50. Geburtstag feierte der Akkordeon Club Niederkassel mit einem besonderen Konzert. Dafür wurde ein hochkarätiger Solist gewonnen.
Festlich und mitreißendAkkordeon Club Niederkassel feiert 50. Geburtstag

Das Akkordeon-Orchester feierte 50-jähriges Bestehen. Dirigentin ist Pia Clemens.
Copyright: Peter Lorber
Die Musikauswahl des Akkordeon-Clubs-Niederkassel (ACN) für das Jubiläumskonzert anlässlich seines 50. Geburtstags wurde dem Anlass voll gerecht. Es war festlich, strahlend, mitreißend. Wobei sich Letzteres vor allem im Udo-Jürgens-Medley niederschlug, als die rund 150 Gäste bei „Merci Chérie“, „Siebzehn Jahr, blondes Haar“ oder „Aber bitte mit Sahne“ ebenso kraftvoll einstimmten wie beim „Kehraus“-Lied „Er gehört zu mir“ von Marianne Rosenberg.
Vor diesem fulminanten Schlusspunkt und Schostakowitschs farbenglühendem „Walzer Nr. 2“ als zweite Zugabe lagen zwei kurzweilige Stunden, welche die breiten musikalischen und technischen Fähigkeiten des Gastgebers ausleuchteten, ebenso wie dessen Sinn für Humor, wie das „The Blues Brothers“-Medley belegte.
Authentizität und Spaß beim „Blues Brothers“-Medley in passendem Look
Hierfür schlüpfte Thomas Scheib, Akkordeonist in der 1. Stimme, in den schwarz-weißen Blues-Brothers-Look und verlieh den Klassikern „Everybody Needs Somebody“, „Peter Gunn Theme“ und „Minnie The Moocher“ mit dem Alt-Saxofon begeisternde Authentizität. Im Zusammenspiel mit den Akkordeon-Klängen muss dies erstmal derart verblüffend vorgetragen werden.
Es ist freilich eine Binse, dass harmonisches Miteinander umso besser gelingt, je ausgeglichener die Leistungsstärke der Musiker und Musikerinnen ist. So konnte sich Dirigentin Pia Clemens auf die Ihren verlassen. Diese durchmaßen auch bei komplexen Stücken wie Adolphe Adams „Wenn ich König wär’“ alle Stimmungen, vom andächtig-filigranen Largo bis zum triumphalen Forte fortissimo.
Jüngster ACN-Neuzugang glänzte mit vielen Klavier-Parts
Auf höchstem technischen Niveau gelangen Orchester-Solist Christian Lohmann die Alleinspiele. Etwa in Piazzollas „Oblivion“ oder im „Ungarisch“, bei denen er mit rasanten Läufen und feinnervigen Trillern glänzte. Ein Musterbeispiel von orchestraler Wucht war Jacob de Haans „La Storia“, wo das Ineinandergreifen der Handzug-Instrumente mit der Rhythmusfraktion Leonie (Keyboard) und Henning Scheib (Schlagzeug) sowie (Daichi Hisada) vorzüglich gelang. Hisada ist der jüngste Neuzugang des ACN und hatte beim Jürgens-Medley mit vielen Klavier-Parts hohe Hürden vor sich, die er spielerisch übersprang.
Als Solisten hatten die Gastgeber mit Nico Gutu einen Virtuosen hohen Niveaus gewonnen. Den 200 Knöpfen seines Akkordeons gewann der geborene Moldauer und Wahlbonner wunderschöne Klänge ab. So mit Piazzollas „Contrabajeando“ oder dem französischen Volkslied „Rossignol du Bois“ (Nachtigall des Waldes), bei dem er dem Singvogel eine besonders liebliche Stimme verlieh.

Solist Nico Gutu
Copyright: Peter Lorber
Ein „wesentlicher Teil der Kultur unserer Stadt“ sei der Jubilar, lobte Vizebürgermeisterin Barbara Lülsdorf das Orchester. Im bundesweiten Jahr des Akkordeons sei das Jubiläum umso schöner, betonte Lülsdorf: „Ihr Verein steht für gelebtes Ehrenamt und Verlässlichkeit.“
Als charmanter Moderator punktete Stephan Vehreschild, der mit Hintergründigem neugierig auf die Stücke machte. Die Ehrungen vieler Gründungsmitglieder durch die Vorsitzenden Andrea Senst und Pia Clemens war ungewöhnlich, weil viele von ihnen immer noch als zuverlässige Aktive glänzten.
