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Unwetter im Rhein-Sieg-KreisUnwettersaison geht zu Ende

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Seit 14 Monaten ist die hochwassergeschädigte K 39 im Gammersbachtal für Fahrzeuge gesperrt .

Lohmar – Man kann langsam aufatmen. Die allsommerliche Unwettersaison von Mai bis in den August hinein geht dem Ende entgegen. Es gab einige Starkregenfälle und Stürme, gehäuft Ende Juli, am Spitzentag mit 280 Feuerwehr-Einsätzen im Rhein-Sieg-Kreis: unter anderem wegen umgestürzter Bäume, vollgelaufener Keller, überschwemmter Straßen und beschädigter Dächer.

Für die Allgemeinheit ist es aber diesmal glimpflich ausgegangen. Kein Vergleich zum Sommer 2013, wo Siegburg im Juli von einem Sturm heimgesucht wurde, der monatelange Aufräumarbeiten wegen umgestürzter Bäume verursachte. Und auch kein Vergleich zum Juni 2013, wo Lohmar betroffen war mit zusammengerechneten Schäden in Millionenhöhe. Noch immer ist dort ein Schaden von damals nicht behoben.

270.000 Euro Baukosten

Seit 14 Monaten ist die von Wassermassen geschädigte K 39 im Gammersbachtal komplett gesperrt. Ein Statiker hat das Befahren in Höhe des Durchlasses untersagt. Voraussichtlich Anfang Oktober soll nun endlich der Neubau des kleinen Teilstücks starten, wie auf Nachfrage im Kreishaus zu erfahren war – Bauzeit zehn Wochen, Baukosten 270 000 Euro. Die zusätzlichen Planungskosten, unter anderem wegen artenschutzrechtlicher Prüfungen, dürften bei 40 000 Euro liegen.

Seit 14 Monaten schon umfahren Berufspendler und andere Autofahrer zwischen Wahlscheid und Rösrath (Autobahnauffahrt Richtung Köln) das Gammersbachtal. Zu dem beliebten Ausflugslokal „Gammersbacher Mühle“ kommt man nur aus der Kölner Richtung der Kreisstraße 39.

Aber immerhin die Zufahrt blieb gesichert. Denn Besitzer Claus Ihm braucht die Gäste. Die Fluten vom 20. Juni des vergangenen Jahres hatten Mobiliar, Geräten und der denkmalgeschützten jahrhundertealten Wasserkornmühle – einer der wenigen noch intakten ihrer Art in der Region – erheblich zugesetzt. Die Brühe stand an den Fachwerkwänden bis in Oberarmhöhe, den Mini-Ponys des dortigen Klein-Zoos reichte das Wasser bis an den Hals.

Danach gab es Benefizveranstaltungen und Einzahlungen auf ein Spendenkonto der Stadt für die vielen Geschädigten im RSB-Gebiet, Donrath und anderen Orten. Speziell aber hatten Freunde die „abgesoffene Mühle“, wie sie damals tituliert wurde, durch ein eigenes Benefizkonzert und Spenden unterstützt.