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MahnwacheMenschen in Königswinter setzen Zeichen gegen Krieg in der Ukraine

Lesezeit 3 Minuten
Eine Frau hat die blau-gelbe ukrainische Flagge umgehangen. Auf dem Boden stehen Windlichter. Im Hintergrund halten Menschen eine ukrainische Flagge mit dem Peace-Zeichen.

Mahnwache: Ein Jahr nach Kriegsbeginn gedachten die Menschen im Haus Bachem in der Altstadt der Opfer in der Ukraine.

Etwa 70 bis 80 Menschen, darunter einige Geflüchtete, nahmen an einer Mahnwache in Königswinter teil. Bürgermeister Lutz Wagner würdigte das Engagement der Bürger.

„Ein furchtbares Jahr für die Menschen in der Ukraine und düstere Tage für Frieden, Freiheit und Demokratie in ganz Europa liegen hinter uns.“ Das sagte Königswinters Bürgermeister Lutz Wagner am Freitag bei einer Mahnwache „Für Frieden und Freiheit für die Ukraine“ in der Altstadt. Zum Jahrestag des Angriffs Russlands auf die Ukraine versammelten sich 70 bis 80 Menschen, darunter einige Geflüchtete, aber auch Bürger, die Flüchtlinge aufgenommen haben.

Wegen des Regens fand die Mahnwache zunächst nicht auf dem Marktplatz, sondern im Haus Bachem statt. Lutz Wagner sprach von einem „Zeichen für Frieden, gegen Gewalt und für Solidarität mit den Menschen in der Ukraine“. Die Mahnwache sei zugleich „Zeichen der Unterstützung für die Menschen, die im letzten Jahr zu Nachbarn und Freunden geworden sind“.

350 geflüchtete Menschen leben in Königswinter in privaten Wohnungen

Das Stadtoberhaupt hob einmal mehr das Engagement der Königswinterer Bürger hervor. Rund 350 geflüchtete Menschen leben in Königswinter in privaten Wohnungen. Bernd Kolb aus Berghausen hatte wenige Tage nach Kriegsbeginn die vierköpfige Familie Akobia aufgenommen.

Eine Entscheidung, die er nie bereut habe, wie Kolb am Freitag betonte. Auch wenn es teilweise emotional schwierige Momente gegeben habe und viel Bürokratie mit vielen Formularen im Spiel gewesen ist.

Natia Akobia, deren Familie inzwischen eine eigene Wohnung gefunden hat, dankte gestern ausdrücklich für die Solidarität und Unterstützung.

Dagmar Ziegner aus Rauschendorf, die drei geflüchtete Menschen aufgenommen hatte, sprach „bei aller Tragik und allen Ängsten und Sorgen“ von einer „unglaublichen Bereicherung“. Man habe als Großfamilie zusammengelebt. Aber sie stellte auch klar: „Der Krieg ist jeden Tag gegenwärtig.“

„Wir lassen unsere Gebete für Frieden nicht verstummen“, betonte Gerd Mainzer vom Kirchengemeindeverband Königswinter am Oelberg auch mit Blick auf den Umstand, dass viele Menschen inzwischen sagten, sie wollten das Thema Krieg in der Ukraine nicht mehr hören. Mainzer: „Wir hören weiter zu.“

Von einer zunehmenden emotionalen Gleichgültigkeit in Teilen der Gesellschaft hatte auch Bürgermeister Lutz Wagner gesprochen. Sein Appell: „Wir dürfen niemals aufhören für den Frieden, Menschenrechte und Demokratie einzutreten.“

Ukrainische Flagge wehte am Bad Honnefer Rathaus

In Bad Honnef hatten unterdessen am Freitagvormittag etwa 15 Menschen an einem ökumenischen Friedensgebet in der Pfarrkirche St. Johann Baptist teilgenommen. Bürgermeister Otto Neuhoff hatte als Zeichen der Solidarität am Rathaus die Flagge der Ukraine neben der Flagge der Europäischen Union, der Landesflagge Nordrhein-Westfalen und der Flagge mit dem Bad Honnefer Stadtwappen aufziehen lassen.

„Ein Jahr nach Ausbruch des Krieges gedenken wir der Opfer und hoffen und beten, dass dieser schreckliche Krieg endlich ein Ende findet.“ Auch er hob das Engagement der Bürger hervor. Als im Frühjahr 2022 die ersten Geflüchteten kamen, „standen wir mit vollgepackten Spendenlagern, über 200 privaten Schlafplätzen und offenen Armen bereit.“

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