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Grundschule-Aktion Kika-Star Tom Lehel machte in Hennef Kinder gegen Mobbing stark

Der Schattenriss eines Mannes steht vor einem gezeichneten Monster, das große Krallen, viele Zähne und aufgerissene, geäderte Augen hat.

Tom Lehel hat in der Grundschule Gartenstraße in Hennef das Programm „Wir wollen mobbingfrei“ von „wir helfen“ gespielt.

TV-Star Tom Lehel informierte an Hennefer Grundschulen Dritt- und Viertklässler über Mobbing.

„Ich bin Rapper von Beruf, ich bin Künstler“, erklärte Tom Lehel den Dritt- und Viertklässlern der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Gartenstraße. „Ich bin extra für euch heute um 5.30 Uhr aufgestanden. Sonst wird es eher 12 Uhr.“ Und schon hatte er die Kinder für sich eingenommen.

Der TV-Star, der besonders von Kika-Kanal bekannt ist, hatte seinen Schulevent „Wir wollen mobbingfrei!“ mitgebracht. Neben der Gartenstraße lief die Veranstaltung in der GGS Siegtal, der Regenbogenschule Happerschoß und der katholischen Grundschule Wehrstraße.

„Habt ihr Bock?“, rief Lehel in die Runde, bis ihm das „Ja“ laut genug war. „Spring hoch“, rappte er, und die gesamte Versammlung, inklusive der Lehrerinnen und Lehrer geriet in stampfende Bewegung. Solchermaßen wach gemacht, ließ sich der Moderator die Frage beantworten: „Was ist eigentlich Mobbing?“

Tom Lehel war selber acht Jahre lang ein Opfer von Mobbing

Die Schülerinnen und Schüler waren ziemlich kundig: „Wenn man jemand schlägt“, meinte Ali. Adriana ergänzte: „Wenn mehrere um jemand herum stehen und drohen.“ Und Zoe sagte: Wenn jemand gezwungen wird.“ Gute Antworten, wie Lehel fand.

Doch erstmal wollte er es abgrenzen zum Hänseln. „Du siehst aus wie eine geplatzte Klobürste“, das sei noch kein Mobbing. Oder: Meine Haare sind viel schöner als deine.“ Er lieferte die Definition gleich mit: „Es ist die systematische Erniedrigung einer Person über einen längeren Zeitraum.“ Mobber erniedrigten, wüssten über ihr Opfer Bescheid, machen es immer wieder, mindestens sechs Monate lang. Das führe dazu, dass die Gemobbten keinen Bock mehr auf Schule hätten, Ausreden und Lügen erfänden, krank würden.

Jeder ist richtig, wie er ist.
Tom Lehel, Kika

Dabei betonte der Künstler: „Jeder ist richtig, wie er ist!“ Seine Botschaften kamen auch deshalb so gut an, weil er erzählte, selbst Opfer gewesen zu sein – acht Jahre lang. Er hat darüber ein Buch geschrieben, aus dem er vorlas. Er erzählte auch von den Strukturen. Meist gebe es einen Hauptmobber und die Beobachter. „Die Beobachter sind die allerwichtigsten, manche sagen, „interessiert mich nicht“, dann gibt es die, die einschreiten, und als drittes die Unterstützer.“

Ein Mann mit einem Mikrofon in der Hand gestikuliert. Er trägt ein T-Shirt und eine Sonnenbrille mit roten Gläsern oben auf der Stirn. Seine Haare stehen borstig ab, er steht vor einem runden Schild mit der Aufschrift „Wir wollen mobbingfrei“.

Tom Lehel informierte die Kinder über Mobbing und was man dagegen unternehmen kann. 

Wer die denn sind, fanden wieder alle gemeinsam raus. „Es sind alle, und ihr seid die Experten“, fasste Lehel zusammen. Und nur gemeinsam könne das Monster Mobbing gestoppt werden. Er holte eine hässliche Figur im Käfig hinter der Leinwand hervor: „Ich weiß, er stinkt und ist eklig, weiß genau, was er will. Ich möchte euch stark machen dagegen.“

Aktion in Hennef:  Viele Kinder sind vertraut mit TikTok und Instagram

Die nächste Fragerunde suchte nach Methoden gegen solche Situation, und zwar ohne Gewalt und blöde Sprüche. „Stop aufhören“, schlug Ben vor, oder Lotta: „Lasst mich in Ruhe.“ Doch das würde die Mobber nicht abhalten, versicherte Lehel. Schulbegleiterin Karin Schatz zerschlug den Knoten: „Hilfe holen.“ Denn in einer Schule sind Türen, dahinter Klassen, in denen Lehrerinnen arbeiten.

Der TV-Star, der schon mit Stefanie Heinzmann einen Song gegen Mobbing gesungen hat, ging anschließend auf Handys, Tablets und soziale Medien ein. Schulleiterin Dagmar Kern war überrascht, wie viele der Kinder vertraut sind mit Instagram und Tiktok. Eindringlich machte Lehel klar, dass ein gepostetes blödes Bild bis ins Berufsleben hinwirken kann, selbst ein Like auf ein Video Auswirkungen hat. Wichtig sei der respektvolle Umgang miteinander.

Zum Schluss verteilte er noch Autogrammkarten. „Das war zeitgemäß und hat die Kinder spielerisch abgeholt“, sagte Schulsekretärin Silvia Höngesberg. Sie war begeistert von der Aktion, die im Rahmen von „Wir helfen“ stattfand.