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Anlagen geplantBei Infoveranstaltung zu Windrädern in Hennef drohte Fragerunde zu eskalieren

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Dunkle Gewitterwolken ziehen am späten Abend über einen Windenergiepark. (Symbolbild)

Das Thema Windkraft ist für einige Menschen emotional aufgeladen. (Symbolbild)

Obwohl die Vorteile von Windkraft gegenüber fossilen Brennstoffen erläutert wurde, zeigten sich Teilnehmende verärgert über das Bauvorhaben.

In Hennef könnten in den kommenden Jahren mehrere Windräder gebaut werden. Im Regionalplan der Bezirksregierung Köln, der Ende 2025 verabschiedet wurde, wurden mehrere geeignete Flächen ausgewiesen. Die Stadt Hennef hat auf die Pläne keinen Einfluss. Dennoch informierten Vertreterinnen und Vertreter der Stadt mit Thomas Blech vom Energieunternehmen Notus Energy über das Vorhaben.

Zunächst machte Johannes Oppermann vom Umweltamt der Stadt Hennef die Zuhörenden auf die Notwendigkeit von Windkraftanlagen aufmerksam – denn der Zusammenhang zwischen 36 Grad Außentemperatur und dem Klimawandel war nicht jedem im Saal geläufig. „Es wird immer heißer, Dürren und Starkregenereignisse nehmen zu. Es gibt gute Gründe, von fossilen Brennstoffen wegzukommen.“ In diesem Zusammenhang zeigte er ein Diagramm mit dem Energiebedarf in Hennef, der über die vergangenen Jahre zunahm.

Obwohl die Stadt Hennef keinen Einfluss auf die Pläne hat, informierte sie die Bürgerinnen und Bürger über das Vorhaben.

Obwohl die Stadt Hennef keinen Einfluss auf die Pläne hat, informierte sie die Bürgerinnen und Bürger über das Vorhaben.

„Der Strombedarf wird weiter steigen und Windkraft ist die billigste Form der Energiegewinnung. Wenn Sie jemals Gelegenheit haben, in einen Tagebau zu schauen, machen Sie es. Den zu rekultivieren, dauert Jahre. Ein Windrad ist dagegen in vier Wochen demontiert“, erklärte er. Zugleich ging er auf die offensichtlichsten Nachteile ein: „Wenn kein Wind weht, gibt es keinen Strom. Dazu braucht man Speicherkapazitäten. Zudem stehen die Windräder in der Landschaft herum, das findet nicht jeder schön.“

Stadt Hennef hat keinen Einfluss auf Pläne zum Bau von Windrädern

Oppermann zeigte eine Karte des südlichen Nordrhein-Westfalens, auf der die Standorte bestehender Windkraftanlagen verzeichnet sind. Um das Rheinland und insbesondere Hennef ergibt sich eine auffällige Aussparung: „Wir liegen hier im tiefsten Binnenland und haben deswegen verhältnismäßig wenig Wind. Zugleich gibt es viel Siedlungsraum im Rheinland, wodurch der Abstand zu Siedlungen nicht eingehalten werden kann.“

Genau aus diesem Grund hat die Stadt Hennef keinen Einfluss auf die Pläne. „Der Gesetzgeber hat 2023 festgestellt, dass nach den bisherigen Regelungen zu wenig Windenergieflächen entstehen. Deswegen fallen sie nun unter das Bundesimmissionsschutzgesetz“, sagte Gertraud Wittmer vom Stadtplanungs- und Stadtentwicklungsamt.

Wo Windräder aufgestellt werden können, lege allein das Land beziehungsweise die Bezirksregierung Köln fest – es sei denn, die Stadt Hennef stelle zusätzliche Flächen zur Verfügung. „Es ist festgeschrieben, dass 1,8 Prozent der Fläche in Nordrhein-Westfalen für Windräder zur Verfügung stehen müssen.“ Das entspricht 15.682 Hektar. Die Betreiber können eine Anlange nun selbst beim Rhein-Sieg-Kreis beantragen.

Windpark soll etwa 55 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erzeugen

Bauen möchte die Anlagen die Firma Notus Energy. Sie ist in 13 Ländern tätig und hat eine Zweigstelle in Köln. Projektleiter Thomas Blech erwies sich als ortskundig und erklärte, wo die Windräder stehen könnten und wie hoch sie werden würden, sollten sie genehmigt werden: In Frage komme eine Fläche an der Römerstraße nördlich von Oberhalberg und östlich von Stockum in Ruppichteroth, also der Nutscheid. Ein kleineres Gebiet komme außerdem auf der Ackerflur zwischen Attenberg und Mittelscheid in Betracht, insgesamt umfassten die Gebiete 30,5 Hektar. Viel größere Flächen sind in Eitorf ausgewiesen.

„Das vorgesehene Modell hat eine Nabenhöhe von bis zu 179 Metern und einen Rotordurchmesser von 175 Metern. Es ergibt sich also eine Höhe von 250 bis 266 Meter“, sagte Blech. Entstehen würden sie bevorzugt auf sogenannten Kalamitätsflächen, also dort, wo Trockenheit und Borkenkäfer bereits größere Waldgebiete zerstört haben.

„An der Römerstraße können nicht mehr als drei Anlagen gebaut werden, sonst nehmen sie sich gegenseitig den Wind weg. Bei Mittelscheid ist Platz für eine einzige Anlage.“ Der gesamte Windpark erzeuge etwa 55 Millionen Kilowattstunden pro Jahr, genug für alle Haushalte der Stadt Hennef. Diese wiederum könnte durch eine Vergütung einen Anteil von 130.000 Euro im Jahr erhalten.

Vor Baubeginn müssen noch einige Gutachten eingeholt werden

Blech betonte, das Planungsverfahren stecke in einem frühen Stadium. „Bis zu einem Antrag müssen noch viele Gutachten eingeholt werden. Die Planung dauert mindestens bis 2028, sodass wir frühestens 2029 mit dem Bau beginnen könnten.“ Das Genehmigungsverfahren erstrecke sich auf 1330 Seiten.

Dazu seien eine Menge Auflagen zu beachten: Unter anderem müsse der Abstand 700 Meter zu Siedlungen betragen, zu einzelnen Häusern 500 Meter und zu Naturschutzgebieten 75 Meter. Der Schattenwurf auf Wohnbebauung dürfe maximal 30 Minuten pro Tag und 30 Stunden pro Jahr betragen. „Ein Schattenmodul garantiert das Einhalten der Grenzwerte. Die Anlagen sind hochsensibel und schalten sich automatisch ab.“ Die Rotoren seien matt bestrichen und reflektierten nicht.

Anwesende zweifelten den menschengemachten Klimawandel an

Welche Schallschutzwerte eingehalten werden müssten, hänge von der Art des Wohngebiets ab. Die Grenzwerte würden ebenfalls berücksichtigt. „Die rote Flugwarnleuchte geht nur bei Bedarf an, in Einflugschneisen dürfen Windräder ohnehin nicht gebaut werden.“ Weitere Auflagen gebe es zum Schutz von Tieren und Pflanzen, vor Blitzen und Bränden. „Die Anlagen werden komplett wieder abgebaut, dafür wird der letzte Krümel Beton aus dem Boden geholt. Die Kosten von etwa 200.000 Euro sind mit eingeplant“, versicherte Blech. Die Dauer eines Windrads sei auf etwa 25 Jahre angelegt.

Im Anschluss an den Vortrag durften die Anwesenden Fragen stellen. Einige nutzten das für eine Generalabrechnung mit der Windenergie. Sie erklärten Windräder pauschal für gefährlich, fühlten sich durch die Anlagen „entmenschlicht und entrechtet“ und stellten den menschengemachten Klimawandel in Frage. Bürgermeister Mario Dahm griff mehrfach ein, um die Fragerunde nicht zu einer Debatte werden zu lassen. Dem Vorwurf eines Stockumer Bürgers, der sich beklagte, dass nachfolgende Generationen unter dem Windrad leiden würden, entgegnete er: „Nachfolgende Generationen leiden vor allem, wenn wir nichts gegen den Klimawandel tun.“

Weitere Infos teilt die Stadt Hennef im Internet mit: https://www.hennef.de/faq-windkraftanlagen/