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MobilitätswendePlanung für rechtsrheinische Stadtbahn Köln-Niederkassel-Bonn startet

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Vor einem roten Straßenbahn-Wagon stehen mehrere Personen, unter anderem NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer.

NRW-Verkehsminister Oliver Krischer (3.v.r.) übergab den Vertretern der am Projekt beteiligten Kommunen am Donnerstag in Niederkassel für die Planungskosten einen Förderbescheid über rund 5,2 Millionen Euro.

Der NRW-Verkehrsminister Krischer übergab den Förderbescheid für Bau der rechtsrheinischen Linie 17. Damit sollen die Planung mit knapp 5,2 Millionen Euro unterstützt werden.

„Was verbindet Niederkassel mit der isländischen Hauptstadt Reykjavík?“ NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer begann seinen Besuch in Niederkassel am Donnerstagmittag mit einer Quizfrage. Die Antwort: Beide Städte sind bislang nicht an den Schienenpersonenverkehr angeschlossen.

Zumindest im Fall der 40.000 Einwohner zählenden Rhein-Sieg-Kommune soll sich das auf absehbare Zeit ändern – mit der geplanten rechtsrheinischen Stadtbahnlinie 17, die von den federführenden Kommunen Köln, Bonn und Rhein-Sieg-Kreis jetzt offiziell geplant wird.

Förderbescheid trägt 5,2 Millionen Euro zu Planungskosten bei

Zum Planungsstart übergab der Verkehrsminister einen Förderbescheid des Landes, das zu den Planungskosten rund 5,2 Millionen Euro beisteuern wird. Krischer bezeichnete die neue Stadtbahn, die für geschätzte Kosten von rund 510 Millionen Euro (Stand November 2021) von Köln-Godorf aus über eine noch zu bauende Rheinbrücke und Niederkasseler Stadtgebiet nach Bonn rollen soll, als einen Baustein der Mobilität der Zukunft. „Nur durch mehr solcher regionalen Vorhaben überzeugen wir die Menschen, ihr Auto ohne Komforteinbußen stehen zu lassen und auf die Bahn umzusteigen.“

Auch mit der Linie 17 wolle die schwarz-grünen Landesregierung ihr Ziel eines 60-prozentigen Fahrgastzuwachses im öffentlichen Nahverkehr erreichen. Der Niederkasseler Bürgermeister Stephan Vehreschild bezeichnete die geplante Stadtbahn gerade für seine Stadt als „einen mit nichts zu vergleichenden Schritt in Bezug auf Mobilität und ökologische Verkehrsentwicklung“. In Niederkassel werde, so Vehreschild, „sehnlichst“ auf die neue Bahnverbindung gewartet, wie die „offensichtliche Zustimmung in der gesamten Bevölkerung und der Politik“ zeige.

Es ist klar, dass wir das in deutlich weniger als 20 Jahre hinbekommen müssen.
Oliver Krischer

Landrat Sebastian Schuster forderte von allen an der Stadtbahn-Planung beteiligten Verwaltungen und politischen Gremien ein klares und dauerhaftes Bekenntnis zu dem Stadtbahn-Projekt. „Ich freue mich über den Förderbescheid und verbinde damit den Wunsch, dass alle heute hier Anwesenden dieses wichtige Projekt immer unterstützen werden.“

Krischer: „Deutlich weniger als 20 Jahre“ bis zur ersten Fahrt

Nötig sei dafür ein langer Atem. Wie viel Zeit bis zur Inbetriebnahme der Linie 17 vergeht, ist derzeit allerdings noch nicht absehbar. „Es ist klar, dass wir das in deutlich weniger als 20 Jahre hinbekommen müssen“, sagte Verkehrsminister Krischer zum Zeitplan.

Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner erinnerte daran, dass von der neuen Verbindung mehr als 60.000 potenzielle Fahrgäste profitieren können, die im unmittelbaren Einzugsgebiet der geplanten Trasse leben. Das sei ein weiterer wichtiger Baustein der Mobilitätswende.