PalastweiherTurnhalle in Königswinter wird zur Notunterkunft für Geflüchtete

Maximal 40 Menschen sollen in der Turnhalle Palastweiher vorübergehend eine Bleibe finden.
Copyright: Ralf Klodt
Königswinter – Der Boden war am Freitagmorgen schon mit Belägen gepolstert, als Mitarbeiter der Stadt Königswinter die letzten Turnmatten verluden und abtransportierten. In den nächsten Tagen werden hier Betten, Raumteiler und Schränke reingetragen: Die Turnhalle Palastweiher in der Altstadt, schon während der Flüchtlingskrise 2015 Anlauf- und Versorgungsstation für geflüchtete Menschen, wird erneut umfunktioniert und diesmal als Notunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine hergerichtet. „Montag oder Dienstag muss das hier betriebsbereit sein“, sagte Stadtsprecher Florian Striewe am Freitag vor Ort.

Die Turnmatten wurden am Freitag aus der Halle gebracht.
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Rund 260 Geflüchtete sind bisher offiziell in der Drachenfelsstadt untergekommen, zumeist privat, aber auch in städtischen Immobilien. Bis Ende nächster Woche erwartet die Verwaltung etwa 50 weitere Menschen. Die Unterbringungsmöglichkeiten seien damit fast ausgeschöpft. Deshalb hat der Krisenstab entschieden, die Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete „Wilhelm-Auguste-Victoria-Turnhalle“ zu nutzen.
Dritte Sporthalle in der Talschiene nicht nutzbar
Der Vorteil aus städtischer Sicht: Durch die Erfahrungen 2015 lägen alle Pläne und Genehmigungen bereits vor. Die Halle könne kurzfristig eingerichtet werden, und zwar für maximal 40 Menschen, für die voraussichtlich 20 Doppelstockbetten aufgestellt werden. Die Kehrseite der Lösung: Nach der Turnhalle Oberdollendorf (Brandschaden) und der CJD-Sporthalle West (Wasserschaden) fällt mit dem Palastweiher eine dritte Sporthalle in der Talschiene vorerst weg.
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Wegen der Versorgung und Betreuung der Menschen in der Notunterkunft ist die Stadt laut Florian Striewe schon in Kontakt mit dem Malteser Hilfsdienst; mit eigenem Personal könne die Stadtverwaltung das nicht schaffen. Er hofft zudem, dass die Sammelunterkunft den Menschen nur kurz quasi als Durchgangsstation dient. So werde die Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft (WWG) ihre schon geräumten Wohnungen in den Häusern Am Stadtgarten zur Verfügung stellen. Und wegen einer Nutzung des ehemaligen Hotels Loreley sei man weiter in Gesprächen.



