In Hennef wurde der Weltkindertag gefeiert - Kinder und Jugendliche konnten auch ihre Wünsche für die Stadt einbringen.
WeltkindertagDas wünschen sich Kinder und Jugendliche in Hennef

In Hennef wurde der Weltkindertag am 20. September gefeiert - mit Stationen zum Mitmachen und Mitbestimmen.
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Mitten im Stadtfest-Trubel stand der Hennefer Willy-Brandt-Platz am 20. September ganz im Zeichen der Kinder. Kitas, diverse Vereine, Beratungsstellen und viele Initiativen geben Kindern heute die Möglichkeit, selbst ihre Wünsche einzubringen oder mit verschiedenen Spiel- und Bastelstationen Spaß zu haben. „Eigentlich müsste jeden Tag Weltkindertag sein – für viele, die heute hier sind, ist das so“ begrüßt Bürgermeister Mario Dahm alle Gäste und Mitwirkenden. „Gerade wenn man Kind ist, ist es oft gar nicht so einfach, dass man seine Rechte und Bedürfnisse auch durchsetzen kann. Da sind auch wir Erwachsenen gefordert.“
Mehr Spielplätze und ein Freibad
Ida (9) und Luca Cenk (13) wollen das ändern. Beide engagieren sich im Jungen Parlament in Hennef. „Für Hennef ist mir wichtig, dass wir Jugendliche mehr unterstützt werden und unsere Meinung gehört wird“, sagt Luca Cenk. „Zur Zeit dreht sich alles um Renten. Ich würde mir wünschen, dass man auch uns in Entscheidungen mit einbezieht.“ Ida würde sich für Hennef mehr Spielplätze und ein Freibad wünschen, „und auch, dass wir mehr beachtet werden. Wir werden kaum gefragt, aber wir wohnen hier ja auch, deswegen muss man uns auch respektieren.“

Ida (9), Luca Cenk (13) und Tim Grote, stellvertretender Sprecher des Jungen Parlaments
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Carla Spans ist Sprecherin des Jungen Parlaments und engagiert sich hier bereits seit vier Jahren. „Kinder haben so viele Rechte, die noch gar nicht im Grundgesetz stehen. Das muss in Zukunft auf jeden Fall passieren – und darauf können wir am Weltkindertag aufmerksam machen“, sagt die 17-Jährige. In Hennef werde schon viel für den Kinderschutz und Präventionsarbeit geleistet, „es wäre aber auch cool, noch mehr geschützte Räume für Jugendliche zu haben. Wir haben den Jugendpark, aber da fehlt es manchmal an Sicherheit.“ Das Stadtfest möchte sie auch dafür nutzen, um mehr Kinder und Jugendliche dazu zu ermutigen, sich zu engagieren.

Carla Spans (17), Sprecherin des jungen Parlaments.
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Das junge Parlament ist in Hennef unter anderem in verschiedenen Ausschüssen mit vertreten und trifft sich einmal im Monat für verschiedene Projekte. Auf dem Weltkindertag sammeln sie auch an einem Baum Ideen von Kindern und Jugendlichen zu der Frage, „Was würde ich an Hennef verändern, wenn ich Bürgermeister oder Bürgermeisterin wäre?“ Hier steht unter anderem „eine Eisbahn“, „mehr Sprühfläche für Kinder und Jugendliche“, „ein richtiger Fußballplatz“ und „eine Fahrradstraße“. Eine Kinderjury aus dem Jungen Parlament bewertet am Ende des Tages die Angebote aller Träger.
Beispielsweise gibt es einen kleinen Mut-Parcours, eine Station für Riesen-Seifenblasen und verschiedene Mal- und Bastelstationen. „Starke Kinder - Starke Zukunft“ ist das Motto des diesjährigen Weltkindertages. „Starke Kinder entstehen dort, wo wir ihnen Schutz, Bildung und echte Beteiligung ermöglichen“, sagt Miriam Overath vom Hennefer Amt für Kinder, Jugend und Familie. „Freie Träger und zahlreiche weitere Einrichtungen leisten dazu einen unverzichtbaren Beitrag.“

Miriam Overath vom Amt für Kinder, Jugend und Familie und Bürgermeister Mario Dahm.
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Vertreten ist unter anderem auch die Familienberatungsstelle der Stadt Hennef. „Vielen ist es immer noch nicht bekannt, dass sich Kinder und Jugendliche bei uns auch anonym, ohne Kenntnis der Eltern beraten lassen können“, sagt Julia Petzold. Niedrigschwellig können Jugendliche sich auch per Whatsapp beraten lassen, unter der Telefonnummer 0171/5360546.
Dass Kinder und Jugendliche Hilfe benötigen, habe zugenommen, beobachtet Julia Petzold: „Vor allem nach der Coronazeit haben wir einen Anstieg an Jugedberatungen festgestellt, weil die Nachwirkungen deutlich zu spüren waren.“ Besonders häufig kommen Jugendliche mit starken Ängsten oder Mobbingerfahrungen zur Beratungsstelle, auch queere Themen, Identitätsfindung oder Probleme in der Familie spielen eine große Rolle. „Wenn es notwendig ist, führen wir auch Gespräche gemeinsam mit den Eltern“, erklärt Petzold.
