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Rückzug des SV Eintracht Hohkeppel II1. FC Spich klettert auf Nicht-Abstiegsplatz

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Der 1. FC Spich um Elias Oulahyane (rechts) profitiert vom Hohkeppeler Rückzug, der FSV Neunkirchen-Seelscheid um Tim Dreilich nicht.

Der 1. FC Spich um Elias Oulahyane (rechts) profitiert vom Hohkeppeler Rückzug, der FSV Neunkirchen-Seelscheid um Tim Dreilich nicht.

Während der Vorsprung des Landesliga-Spitzenreiters Neunkirchen-Seelscheid schmilzt, ist der FCS der große Profiteur. Hohkeppeler Trainer-Duo bleibt wohl. 

Der SV Eintracht Hohkeppel hat in der Winterpause für einen Paukenschlag gesorgt: Der Klub zog am Mittwochnachmittag sowohl seine Herren-Reserve als auch seine Frauen-Mannschaft aus dem Landesliga-Spielbetrieb zurück. Mit sofortiger Wirkung, wohlgemerkt. Laut offizieller Pressemitteilung des Vereinsvorstands stellt man so frühzeitig die Weichen für eine „nachhaltige und wirtschaftlich stabile Zukunft. Wir sichern damit die langfristige Entwicklung, schaffen Planungssicherheit und möchten Infrastruktur und Jugendförderung gezielt stärken.“

Die erste Mannschaft, die in der Mittelrheinliga (punktgleich mit Siegburg 04) auf Rang zwei überwintert und die sofortige Rückkehr in die Regionalliga West anpeilt, soll ihren Weg indes konsequent fortführen. Ebenso wie die Drittvertretung, die die Kreisliga B anführt. Geschäftsführer Kevin Theisen nennt neben Kapazitätsproblemen auf der Anlage in Köttingen vor allem fehlende Man-Power als Auslöser für die Neustrukturierung: „Es bedarf vieler Personen, um Mannschaften zu unterhalten. Da wurden wir unseren eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht.“

Hohkeppeler Trainer-Duo soll bleiben

Hinzu käme die anhaltende Kritik der Gästeteams an der Platz- und Kabinensituation. Nicht zuletzt Sportchef Frank Fußhöller vom FC Hennef hatte sich nach dem Mittelrheinliga-Gastspiel in Hohkeppel (1:4) über die „unzumutbaren Zustände“ beschwert und diese gar als „Schande für die höchste Amateurspielklasse“ bezeichnet. Folgerichtig werde nun verstärkt an der Infrastruktur gearbeitet und gemeinsam mit der Gemeinde Lindlar nach Lösungen gesucht. Eine mögliche Option könnte nach wie vor der Umzug auf das brachliegende Stadiongelände des TuS Lindlar sein.

Giuseppe Brunetto

Giuseppe Brunetto trainiert nicht mehr länger die Reserve des SV Eintracht Hohkeppel.

Ebenfalls offen ist die Zukunft des bisherigen Landesliga-Trainerduos. Chefcoach Giuseppe Brunetto gewann am Sonntag noch mit einem Großteil seiner Elf den Derschlager Budenzauber, wobei sein Co-Trainer (und der frühere Hennefer und Siegburger Angreifer) André Klug selbst die Schuhe schnürte. „Wir wurden von der Entscheidung kalt erwischt“, erklärt Brunetto, dessen Tage bei der Eintracht aber offenbar nicht gezählt sind. Denn weder er noch Klug würden freigestellt, betont Theisen: „Wir sind sehr zufrieden mit ihrer Arbeit und möchten sie an den Verein binden.“ Die Spieler müssen sich indes auf Vereinssuche begeben, darunter auch der im Sommer aus Hennef gekommene Kyrylo Mohylevets.

Der Rückzug hat auch tabellarische Konsequenzen, denn alle bisherigen Partien mit Beteiligung der Eintracht fallen aus der Wertung. Damit steht Hohkeppel II als erster Absteiger fest. Der Vorsprung des Spitzenreiters FSV Neunkirchen-Seelscheid ist derweil von drei auf zwei Punkte geschmolzen, da der Primus einen Punkt aus Hohkeppel entführte (1:1) und der Verfolger GW Brauweiler bei seinem Gastspiel bei der Mittelrheinliga-Reserve leer ausging (1:4).

1. FC Spich überholt Schlebusch in der Tabelle

Der große Profiteur heißt indes 1. FC Spich. Zwar wurde dem abstiegsbedrohten Verein angesichts des Remis bei Hohkeppel II (2:2) ein Punkt abgezogen, doch die direkte Konkurrenz traf es noch härter. Denn der Tabellenletzte Fortuna Bonn hatte einen seiner insgesamt nur drei Saisonsiege ausgerechnet gegen die Eintracht geholt (1:0). Auch der SV Schlebusch (2:0) und der TuS Marialinden (3:2) fuhren jeweils einen Erfolg ein gegen die Brunetto-Elf – und bekamen nun ebenfalls drei Zähler abgezogen. Damit schoben sich die Spicher in der Tabelle vorbei am SV Schlebusch.

„Wir stehen jetzt da, wo wir am Ende der Saison mindestens stehen wollen“, kommentiert der Spicher Sportchef Ralf Winiarz den unverhofften Sprung auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Der für Dienstag geplante Trainingsauftakt wurde wegen des Winterwetters derweil um eine Woche verschoben. Stattdessen trifft sich die Mannschaft am Wochenende zu einer Teambuilding-Maßnahme: „Wir wollen den Kabinentrakt anstreichen und renovieren auch den Sauna- und Fitnessbereich.“