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KürbiswiegemeisterschaftDer schwerste Kürbis auf dem Lohmarer Krewelshof wog fast 690 Kilogramm

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Strahlende Sieger zwischen den Kürbis-Giganten: Kevin Rataj gewann mit offiziell 689,5 Kilogramm.

Strahlende Sieger zwischen den Kürbis-Giganten: Kevin Rataj gewann mit offiziell 689,5 Kilogramm.

Bei der jährlichen Kürbiswiegemeisterschaft wurden nicht nur riesige Kürbisse, sondern auch andere Gemüse und Gewächse prämiert.

380 Kilometer reiste er am frühen Morgen aus Ostfriesland an, im Gepäck einen fast 690 Kilogramm schweren Kürbis. Kevin Rataj legte den weitesten Weg zur 15. Kürbis-Wiegemeisterschaft auf dem Lohmarer Krewelshof zurück, und das hat sich gelohnt: Sein Kürbis brachte das größte Siegergewicht seit fünf Jahren auf die Waage.

„Die Waage schwankte zwischen 689,5 und 690 Kilogramm“, berichtet Danielle Bieger vom Krewelshof, gewertet wurden schließlich 689,5 Kilo. Im vergangenen Jahr hatte Kevin Rataj noch einen 339 Kilogramm schweren Kürbis mit nach Lohmar gebracht und damit den dritten Platz belegt.

Knappes Rennen um Platz zwei und drei

Das Rennen um den zweiten und dritten Platz fiel in diesem Jahr äußerst knapp aus. Mark Feyaerts aus Belgien schaffte es mit seinem 521,5 Kilogramm schweren Kürbis auf Platz zwei, der Kürbis des drittplatzierten Tristan Möller aus Nieheim war gerade einmal 500 Gramm leichter. Dennoch konnte sich der Nieheimer über das Gesamtergebnis freuen, denn als bestplatzierter Züchter aus Nordrhein-Westfalen sicherte er sich den Titel „NRW-Meister“. 

Auch aus der Region waren große Kaliber auf der Kürbis-Wiegemeisterschaft vertreten: Der Krewelshof-Landwirt Max Bieger brachte ein Schwergewicht von 466,5 Kilogramm auf die Wage, womit er den vierten Platz erreichte. Der gigantische Kürbis ist in Zülpich-Enzen herangewachsen. Es zeigte sich, dass nicht unbedingt der Kürbis mit dem größten Umfang auch der schwerste ist; Bewässerung und Düngung beeinflussen, wie dicht sich das Fruchtfleisch im Inneren des Kürbisses entwickelt.

Stephen Williams aus Bonn präsentierte stolz die Marrow-Zucchini, mit der er den deutschen Rekord aus dem Vorjahr um weitere fünf Kilogramm verbesserte.

Stephen Williams aus Bonn präsentierte stolz die Marrow-Zucchini, mit der er den deutschen Rekord aus dem Vorjahr um weitere fünf Kilogramm verbesserte.

Die Züchter stecken monatelange Arbeit in die Entwicklung ihrer Schützlinge. Um die enormen Ausmaße zu erreichen, benötigen die Kürbisse reichlich Platz, sorgfältig dosiertes Wasser und Dünger, außerdem müssen sie vor starken Witterungen wie Hitze, Kälte oder Starkregen, Hagel sowie Krankheiten und Schädlingen geschützt werden. Um das sicherzustellen, stellen manche Züchter beispielsweise in selbstgebauten Gewächshäusern Ventilatoren auf oder wärmen ihre Kürbisse nachts mit Decken. 

Auch Löcher, abgebrochene Stiele oder faule Stellen können dazu führen, dass ein Kürbis nicht für den Wettbewerb zugelassen wird. Die Kürbiswiegemeisterschaft auf dem Krewelshof erfolgt nach den strengen Regeln des „Great Pumpkin Commonwealth“, kurz GPC; so fließen die Ergebnisse auch in internationale Ranglisten ein. 

Neue deutschlandweite Rekorde beim Riesengemüse

Doch nicht nur Kürbisse landeten bei dem Spektakel, das zahlreiche Besucherinnen und Besucher anzog, auf der Waage. Bei der Riesengemüse-Meisterschaft konnten zwei neue deutschlandweite Rekorde aufgestellt werden. So gelang es Tristan Möller aus Nieheim, mit seiner 4,575 Kilogramm schweren Aubergine ein neue Bestmarke zu erreichen.

Einen weiteren Rekord stellte Stephen Williams aus Bonn mit seiner gewaltigen Marrow-Zucchini auf. Im vergangenen Jahr hatte der Züchter bereits mit einer 68 Kilogramm schweren Zucchini einen nationalen Rekord aufstellen können. In diesem Jahr setzte er nochmal 5 Kilogramm oben drauf. Mit dem 73 Kilogramm schweren Gemüse-Giganten verteidigte der „Zucchini King“ seinen Titel. 

Bei der Deutschen und nordrhein-westfälischen Riesengemüse-Meisterschaft traten auch gewaltige Zucchini, Kohlrabi, Auberginen und andere Garten-Giganten an.

Bei der Deutschen und nordrhein-westfälischen Riesengemüse-Meisterschaft traten auch gewaltige Zucchini, Kohlrabi, Auberginen und andere Garten-Giganten an.

Auch weitere Gemüsesorten brachten bemerkenswerte Ausmaße auf die Waage. So ging Johannes Goell aus Alfter unter anderem mit einem 11,5 Kilogramm schweren Kohlrabi und einer 2,015 Kilogramm schweren Pastinake ins Rennen. Johannes Offermann aus Köln präsentierte einen fast zwei Meter langen „Long Gourd“, also eine längliche Art Flaschenkürbis, außerdem einen Sonnenblumenkopf mit 43 Zentimetern Druchmesser.

Die prämierten Kürbisse und anderen Gewächse sind seit der Meisterschaft am Samstag, 12. September auf dem Lohmarer Krewelshof ausgestellt. Doch auch das hat irgendwann ein Ende: Beim „Kürbisschlachten“ werden die Giganten geöffnet, um an den eigentlichen Schatz in ihrem Inneren zu kommen: Die Kerne. Der Stammbaum des jeweiligen Saatguts wird in der Züchterszene sorgfältig dokumentiert. Die Kerne erhalten die jeweiligen Züchter dann zurück, um sie für das Heranzüchten der nächsten Rekordkürbisse zu nutzen.