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Gerätehauser aufgebrochenErneute Einbruchsserie bei Feuerwehren in Rhein-Sieg

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Durch dieses rückwärtige Fenster stiegen die Einbrecher ins Feuerwehrhaus ein, zeigt Sven Ziaja, stellvertretender Leiter der Feuerwehr.

Durch dieses rückwärtige Fenster stiegen die Einbrecher ins Feuerwehrhaus ein, zeigt Sven Ziaja, stellvertretender Leiter der Feuerwehr.

Die Polizei schätzt die jetzigen Taten als „Erkundungseinbrüche“ ein.

Erneut trifft die Feuerwehren im Rhein-Sieg-Kreis eine Serie von Einbrüchen in ihre Gerätehäuser. Gestohlen wurde bisher nichts, doch die Wehrleitungen betrachten die Entwicklungen mit Sorge.

Die Hebelspuren am Fenster, das auf der Rückseite zum Jabachkindergarten zeigt, sind noch deutlich zu sehen. Am Mittwochabend, 21. Januar, stiegen zwei Einbrecher in das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Lohmar an der Hauptstraße ein. „Wir mussten am nächsten Morgen feststellen, dass alle Fächer an den Fahrzeugen geöffnet waren, auch die Tür zur Werkstatt stand offen. Dort hat jemand das Fenster aufgehebelt“, sagt Wehrleiter Peter Völkerath. Die Feuerwehrleute alarmierten die Polizei.

Lebenswichtige Rettungsmaßnahmen könnten sich erheblich verzögern, wenn Geräte gestohlen wurden

Überwachungsvideos zeigen, dass sich gegen 23.20 Uhr zwei Männer an dem Fenster zu schaffen machten. Mit einem Brecheisen hebelten die beiden Maskierten es auf und stiegen ein. Nachdem sie die Fahrzeuge abgesucht hatten, verschwanden sie wieder. Dass nichts gestohlen wurde, könne daran liegen, dass die Täter möglicherweise gestört wurden, glaubt Völkerath. „Die Polizei vermutet, dass es ein Erkundungseinbruch war.“

Im November 2024 hatte es eine Einbruchsserie in mehrere Feuerwehrhäuser gegeben, unter anderem in Much-Marienfeld, Sankt Augustin-Buisdorf, Siegburg-Kaldauen und Troisdorf-Altenrath. Die Täter hatten es auf technische Geräte, vor allem hydraulische Scheren und Spreizer, abgesehen, mit denen eingeklemmte Menschen aus Autowracks befreit werden. Die Ermittlungen dazu dauern an, die Polizei warte auf die Auslesung der Spuren durch das Landeskriminalamt, das Fälle priorisiert bearbeite, so ein Sprecher.

Schere und Spreizer - beides wichtige Geräte im Notfall - wurden 2024 aus dem Gerätehaus in Troisdorf-Altenrath gestohlen. Hier zwei Ersatzgeräte.

Schere und Spreizer - beides wichtige Geräte im Notfall - wurden 2024 aus dem Gerätehaus in Troisdorf-Altenrath gestohlen. Hier zwei Ersatzgeräte.

Auch bei nicht betroffenen Feuerwehren war die Verunsicherung groß. „Wir waren damals froh, dass wir verschont geblieben sind und hoffen, dass nicht noch andere Feuerwehren heimgesucht werden“, sagt Peter Völkerath. „Das könnte im Einsatz eine böse Überraschung geben und lebenswichtige Rettungsmaßnahmen erheblich verzögern, wenn erst dann auffällt, dass Geräte fehlen.“

Bereits Anfang Januar 2026 hatte es einen Einbruchsversuch ins Gerätehaus in Eitorf-Mühleip gegeben

Dennoch sei es schwierig, das Feuerwehrhaus gänzlich zu sichern, auch wenn bereits an allen Lohmarer Standorten Überwachungskameras vorhanden seien. „Bei uns gehen Handwerker ein und aus, wir sind auch häufig da, da ist es schwer, das Gerätehaus mit technischen Maßnahmen zu sichern“, sagt Völkerath. Über ein Gitter vor den Bodenfenstern dächten sie nach. Er wünscht sich, dass die Bevölkerung achtsam ist. „Dass nachts Licht brennt, kommt häufig vor. Aber die Leute sollten ungewöhnliche Aktivitäten melden, wenn sie spazieren gehen, zum Beispiel, wenn etwas weggeschleppt wird.“

Die Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr Lohmar ist Ziel der Einbrecher gewesen.

Die Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr Lohmar ist Ziel der Einbrecher gewesen.

Bereits im Zeitraum zwischen dem 3. und 8. Januar hatten Einbrecher versucht, ins Feuerwehrhaus in Eitorf-Mühleip einzudringen. Sie scheiterten jedoch an den Sicherheitsvorkehrungen. Eine sorgsam verriegelte Tür war es auch, die in der Nacht auf Freitag einen neuerlichen Einbruch ins Altenrather Feuerwehrhaus verhinderte. Beim vergangenen Mal, als die Rettungsgeräte gestohlen wurden, hatten die Täter eine Scheibe des Rolltors eingeschlagen. Die Polizei bewertet die drei Taten – weil auch in Lohmar nichts gestohlen wurde – als Einbruchsversuche.

Löschgruppe hat angeregt, am Standort in Troisdorf-Altenrath eine Alarmanlage zu installieren

Der Altenrather Löschgruppenführer Marcus Breuer ist erleichtert, dass dieses Mal nichts gestohlen wurde. „Einen Einbruchsversuch kann es immer geben. Ärgerlich ist nur, dass Kosten durch die beschädigte Tür entstehen. Die Stadt muss mit der Versicherung sprechen, sie muss ausgetauscht werden.“

Eine Alarmanlage hat das Altenrather Gerätehaus nicht. „Das haben wir angeregt, aber es dauert etwas, bis das durch alle Gremien ist. Das ist bei einer Freiwilligen Feuerwehr aber auch nicht so einfach: Wenn jemand von uns das Gebäude betritt, muss die abgeschaltet werden.“, sagt er. „Die Stadt analysiert, was man noch machen kann, um den Standort zu sichern.“

Hinweise zu dem Einbruch in Lohmar nimmt die Polizei unter 02241/541-3121, in Troisdorf unter 02241/541-3221 entgegen.