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Wachstum im Rhein-Sieg-KreisKleines Ruppichteroth in der Bevölkerungsstatistik ganz groß

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Das Rathaus der kleinsten Gemeinde des Rhein-Sieg-Kreises, Ruppichteroth, im Ortsteil Schönenberg am frühen Abend.

Das Rathaus der kleinsten Gemeinde des Rhein-Sieg-Kreises, Ruppichteroth, im Ortsteil Schönenberg am frühen Abend.

Ganz gegen den Trend von Kreis und Land hat die kleine Gemeinde im ersten Halbjahr 80 Bürgerinnen und Bürger dazugewonnen.

Der kleinste Ort ganz groß: Die Bevölkerung der Gemeinde Ruppichteroth ist im ersten Halbjahr 2026 so stark gewachsen wie nirgendwo sonst im Rhein-Sieg-Kreis. Mit einer prozentualen Bevölkerungsveränderung von 0,74 Prozent kommt Ruppi unter den 19 Rhein-Sieg-Kommunen auf Platz 1 und landesweit auf Platz 3 von 396. Noch stärker gewachsen als Ruppichteroth sind in NRW nur noch die Gemeinden Vettweiß (Kreis Düren) und Gangelt (Kreis Heinsberg), wie sich aus den am Dienstag veröffentlichten neuen Zahlen von IT.NRW ergibt.

Wollten jetzt alle Ruppichterotherinnen und Ruppichterother vom Säugling bis zur Greisin und zum Greis auf ihr gutes Abschneiden anstoßen, müsste die Gemeindeverwaltung genau 80 zusätzliche Sektgläser ordern. Denn 80, das ist die Zahl der Personen, die hinter dem Anstieg um 0,74 Prozent steht.  

Am anderen Ende der Skala liegt die Siebengebirgsstadt Bad Honnef

Vielleicht könnten die Bad Honneferinnen und Bad Honnefer bei der Party aushelfen, denn die stehen am anderen Ende der Skala: Dort ist die Bevölkerung um 0,65 Prozent auf 24.769 Personen gesunken, womit die Bad Honnefer Stadtverwaltung jetzt genau 161 Sektgläser entbehren könnte. Mit ihrer Minus-Quote liegt die Bäder-Stadt landesweit auf Rang 376 von 396.

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Übrigens ist die Menschheit im Rhein-Sieg-Kreis insgesamt, wie auch im Land NRW, mal wieder leicht geschrumpft. Der Rhein-Sieg-Kreis hat im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 1.172 Personen verloren (siehe Infobox). Die Bevölkerung sank von 603.456 auf 602.284, also um 0,19 Prozent. Damit entwickelte sich der Kreis günstiger als Nordrhein-Westfalen insgesamt, wo die Einwohnerzahl um 0,23 Prozent zurückging.

Innerhalb des Rhein-Sieg-Kreises ist das Bild sehr unterschiedlich: Vier Kommunen wuchsen, 15 schrumpften. Wachstum, allerdings aus unterschiedlichen Gründen, gab es außer in Ruppichteroth auch in Lohmar (82 zusätzliche Einwohner), sowie in Neunkirchen-Seelscheid und in Siegburg. Das Wachstum dieser vier Kommunen beruht allerdings zum Teil auf statistischen Melderegisterkorrekturen. Die eigentliche Bilanz aus Geburten, Sterbefällen und Wanderungen war dagegen nur in Ruppichteroth positiv.

Hennef, Troisdorf und Niederkassel haben die höchsten Geburtenraten

In sämtlichen 19 Rhein-Sieg-Kommunen starben mehr Menschen, als Kinder geboren wurden. Es gab also nirgendwo einen natürlichen Bevölkerungszuwachs. Hennef hatte mit 4,47 Geburten je 1.000 Einwohner die höchste Geburtenrate im Kreis, gefolgt von Troisdorf (4,24) und Niederkassel (4,15).

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Dagegen hatte Bad Honnef mit 2,61 Geburten je 1.000 Einwohner die niedrigste Geburtenrate -  Rang 371 unter den 396 NRW-Kommunen. Die höchste Sterberate im Kreis hatte Swisttal mit 7,88 je 1.000 Einwohner, gefolgt von Eitorf (7,26) und Bad Honnef (7,22).

Alfter hat als einzige Kreis-Kommune einen knappen Männerüberschuss

Interessant sind auch die Zu- und Fortzüge. Im kompletten Kreisgebiet gab es im ersten Halbjahr 2026 genau 5525 Zugezogene und 6194 Fortgezogene. Lediglich vier der 19 Kommunen hatten im ersten Halbjahr 2026 einen positiven Wanderungssaldo: Sankt Augustin (94), Ruppichteroth (45), Windeck (15) und Lohmar (14). Die größten Wanderungsverluste gab es in Bornheim (-158), Niederkassel (-104) und Bad Honnef (-80).

Die Geschlechterverteilung im Rhein-Sieg-Kreis ist statistisch gesehen völlig unauffällig: IT.NRW weist 306.381 Frauen und 295.903 Männer aus, was einem Frauenanteil von 50,87 Prozent entspricht. Der NRW-Durchschnitt liegt bei 50,82 Prozent. Die linksrheinische Gemeinde Alfter ist die einzige Rhein-Sieg-Kommune mit einem knappen Männerüberschuss:  11.894 Männern stehen 11.857 Frauen gegenüber. Ein halbes Jahr zuvor war das Verhältnis noch umgekehrt gewesen, damals waren es acht Frauen mehr.