die Männchen sind etwas kürzer. Beide Geschlechter besitzen sechs Beine, von denen das hintere Paar zu kräftigen Sprungbeinen ausgebildet ist, sowie vier lange Flügel.

Die Insekten sind einheitlich grün (selten gelblich) gefärbt und haben auf dem Rücken eine feine braune Linie. „Durch diese Färbung sind die Tiere gut getarnt und man sieht sie in der Regel nur, wenn man gezielt danach sucht – zum Beispiel in Brombeerbüschen“, sagt Sticht Heupferde bewegen sich krabbelnd und hüpfend fort. „Sie können aber auch gut fliegen“, sagt Holger Sticht.

Männchen und Weibchen seien gut zu unterscheiden. „Die Männchen haben auf den Vorderflügeln Stridulationsorgane: Felder, die auch mit bloßem Auge zu erkennen sind.“ Die Weibchen besitzen am Hinterleib eine Legeröhre. „Damit legen sie Hunderte Eier in den Boden“, erklärt Sticht und betont, der „Stachel“ sei keine Waffe: „Heupferde sind völlig ungefährlich.“ Sie ernähren sich vor allem von anderen Insekten, verschiedene Kräuter sind Beikost.

Anpassungsfähig

Heupferde gelten als relativ anpassungsfähig. Sie benötigen zwar grundsätzlich trockene und warme Standorte, sind aber nicht so wärmebedüftig wie die an dieser Stelle bereits vorgestellten Weinhähnchen. Im Rhein-Sieg-Kreis sind sie flächendeckend zu beobachten. „Heupferde mögen auch Gärten“, so Sticht. „Sie kommen aber in der Regel nicht ins Haus.“ Hüpfer, die durchs offene Fenster springen, seien in der Regel Eichenschrecken. „Die sehen zwar aus wie kleine Heupferde, sind aber nur entfernt verwandt.“ Große Heupferde mögen indes offene Lebensräume mit einer mindestens 30 Zentimeter hohen Vegetation. Wälder sind nicht ihr Fall.

Fertig entwickelte Heupferde sind erst ab Mitte Juli bis zum ersten Kälteeinbruch im Herbst zu beobachten. „Die Eier, die die Weibchen im Hochsommer legen, bleiben mindestens eineinhalb Jahre im Boden“, erklärt der Naturschützer. Die grünen Larven, die im Frühling schlüpfen, durchlaufen sieben Stadien. Nach der letzten Häutung kommt das fertige Insekt, genannt Imago, zum Vorschein.

Große Heupferde gehören zu den Laubheuschrecken. Nah verwandt sind Zwitscherheupferde (auch Zwitscherschrecken genannt), die aber viel seltener und auf Gebirgs- und Mittelgebirgslagen spezialisiert sind. Auch im Kreis kommen sie stellenweise vor. Sticht erklärt: „Diese Art ist etwas kleiner als das Große Heupferd und singt höher.“ Fliegen gehört nicht zu ihren Stärken.