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Sperrungen und EinschränkungenZu schwere Lkw sollen auf Bonner Nordbrücke jetzt erfasst werden

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Seit Anfang Februar ist die Bonner Nordbrücke für Lkw gesperrt, die schwerer als 7,5 Tonnen sind. (Archivbild)

Seit Anfang Februar ist die Bonner Nordbrücke für Lkw gesperrt, die schwerer als 7,5 Tonnen sind. (Archivbild)

Viele Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht fahren trotz Verbots weiterhin über die Norbdrücke. Nun sollen diese Fahrzeuge erfasst werden.

Pendlerinnen und Pendler, die regelmäßig die wichtige Verkehrsachse auf der Nordbrücke (A565) zwischen Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis nutzen, müssen sich auf weitere Einschränkungen gefasst machen. 

Ab morgen, Dienstag, 31. März, führt die Autobahn GmbH Arbeiten durch, um Schwerlast-Lkw sicher von der Autobahn „auszuleiten“. Zudem sollen Achslastsensoren auf der Strecke eingebaut werden. Damit wird das Gewicht der Fahrzeuge gemessen. Die Nordbrücke ist seit Anfang Februar aufgrund von massiver Überlastungsschäden für die Überfahrt von Lkw mit einem Gewicht von mehr als 7,5 Tonnen gesperrt.

Bauarbeiten in der ersten und zweiten Aprilwoche auf der Nordbrücke

Bisher hatte die Autobahn GmbH darauf gebaut, dass die Fahrerinnen und Fahrer den Hinweisen der Sperrschilder selbstständig folgen und sich an das Verbot halten würden. „Trotz des Verbots werden aber weiterhin schwere Lkw festgestellt, die die Brücke unerlaubt befahren“, so die Autobahn-Gesellschaft. Jetzt sollen weitere Maßnahmen helfen, die Sperrung durchzusetzen. Die Möglichkeit solcher Gewichtsmessungen hatten die Verantwortlichen schon im Februar in Aussicht gestellt. 

Von Dienstag, 31. März, bis Donnerstag, 2. April, werden deshalb jeweils von 9 bis 15 Uhr beziehungsweise von 9 bis 13 Uhr in Fahrtrichtung Koblenz zwischen dem Autobahndreieck Bonn-Nordost und der Anschlussstelle Bonn-Beuel nur zwei von drei Fahrspuren zur Verfügung stehen, informiert die Autobahn GmbH. In dieser Zeit werden „technische und bauliche Maßnahmen eingerichtet, die der sicheren Ausleitung schwerer Lkw dienen“, so die Autobahn GmbH. 

Die Nordbrücke in Bonn ist seit dem 9. Februar für  alle Fahrzeuge über 7,5 Tonnen, wie Lkw und den ÖPNV gesperrt. Ausnahmen gibt es nur wenige.

Die Nordbrücke in Bonn ist seit dem 9. Februar für alle Fahrzeuge über 7,5 Tonnen, wie Lkw und den ÖPNV gesperrt. Ausnahmen gibt es nur wenige.

In der darauffolgenden Woche, von Samstag, 11. April, 18 Uhr, bis Sonntag, 12. April, 18 Uhr, ist der gessamte Streckenabschnitt auf der A565 in Fahrtrichtung Koblenz voll gesperrt, während die Achslastsensoren eingebaut werden. Umleitungen sollen mit einem roten Punkt ausgeschildert werden.

Mit diesen Maßnahmen kann anschließend neben dem Gewicht der zu schweren Lkw auch autoamtisch der Lkw selbst identifiziert werden. Ein Kamerasystem erfasse die Kennzeichen, erklärt die Autobahn-Gesellschaft. Betroffene Lkw sollen dann über Hinweistafeln zum Verlassen der Strecke aufgefordert werden.

Lkw belasten die Brücke genauso stark wie 100.000 Pkw

Die Autobahn weist zusätzlich darauf hin, dass über die aktuell geplanten Zeiträume hinaus auch weitere Arbeiten rund um die Nordbrücke ausgeführt werden müssen, weitere Sperrungen für den Bau zusätzlicher Achslastsensoren auf anderen Streckenabschnitten seien ebenfalls nötig und werden noch gesondert angekündigt. 

Die Sperrung der Nordbrücke für den Schwerlast-Verkehr wurde nötig, damit die Brücke entlastet werden kann. Aktuell fahren etwa 100.000 Fahrzeuge täglich über die Brücke. Zuletzt hieß es, dass ein einziger Lkw laut Autobahn GmbH die Brücke aber genauso sehr belaste, wie 100.000 Pkw. Demnach müsse das Schwerlastverbot dringend eingehalten werden. Ein Worst-Case-Szenario ist eine vollständige Sperrung der Brücke für den Verkehr. Auch eine Sperrung für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen könne ins Auge gefasst werden, wenn sich der Bauwerkzustand der Nordbrücke weiter verschlechtern sollte, erklärte die Autobahn GmbH in einem Sachstandsbericht, der im jüngsten Verkehrsausschuss des Rhein-Sieg-Kreises Thema war.

Nach dem jetzigen Stand muss die Brücke für den Schwerlastverkehr so lange gesperrt bleiben, bis es einen Neubau gibt. Der könne laut Sachstandsbericht aber erst Mitte der 2030er-Jahre gebaut werden.

Die Nordbrücke, die eigentlich Friedrich-Ebert-Brücke heißt, wurde 1967 erbaut. Sie hat laut Autobahn GmbH aufgrund ihres „hohen Alters“ nur noch eine „begrenzte Restnutzungsdauer“ und muss deshalb grundsätzlich ersetzt werden. Um für den steigenden Verkehr gewappnet zu sein, soll die Strecke auf der A565 zwischen dem Autobahnkreuz Bonn-Nord und der Anschlussstelle Bonn-Beuel mit sechs Fahrstreifen ausgebaut werden, sodass die Brücke breiter wird als bisher. Die Planungen für den Neubau und die Sanierung begannen im Jahr 2022.