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Kommentar

Landrat sollte Hangelar-Disput aufklären
„Kungelei juristisch nicht relevant, moralisch sehr wohl“

Ein Kommentar von
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Landrat Sebastian Schuster im Gespräch mit der Redaktionsleitung.

Landrat Sebastian Schuster im Gespräch mit der Redaktionsleitung.

Es mag mit wirtschaftlichen Bedenken angefangen haben, doch der Disput um das Grundstück in Hangelar geht inzwischen weit darüber hinaus.

Dass die Diskussion um einen möglichen Kauf des Grundstücks am Flugplatz Hangelar durch die Flughafengessellschaft (FGH) ein solches Politikum wird, hätte vermieden werden können. Ja, es macht zunächst den Eindruck, dass es hier um eine rein wirtschaftliche Entscheidung geht.

Die simple Frage ist: Hat die Flugplatzgesellschaft Interesse daran, das Grundstück mit Flugzeugwerft zu erwerben, wenn die aktuellen Eigentümer verkaufen?

Berufung auf wirtschaftliche Bedenken reicht nicht aus

Offenbar hat sie das, denn von einem Ankaufsrecht wird Gebrauch gemacht. So einfach hätte es sein können. Doch was vor der Abstimmung über das Ankaufsrecht passierte, und was jetzt weiter die Öffentlichkeit beschäftigt, entfernt sich weit von rein wirtschaftlichen Beweggründen.  Da hilft es auch nicht, dass Landrat Sebastian Schuster sich wiederholt auf genau diese Bedenken beruft.

Es steht der Verdacht im Raum, dass einem CDU-Parteifreund und Parteispender der Weg zu Verhandlungen mit den Eigentümern freigemacht werden sollte. Da spielt Wirtschaft erst einmal eine untergeordnete Rolle. Diese Art von Kungelei wäre juristisch noch nicht relevant, moralisch aber sehr wohl. Sebastian Schuster steht deswegen in der Kritik. Fest steht: Der Verdacht gegen ihn ist nicht bewiesen.

Dennoch muss Sebastian Schuster auf die offenen Fragen adäquat antworten. Mit Transparenz und Integrität, die seines Amtes würdig sind. Maßgeblich sind in der Öffentlichkeit die moralischen Bedenken: wenn nämlich der Eindruck entsteht, dass hier unter Parteifreunden Gefälligkeiten ausgetauscht werden. Wenn der Landrat diesen Eindruck zweifelsfrei ausräumen kann, sollte er dies tun. Sonst nimmt sein Amt Schaden.