Abo

„Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?“Kampagne bietet Tipps für Auszeit vom Handy

3 min
Neuer Inhalt

„Kick-off-“´Vertreterinnen und Vertreter der Kooperationspartner, der Sponsoren und der Siebengebirgsstädte.

Königswinter/Bad Honnef – Eva-Maria Nowaks Schilderung war ziemlich anschaulich. „Wir erleben es täglich, das Eltern mit dem Headset im Ohr und dem Handy in der Hand ihre Kinder so nebenbei abholen“, berichtete die Leiterin des Familienzentrums St. Aegidius. Und auch Rita Bachmann, Leiterin der Theodor-Weinz-Grundschule Aegidienberg, hat die Erfahrung gemacht, dass Kinder von ihren Eltern mitunter mal eben so in Empfang genommen werden, ohne dass die Kleinen Zeit bekommen, von ihren Erlebnissen in der Schule zu erzählen. Dabei sei „Sprache und persönliche Zuwendung für die gesunde Entwicklung der Kinder sehr wichtig“, betonte die Pädagogin.

Mehrere Kooperationspartner sind mit im Boot

„Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?“, lautet denn auch der Untertitel des Präventionsprogramms „Familie Digital“, das die gemeinsame Familien- und Erziehungsberatungsstelle (FEB) der Städte Bad Honnef und Königswinter ins Leben gerufen hat. Als Kooperationspartner sind die einige Unternehmen, Familienzentren und das Netzwerk Gewaltfrei mit im Boot. Ziel des Programms: Väter und Mütter für einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu sensibilisieren.

Bei der Auftaktveranstaltung, bei der sich Nowak und Bachmann äußerten, wiesen Königswinters Bürgermeister Lutz Wagner und Bad Honnefs Erster Beigeordneter Holger Heuser auf die „Vorbildfunktion“ hin, die Eltern im Umgang mit digitalen Medien haben.

Fachtag

„Sichere Bindung in digitalen Zeiten“ lautet das Thema eines Fachtags am Donnerstag, 16. September, von 9 bis 16 Uhr im Kurhaus Bad Honnef, Hauptstraße 28. Er ist ein Kooperationsprojekt der FEB, des Kreisgesundheitsamtes und der VHS Siebengebirge. Der Frage, welchen Einfluss mütterliche Smartphone-Nutzung auf die Beziehung zwischen Mutter und Baby hat, geht Professor Dr. Karl Heinz Birsch (Universität Salzburg) nach. Die Teilnahme kostet 20 Euro. Anmeldung online bei der VHS Siebengebirge. (csc)

Szenen, bei denen sich junge Väter und Mütter nicht mit ihrem Kind beschäftigen, sondern intensiv aufs Smartphone starren, haben vermutlich viele schon gesehen. Auf großflächigen Plakaten sollen an 13 Stellen in beiden Siegengebirgsstädten sowie auf RSVG-Bussen ab dem 22. Oktober solche Szenen mit der Frage „Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?“ auf das Thema aufmerksam machen.

„Wir wollen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger kommen“, sagte FEB-Leiter Jürgen Scheidle, „wir wollen mit den Eltern ins Gespräch kommen.“ Die Plakatkampagne haben die „Familie Digital“-Macher aus Mecklenburg-Vorpommern übernommen; sie finde bundesweit positiven Anklang.

Das könnte Sie auch interessieren:

Darüber hinaus gibt es Postkarten mit „Tipps to go“, wie sich Eltern selbst und ihren Kindern eine Auszeit vom Smartphone oder Tablet verschaffen können. Ein Beispiel: „Essen: Bei gemeinsamem Mahlzeiten sollten digitale Medien tabu sein.“

Die Karten sollen laut FEB unter anderem in Wartezimmern von Praxen ausliegen. Und sie werden den Begrüßungspaketen der Frühen Hilfen in beiden Städten beigelegt. Die FEB hat eine eigene Website geschaltet, auf der auch auf die Angebote der Beratungsstelle wie Elternabende oder Familiengespräche verwiesen wird.