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Offener GanztagNiederkasseler Eltern müssen für Betreuung bald mehr bezahlen

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Kinder lesen in einer Grundschule.

Der Niederkasseler Stadtrat hat die Elternbeiträge für die Betreuung in der Offenen Ganztagsschule zum Schuljahresbeginn 2026/2027 erhöht.

Bis zu  242 Euro müssen Niederkasseler Eltern künftig monatlich für die Betreuung ihrer Kinder im Offenen Ganztag zahlen. Das hat der Rat entschieden.

Niederkasseler Eltern, die ihre Kinder in der Offenen Ganztagsschule (OGS) betreuen lassen, müssen mit Beginn des Schuljahrs 2026/2027 Anfang September höhere Elternbeiträge bezahlen. Das hat der Stadtrat bei seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Mit den Stimmen von CDU, Wähler-Initiative Niederkassel (WIN), AfD und FDP votierte der Rat mehrheitlich für eine Beitragsstaffelung, bei der der höchte Beitragssatz erst ab einem jährlichen Bruttoeinkommen von mehr als 120.000 Euro fällig wird. Dieser Höchstbeitrag liegt nach einem Runderlass des Landes bei 242 Euro im Monat. Bislang liegt er in Niederkassel bei 235 Euro.

Eltern mit einem Bruttoeinkommen von bis zu 24.000 Euro müssen demnach weiterhin keine Beiträge für die OGS-Betreuung ihrer Kinder machen. Die geringsten Beiträge werden weiterhin für Eltern fällig, die zwischen 24.001 und 30.000 Euro brutto pro Jahr verdienen. Insgesamt gibt es in der Elternbeitragstabelle 18 Stufen. Für die Stadt erhöhen sich mit der angepassten Beitragsstaffelung die Einnahmen aus den OGS-Beiträgen von bislang 1,48 Millionen Euro auf künftig rund 1,52 Millionen Euro.

WIN und CDU in Niederkassel setzen sich für „Leistungsträger“ ein

SPD, Grüne und Linke hatten sich bei der Diskussion im Rat dafür ausgesprochen, Besserverdienende stärker an den Kosten für die OGS-Betreuung zu beteiligen, um Familien mit geringerem Einkommen entlasten zu können. Sie stimmten deshalb für eine Beitragstabelle, bei der der höchste Beitragssatz bereits bei einem Brutto-Familieneinkomment von 90.000 Euro fällig wird. Gegenüber dem vom Rat jetzt beschlossenen Variante hätten vor allem Familien mit einem Bruttojahreseinkommen zwischen 30.001 und 42.000 Euro profitiert.

Eine stärkere Belastung von Familien mit höherem Einkommen kam vor allem für CDU und WIN nicht in Frage. „Wir können nicht immer die Leistungsträger schröpfen“, begründete Andreas Hopp, warum für die WIN die von SPD, Grünen und Linke geforderte „sozialere“ Beitragsstaffelung nicht in Frage kommt. „Ich weiß nicht, was daran sozial sein soll, schon Familien mit einem Jahreseinkommen von mehr als 84.000 Euro mit dem höchsten Beitragssatz zu belasten“, pflichtete ihm Angela Niethammer (CDU) bei. Auch sie lehne es ab, „die Leistungsträger“ bei den Elternbeiträgen überdurchschnittlich heranzuziehen.