Rund 60 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Wasserwacht, Rettungsdienst und Polizei bergen das Boot und suchen nach dem vermeintlich im Fluss verschollenen Fahrer.
Gekentert und abgehauenKanufahrer lässt Boot in Hennef in der Bröl zurück und löst Großeinsatz aus

Feuerwehrleute stiegen ins eiskalte Wasser der Bröl, um den Kanadier zu bergen, der unter einem Baum eingeklemmt war.
Copyright: Ralf Rohrmoser-von Glasow
Ein Kanu, das kieloben unter einem quer liegenden Baum in der Bröl eingeklemmt war, hat am Samstag (17. Januar) einen Großeinsatz von Feuerwehr, Wasserwacht, Rettungsdienst und Polizei ausgelöst. Doch ein Anruf löste nicht nur die Situation auf, sondern auch Kopfschütteln bei den Rettern aus.
Zwei jugendliche Mountainbiker waren gegen 15.45 Uhr am Ausgang des Derenbachtals unterwegs. Im Wasser der Bröl entdeckten sie den Kanadier, von dem nur noch der Kiel zu sehen war. Da sie nicht sicher waren, ob sich jemand in dem Boot befand, riefen sie die Feuerwehr an. Zur Wasser- und Eisrettung rückten 14 Fahrzeuge, einige mit Bootsanhänger, zu der Einsatzstelle aus.

Die Kreisstraße 17 war für die zahlreichen Rettungsfahrzeuge zeitweise gesperrt.
Copyright: Ralf Rohrmoser-von Glasow
Auch der Rettungshubschrauber Christoph Rheinland flog zur Unterstützung ins Bröltal. Zwei Feuerwehrleute stiegen mit speziellen Überlebensanzügen in den eiskalten, schnell fließenden Bach, gesichert durch Seile. Sie hoben das Kanu an und stellten schnell fest, dass niemand mehr darin saß. Unterstützt von anderen Kräften am Ufer zogen sie es an Land.
In dem Kanadier fand sich an der Bordwand eine Handynummer
Noch im Wasser fanden sie an der inneren Bordwand eine Handynummer eines Mannes aus Lüdinghausen im Kreis Coesfeld. Sofort rief ein anderer Feuerwehrmann dort an und erreichte direkt den Besitzer des Kanadiers. Der erzählte ihm, dass er am Tag zuvor gekentert sei und das Boot allein nicht selber habe bergen können. Er wollte das am Sonntag mit Freunden machen. Ob er jemand hätte Bescheid geben sollen, fragte er.
Die Polizei ließ das Kanu sicherstellen, ein Feuerwehrfahrzeug transportierte es zur Wache. Die Kreisstraße 17 ins Derenbachtal blieb zeitweise komplett gesperrt. Christoph Rheinland flog noch ein Stück die Bröl hinauf, bis die Entwarnung nach dem Telefonat kam.
