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„Für eine Woche die Lachnummer“Hennef geht beim Schlusslicht FC Pesch „baden“

3 min
Luca Wilsing

Torwart Luca Wilsing muss beim Stande von 1:1 zwischen die Pfosten, kann die Hennefer Auswärtsniederlage aber auch nicht verhindern. 

Der Fußball-Mittelrheinligist erlebt einen Nachmittag zum Vergessen. Der Siegburger Trainer kritisiert Nicht-Antritt des FC Teutonia Weiden scharf. 

Siegburger SV 04 – FC Teutonia Weiden 2:0 (Wertung). Die Mittelrheinliga-Fußballer des Siegburger SV 04 waren am Sonntag zum Nichtstun verdammt. Dass der Gegner wegen Personalmangels gar nicht erst anreiste, empfand Cheftrainer Alexander Otto als „extrem schade. Wir hätten uns die drei Punkte lieber auf dem Rasen verdient, so wie im Hinspiel (7:0, Anm. d. Red.). Dass ein Meisterschaftsmatch einen Tag vor dem Anpfiff abgesagt wird, wirft kein gutes Licht auf den Oberliga-Fußball.“ Eine kurzfristige Spielverlegung sei derweil keine Option gewesen: „Wir können ja schlecht warten, bis Weiden wieder mit der vollen Kapelle antreten kann. Ausfälle gehören nun mal zu einer Saison hinzu.“

Aus Angst vor einer hohen Niederlage nicht anzutreten, hat für mich einen faden Beigeschmack
Alexander Otto, Trainer des Siegburger SV 04

Die Aussagen des gegnerischen Sportchefs Cemil Temür über das Personal („Wir hätten nur elf Mann zur Verfügung gehabt“) und eine mögliche Abreibung in Siegburg („Wir wollten uns nicht abschlachten lassen“) kontert Otto trocken: „Ich hätte zu Beginn auch nur elf Spieler ins Rennen geschickt. Und aus Angst vor einer hohen Niederlage nicht anzutreten, hat für mich einen faden Beigeschmack. Denn so wird man für eine Spielabsage sogar noch mit einem glimpflichen Ergebnis belohnt.“

Die unfreiwillige Pause nutzte Otto derweil, um den übernächsten Gegner SSV Bornheim persönlich unter die Lupe zu nehmen. „Das wird eine verdammt knifflige Auswärtsaufgabe“, kommentierte der Coach den 4:1-Erfolg des Aufsteigers gegen die SpVg Porz. Nicht zuletzt wegen des kleinen Platzes: „Mit ihrem Umschaltspiel und vielen langen Bällen können die Bornheimer zu Hause jeden Gegner vor Probleme stellen.“


FC Pesch – FC Hennef 05 6:3 (3:2). Frank Fußhöller nahm hinterher kein Blatt vor den Mund. „Ich werde jetzt nicht gleich alles in Frage stellen“, stellte der Hennefer Sportchef nach der 3:6-Pleite beim bis dato erst einmal siegreichen Schlusslicht klar. „Aber es gibt auch nichts schönzureden: Zumindest für eine Woche sind wir jetzt die Lachnummer der Liga.“ Man habe den Gegner regelrecht „zum Toreschießen eingeladen. Sechs Gegentreffer in Pesch tun schon weh.“

Dabei hatte Kai Schusters für einen Hennefer Blitzstart gesorgt (4.). Doch mit dem Ausgleich durch Ismail Farzat kippte die Partie (16.), wobei sich Gästekeeper Moritz Hellwig beim Zusammenprall mit dem Torschützen zu allem Überfluss auch noch eine Gesichtsverletzung zuzog; er wurde durch Luca Wilsing ersetzt. Nachdem Georg Sakri die Heimelf in Führung gebracht hatte (39.), glich Luah Mahessa per Fernschuss aus (45./+1). Doch das letzte Wort vor der Pause hatte erneut Sakri (45./+4).

Kai Schusters verschießt Handelfmeter

In der 60. Minute fing der Pescher Stürmer einen kapitalen Fehlpass im Hennefer Spielaufbau ab und ließ sich die Chance auf den Hattrick nicht nehmen – 4:2. Immerhin zeigte der FCH anschließend Moral: Zwar scheiterte Schusters zunächst per Handelfmeter an Mertcan Akar (67.), doch in der 83. Minute war Abdul-Wahid Bance nach einer Ecke per Kopf zur Stelle. Farzat im Anschluss an einen Freistoß (85.) und Ergün Yildiz per Konter (87.) antworteten jedoch prompt und bescherten Pesch den zweiten Saisonsieg.

FCH: Hellwig (18. Wilsing) – Kubek (70. Sopo), Bance, Karaca, Bouakran (46. Mus) – Köhl (46. Delkic), Pflüger, Mahessa, Schusters – Mowitz (70. Dang), Ichue.