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Brennholz aus der RegionRhein-Sieg-Kreis: Wer zu spät kauft, zahlt mehr

Heizöl ist binnen eines Jahres um fast 75 Prozent teurer geworden, Brennholz nur um gut 15 Prozent. Händler in der Region haben Holz, doch bei Buche und Fichte wird es teils knapp.

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Die Nachfrage nach Brennholz zieht im Rhein-Sieg-Kreis an.

„Die Nachfrage nach Brennholz war in den Herbstferien sehr hoch“, sagt Michael Nöltgen aus Ruppichteroth. Nöltgen schlägt selbst Holz ein und kauft gleichzeitig zu. Gemeinsam mit seinem Bruder hat er vor mehr als 20 Jahren den Landhandel Nöltgen in Ruppichteroth gegründet. Heute arbeiten dort zehn Festangestellte und drei Aushilfen. Jährlich verarbeitet der Betrieb mehrere tausend Meter Holz.

Holz als Heizmaterial gewinnt bundesweit an Bedeutung

Dass Menschen wieder stärker auf Holz als Heizmaterial setzen, ist kein rein regionales Phänomen. Bundesweit hat das Heizen mit Holz in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Seit 2022 sind in Deutschland mehr als eine Million zusätzliche Holzöfen in Betrieb genommen worden. Die gestiegenen Preise für Öl und Gas haben das Interesse an alternativen Wärmequellen verstärkt. Im September 2026 kostete leichtes Heizöl nach Angaben des Statistischen Bundesamtes durchschnittlich 74,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Preise für Brennholz steigen nur moderat

Brennholz, Holzpellets und andere feste Brennstoffe verteuerten sich im selben Zeitraum zusammen um 15,6 Prozent. Das bayerische Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) erhebt seit über 25 Jahren durchschnittliche Brennholzpreise für Deutschland. Im Juli 2026 kostete ein Raummeter Buchenscheite mit einer Länge von 33 Zentimetern im Mittel rund 145 Euro, einschließlich Mehrwertsteuer und Lieferung im Umkreis von zehn Kilometern. Das waren 0,8 Prozent mehr als im Juli 2025.

Kunden kaufen größere Mengen

Bei der Forstbetriebsgemeinschaft Rhein-Sieg war die Nachfrage bereits im Frühjahr sehr hoch, teilt Geschäftsleiterin Heike Abraham (58) mit. Im Sommer wurde es ruhiger, seit Ende September zieht das Geschäft wieder deutlich an. Dabei falle auf, dass die Menschen größere Mengen abnähmen. Das Holz diene längst nicht mehr nur dazu, an kalten Abenden eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Einige nutzten es inzwischen auch zum Heizen und zur Warmwasserbereitung. „Es ist nicht mehr nur eine Wohlfühloase“, sagt Abraham. Besonders ausgeprägt sei die Nachfrage im Raum Siegburg. Buche und Esche seien beliebt, grundsätzlich nähmen die Kunden inzwischen aber fast alle verfügbaren Holzarten. Einen generellen Holzmangel gebe es bei der Forstbetriebsgemeinschaft derzeit nicht. Die Preise seien kürzlich angepasst worden und lägen bei 55 bis 57 Euro je Raummeter.

Versorgungslage bei den Händlern unterschiedlich

Michael Nöltgen schlägt Holz ein.

Dass die Versorgung dennoch nicht bei jeder Holzart gesichert ist, zeigt sich beim Forstunternehmen Koll in Bornheim. Auf seiner Internetseite weist der Betrieb darauf hin, dass Buchenholz zwar stark gefragt sei, in der Region aber nicht immer zur Verfügung stehe. Je nach Lieferzeitpunkt könne deshalb möglicherweise kein Buchen- oder Eschenholz angeboten werden. Kunden müssten dann auf gemischtes Hartholz ausweichen. Anders ist die Lage bei Kaminholz RheinSieg in Swisttal. „Ich habe ausreichend Vorräte“, sagt Inhaber Gregor Heinen (53). Die Lieferzeit liegt aktuell bei etwa einer Woche. Seit rund 20 Jahren betreibt Heinen das Unternehmen, das Haushalte in Swisttal, Bornheim und Alfter beliefert. Das Holz stammt aus der Region. Seine Preise habe er bislang nicht angehoben. Viele seiner Kunden seien Stammkunden.

Buche gefragt, Fichte kaum verfügbar

Auch Michael Nöltgen kann seine Kunden derzeit versorgen. Sein Betrieb produziert kontinuierlich nach und kauft zusätzlich Brennholz im Handel, das anschließend mit Maschinen weiterverarbeitet wird. Verkauft werde ausschließlich trockenes, ofenfertiges Holz. Das sei wichtig, sagt Nöltgen, denn auf dem Markt werde häufig auch zu feuchtes Holz angeboten.

Schwieriger sei es inzwischen, ausreichend Fichtenholz zu bekommen. Vor etwa drei Jahren sei das Angebot noch deutlich besser gewesen. Inzwischen gebe es in der Region kaum noch brauchbares Nadelholz. Als Grund nennt Nöltgen die Schäden durch den Borkenkäfer, der während der Dürrejahre große Teile der Fichtenbestände befallen und zerstört habe.

„Bei uns gibt es seitdem leider kaum noch brauchbares Nadelholz“, sagt Nöltgen.

Rechtzeitig vor dem ersten Frost einkaufen

Wer im Winter mit Holz heizen möchte, sollte nicht warten, bis der erste Frost kommt. Die Preise für Brennholz steigen je nach Wetterlage. „Wenn es noch warm ist, sollte man sich schon um Brennholz bemühen. Viele kommen zu spät, wenn es kalt wird“, sagt der 44-Jährige. (roa)