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Aufstieg in die Regionalliga WestSiegburger SV 04 stellt Lizenzantrag

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Walter-Mundorf-Stadion

Prall gefüllt, aber nicht Regionalliga-tauglich: die Haupttribüne des Siegburger Walter-Mundorf-Stadions. 

Der Fußball-Mittelrheinligist bewirbt sich für die vierthöchste Spielklasse – und benennt ein Ausweichstadion. Hennef fiebert Kellerduell entgegen.   

Aus dem Titelrennen ist ein Vierkampf um den Aufstieg geworden. Neben dem Mittelrheinliga-Spitzenreiter SV Bergisch Gladbach 09 (50 Punkte), VfL Vichttal (2./45) und Eintracht Hohkeppel (4./42) hat nämlich auch der Siegburger SV 04 (3./43) die Lizenz für die Regionalliga West beantragt. Die Unterlagen wurden beim Westdeutschen Fußballverband (WDFV) eingereicht, darüber hinaus hinterlegte man eine Kaution in Höhe von 35.000 Euro.

„Wir sind für den Fall der Fälle gewappnet“, sagt Geschäftsführer Oliver Karp. „Sollte uns in dieser Saison tatsächlich das kleine Wunder gelingen, werden wir den Sprung nach oben auch wagen.“ Vorausgesetzt natürlich, dass die 04er auch tatsächlich die Zulassung für die vierthöchste Spielklasse erhalten.

Lage, Infrastruktur und Zustand des Sportparks Pennenfeld sind top
Oliver Karp, Geschäftsführer des Siegburger SV 04

In der Vorsaison hatte der Bonner SC als einziger Mittelrheinligist für die Regionalliga West gemeldet – und als Meister auch auf dem Rasen Ernst gemacht. Für die Siegburger Verantwortlichen war der Bewerbungsprozess indes vor allem eine Art Probelauf. „Beim nächsten Mal wird sicherlich alles noch schneller und reibungsloser ablaufen“, betont Karp. „Denn Übung macht bekanntlich den Meister.“

Fest steht: Im Falle eines Aufstiegs müsste der SSV 04 vorübergehend umziehen, denn das Walter-Mundorf-Stadion ist alles andere als Regionalliga-tauglich – nicht zuletzt, weil die Vorgabe von mindestens 150 überdachten Sitzplätzen auf der Haupttribüne nicht erfüllt wird. Als Ausweichstadion haben die Siegburger den Sportpark Pennenfeld in Bad Godesberg angegeben. „Lage, Infrastruktur und Zustand der Anlage sind top“, sagt Karp über die Heimspielstätte der Oberliga-Footballer der Bonn Gamecocks. Lediglich eine feste Umzäunung des Gästefanbereichs müsste noch errichtet werden. In Eigenregie, wohlgemerkt.

Siegburger SV 04 ist auswärts ungeschlagen

Während man für die Stadionmiete lediglich eine mittlere vierstellige Summe pro Saison einplanen müsste, würde sich der Etat im Falle eines Aufstiegs laut Karp „ungefähr verdreifachen. Aber selbst damit wären wir immer noch ein ganz kleines Licht in der Regionalliga West.“

Allein die Aufstiegsbereitschaft des Vereins wertet Cheftrainer Alexander Otto als „tolles Zeichen – sowohl nach innen als auch nach außen. Für uns als Mannschaft hat sich dadurch aber überhaupt nichts geändert: Wir wollten vom ersten Spieltag an das Maximum rausholen – und das gilt jetzt auch für die verbleibenden neun Partien.“

Vor dem Duell am Sonntag (15.30 Uhr) beim Aufsteiger SSV Bornheim stellt der 41-Jährige klar: „Wir können die Situation realistisch einordnen und haben von allen vier Regionalliga-Bewerbern den geringsten Druck, nämlich gar keinen.“ Zwar warnt Otto vor einer hohen Auswärtshürde („kleiner Platz, große Aufgabe“), doch der Glaube an die eigene Stärke überwiegt. „Wir sind auswärts noch immer ungeschlagen“, verweist der Übungsleiter auf die starke Bilanz von neun Siegen und einem Remis in der Fremde. „Auch am Sonntag zählen für uns nur drei Punkte.“ Denn nur so darf man weiter vom kleinen Wunder träumen.


Hennef bittet die SF Düren zum Kellerduell

Bereits am Samstag (15.30 Uhr) bittet der FC Hennef 05 die SF Düren zum Kellerduell. Der auf dem ersten Abstiegsplatz liegende Tabellennachbar gewann zwar das Hinspiel (4:3), verbucht vor dem Wiedersehen im Anton-Klein-Sportpark aber einen Sechs-Punkte-Rückstand auf die 05er. „Wir haben nicht vor, dem Gegner neues Leben einzuhauchen“, sagt der Hennefer Sportchef Frank Fußhöller. „Bei allem Respekt vor Düren: Unser Anspruch ist es zu gewinnen, gerade zu Hause.“

Angesichts der Last-Minute-Niederlage im Oktober habe man „definitiv noch etwas gutzumachen. Das war ein Spiel auf Bezirksliga-Niveau.“ Beim anstehenden Abstiegsgipfel auf Naturrasen muss der FCH ohne Flügelangreifer Daniel Sopo (Gelb-Rot-Sperre) auskommen.