Alexander Otto vom Aufstiegsaspiranten Siegburger SV 04 hat bislang sämtliche Mittelrheinliga-Vergleiche mit dem VfL gewonnen.
Duell mit dem „Lieblingsgegner“Siegburger Trainer plant seinen achten „Vichttal-Streich“

Tariq-Emad Suleiman (links) und der SSV wollen den Hinspielerfolg gegen Vichttal wiederholen.
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Das nennt man wohl eine makellose Bilanz. Sieben Mal ist Alexander Otto (41) in seiner Trainerkarriere schon auf den Fußball-Mittelrheinligisten VfL Vichttal getroffen, sieben Mal ging er als Sieger hervor. Nachdem er Viktoria Glesch-Paffendorf zu drei Erfolgen geführt hatte (2:0, 2:0, 2:1), setzte er die Serie gegen seinen „Lieblingsgegner“ auch an der Seitenlinie des Siegburger SV 04 fort. Der jüngste Streich ereignete sich am 30. November 2025, als man den VfL mit 4:0 in die Schranken wies. Vor dem Rückspiel am Montag (15.30 Uhr) im Sportpark Dörenberg warnt Otto trotzdem eindringlich vor dem Gegner: „Leider schießen Statistiken keine Tore. Für mich zählt nur Folgendes: Vichttal ist seit anderthalb Jahren ein Top-Oberligist, der immense Qualität mitbringt – gerade in der Offensive.“
Qualität, die sich insbesondere auf eigener Anlage entfaltet. Denn der VfL ist das einzige Team in der Mittelrheinliga, das noch ohne Heimniederlage dasteht. Der SSV 04 reist indes als einzige noch ungeschlagene Auswärtsmannschaft an. Und gut erholt obendrein. Denn das spielfreie Wochenende nutzten die Siegburger für eine viertägige Trainingspause – und einen Teamtag im Biergarten der Kölner Rheinterrassen. „So konnten wir die Akkus noch mal voll aufladen für den Saisonendspurt“, erklärt Otto. „Seit Dienstag richtet sich unser ganzer Fokus auf Vichttal.“
Wir lieben die Rolle des Jägers
Mit einem Auswärtssieg würden die 04er das Titelrennen definitiv offenhalten, denn der SV Bergisch Gladbach führt das Tableau nur mit einem Punkt Vorsprung vor Siegburg an. „Wir lieben die Rolle des Jägers“, betont Otto. „Aber klar: Wenn wir wirklich eine Chance auf die Meisterschaft haben wollen, sollten wir die letzten drei Spiele tunlichst gewinnen.“ Sportchef Tom Caspers scheint die Lauerstellung ebenfalls zu genießen: „Wenn Bergisch Gladbach im Saisonendspurt noch mal strauchelt, wollen wir da sein.“ Wohl wissend, dass der besagte Rivale am vorletzten Spieltag noch beim heimstarken FC Wegberg-Beeck ran muss. Auch die beiden Heimspiele der 09er gegen die SF Düren (Mo., 15 Uhr) und Porz (7. Juni) seien „keine Selbstläufer“.
Das gilt zweifellos auch für das Siegburger Restprogramm, denn der Aufgabe am Pfingstmontag folgen noch das Derby gegen Hennef und das Saisonfinale in Merten. Unabhängig vom Ausgang des Titelrennens treiben die 04er ihre Kaderplanungen voran. „Alle Jungs, die bereits unterschrieben haben, würden wir auch mit in die Regionalliga nehmen“, betont Caspers.
Bislang umfasst der Kader 17 Spieler, darunter sechs Zugänge. Neben dem Hennefer Trio um Dov Baron (18, Tor), Levi Dang (18) und Leon Rosic (20) stoßen drei weitere Talente hinzu: Keeper Fabio Braun (18, FC Rheinsüd Köln), Innenverteidiger Lennox Dittrich (20, TuS Mondorf) und Offensivspieler Vidun Rameswaran (19). Letzterer wird aus der eigenen U-19-Mannschaft hochgezogen, die unlängst Meister in der Leistungsklasse wurde. „Vidun ist das erste Eigengewächs seit einer gefühlten Ewigkeit, das den Sprung nach oben geschafft hat“, so Caspers. „Er wird uns hoffentlich noch ganz viel Freude bereiten.“ Vielleicht sogar in der Regionalliga West.
FC Hennef 05 holt Monir Hassan und Linus Daus
Der FC Hennef 05 empfängt am Montag (15 Uhr) den FC Teutonia Weiden. Ein Team, das nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt hat. „Wir schauen auf uns und wollen zumindest an der 40-Punkte-Marke schnuppern“, sagt der Hennefer Sportchef Frank Fußhöller. Um am Ende tatsächlich die Vier vorne stehen zu haben, müsste der FCH seine restlichen drei Begegnungen allesamt gewinnen – auch das Derby in Siegburg.
Die Kaderplanung schreitet derweil voran: Während mit Abdul-Wahid Bancé (22, SSV Merten) und Kai Schusters (24, Eintracht Hohkeppel – im runden Bild) zwei weitere Leistungsträger den Klub verlassen werden, stehen bereits sechs Zugänge fest. Unter anderem wechseln Stoßstürmer Monir Hassan (20, SSV Merten) und Abwehr-Allrounder Linus Daus (20, Bergisch Gladbach) zum FCH.
