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Neue „KatRetter“-App
Der Einsatz im Notfall ist eine große Verantwortung für die Freiwilligen

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Die KatRetter-App soll helfen, die Zeit zwischen einem Notfall wie Herzstillstand und dem Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken, indem freiwillige registrierte Helferinnen und Helfer, die sich in der NÄhe befinden, zum Einsatzort gerufen werden.

Die KatRetter-App soll helfen, die Zeit zwischen einem Notfall wie Herzstillstand und dem Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken, indem freiwillige registrierte Helferinnen und Helfer, die sich in der NÄhe befinden, zum Einsatzort gerufen werden.

Mit der KatRetter-App können Freiwillige als Ersthelfer die Zeit zwischen einem Notfall und dem Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken.

Der Wert des Ehrenamts ist nicht zu unterschätzen. Wertschätzung zeigt sich auch daran, dass freiwillige Ehrenamtliche gebraucht werden, ob bei der Tafel, bei Vereinen und beim Rettungsdienst.

Da wundert es nicht, dass die Hilfe von Freiwilligen und Ehrenamtlichen auch bei der neuen „KatRetter“-App im Rhein-Sieg-Kreis und der Bundesstadt Bonn in Anspruch genommen wird und als wichtige Ressource gilt. Die Möglichkeit, sich selbst als Helferin oder Helfer in der App zu registrieren, ist ein Symbol dafür, wie der Zusammenhalt in der Gesellschaft gestärkt werden kann. 

Sollten Zivilisten eingesetzt werden, wenn der Staat dafür eigentlich andere Akteure vorsieht?

Doch hier liegt auch der Knackpunkt. Denn die weitere Aktivierung von freiwilligen Helferinnen und Helfern durch die Leitstelle des Rettungsdienstes deutet nämlich auch darauf hin: Der Rettungsdienst im Kreis könnte wohl besser aufgestellt sein, als er es ist. Und er muss seine Eintreffzeiten natürlich weiterhin einhalten. Aber sollten Zivilisten eingesetzt werden, wenn der Staat dafür eigentlich andere Akteure vorsieht? Ja und nein.

Die Gründe für die Einbindung freiwilliger Ersthelfer sind klar: Bis der Rettungsdienst da ist, könnte ihr Einsatz entscheidend für das Überleben der betroffenen Patientinnen und Patienten sein. Sie können die Lage erfassen, beobachten, helfen, gegebenenfalls koordinieren. Gerade auf dem Land, wo Rettungswagen oft länger brauchen als in städtischen Gebieten, könnten Freiwillige in der Nähe unentbehrlich sein. Es ist grundsätzlich nicht falsch, auch Bürgerinnen und Bürger in diese Aufgaben einzubinden. Mit der Einrichtung der App kann zudem die Hemmschwelle gesenkt werden, sich selbst als Helferin oder Helfer zu sehen.

Aber es verschiebt eine Aufgabe, die eigentlich von geschulten Expertinnen und Experten getragen werden sollte, an die „KatRetter“-Freiwillige. Bis der Rettungsdienst da ist, übernehmen sie immerhin eine große Verantwortung, nämlich die für ein Menschenleben.