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Drückende HitzeMehr als 200 Einsätze für den Rettungsdienst in Rhein-Sieg

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Der Rettungsdienst wurde an den heißen Tagen aufgestockt. Archivfoto.

Der Rettungsdienst wurde an den heißen Tagen aufgestockt. Archivfoto.

Zusätzliche Rettungswagen sind in den besonders heißen Tagen im Einsatz. Ddie Gefahr von Wald- und Flächenbränden steigt.

Das Thermometer stieg auch am Donnerstag wieder auf 37 Grad: Der Rettungsdienst im Rhein-Sieg-Kreis hat deswegen mehr zu tun als üblich. „Bis zum Nachmittag hatten wir 200 Einsätze, üblich sind eher 150“, sagt Frank Mühlchen, Leiter der Feuer- und Rettungsleitstelle. „Wir haben richtig viel zu tun in den vergangenen Tagen und deswegen zusätzliche Rettungswagen im Einsatz.“

Besonders ältere Menschen mit Vorerkrankungen litten unter der Hitze, es treffe aber auch mittelalte und jüngere Personen, die sich überanstrengt hätten. „Häufig sind es Kreislaufbeschwerden oder Anzeichen von Erschöpfung.“ Mühlchen empfiehlt, zu Hause zu bleiben, den Schatten aufzusuchen, ausreichend zu trinken und auf Alkohol zu verzichten.

„Erst wenn die Beschwerden heftig sind und nicht von selbst verschwinden, sollte man die 112 wählen. Die Kolleginnen und Kollegen bringen einen dann meist ins Krankenhaus, wo man durchgecheckt wird.“ Außerdem sollten Menschen sogenannte Kühlpunkte aufsuchen, etwa klimatisierte Einkaufszentren.

Gefahrenindex 4 für Flächenbrände im Rhein-Sieg-Kreis

Mit den anhaltend hohen Temperaturen steigt auch die Gefahr von Wald- und Flächenbränden. Angesichts der anhaltenden Trockenheit mahnen die Feuerwehren im Rhein-Sieg-Kreis, sich in der Natur verantwortungsvoll zu verhalten und auf keinen Fall Zündquellen zu verursachen.

So ausgerüstet gehen Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten im Wald vor. Archivfoto.

So ausgerüstet gehen Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten im Wald vor. Archivfoto.

„Viele Menschen glauben, dass die Hitze allein Waldbrände auslöst. Das ist jedoch nicht der Fall“, erklärt Peter Kern, Pressesprecher der Feuerwehren im Rhein-Sieg-Kreis. Hohe Temperaturen und ausgetrocknete Vegetation begünstigten die Entstehung und Ausbreitung von Bränden zwar, ursächlich sei jedoch immer eine Zündquelle. „Auch die vermeintliche Selbstentzündung von Wäldern ist ein Mythos. Es braucht stets einen Zündfunken, der von Menschen stammt“, betont Kern. Der Waldbrandindex steht aktuell auf Stufe 3 von 5, der Graslandfeuerindex auf Stufe 4.

Lagerfeuerromantik endet im schlimmsten Fall in einer Katastrophe
Peter Kern, Pressesprecher der Feuerwehren im Rhein-Sieg-Kreis

Außer absichtlicher Brandstiftung führe häufig Unachtsamkeit zu Bränden. „Weggeworfene Zigaretten, offenes Feuer oder falsch abgestellte Fahrzeuge können ausreichen, um trockenes Gras oder Unterholz in Brand zu setzen.“ Kern appelliert, in Waldgebieten besondere Vorsicht walten zu lassen. Offenes Feuer sei im Wald grundsätzlich verboten, dies gelte auch für Grillfeuer außerhalb ausgewiesener Grillplätze. Zudem dürfe in Wäldern nicht geraucht werden. Wer mit dem Auto unterwegs sei, solle keinesfalls brennende Zigaretten aus dem Fenster werfen.  Eltern sollten ihre Kinder über die Gefahren von Feuer im Wald und am Waldrand aufklären.

Besondere Bedeutung misst die Feuerwehr der Freihaltung von Rettungswegen bei. Zufahrten zu Wäldern, Mooren und Heideflächen müssten jederzeit passierbar bleiben, damit Einsatzkräfte im Ernstfall schnell zum Brandort gelangen könnten. Darüber hinaus sollten Ausflügler ausschließlich ausgewiesene Parkplätze nutzen, da sich trockene Grasflächen durch heiße Fahrzeugteile entzünden könnten.

Waldbrände seien für die Feuerwehr schwierig zu löschen: „Es gibt dort keine Hydranten und nur selten Seen oder Bäche. Wir müssen das Wasser also auf unseren Fahrzeugen mitführen. Dafür bauen wir mobile Wasserbecken auf, die wir befüllen. In ländlichen Gebieten helfen uns dabei oft Landwirte“, schildert Kern. Jedoch sei das Terrain in Wäldern oft unwegsam und nur für kleine Fahrzeuge geeignet. „In Troisdorf wird deswegen kommende Woche ein neuer Pick-Up in Dienst gestellt, der eine kleine Löschvorrichtung und eine Pumpe an Bord hat. Damit kommt er tiefer in den Wald hinein als ein großes Löschfahrzeug.“

Mehrere Kommunen hielten solche Fahrzeuge vor. „Waldbrände bekämpfen wir mittlerweile gemeinsam. Bereits bei Flächenfeuern von bis zu 100 Quadratmetern leisten sich im Osten des Rhein-Sieg-Kreises Eitorf, Hennef und Sankt Augustin gegenseitig Unterstützung, im Westen Siegburg, Troisdorf und Sankt Augustin.“ Zudem sei aktuell die Alarmstufe erhöht worden: „Sie reicht von Brand 1 bis Brand 5, danach richtet sich die Zahl der eingesetzten Kräfte. Das heißt, bereits beim Stichwort B2-Wald alarmieren wir direkt B3, damit mehr Leute kommen.“ Auch Hilfsorganisationen wie Malteser oder DRK, die Getränke vorhielten, würden direkt mit alarmiert und nicht wie sonst bei Bedarf.

Peter Kern ermutigt die Bevölkerung, andere Waldbesucher freundlich auf die geltenden Regeln hinzuweisen. Bei Rauchentwicklungen oder Bränden sei unverzüglich der Notruf 112 zu wählen. „Je früher ein Brand gemeldet wird, desto größer sind die Chancen, ihn schnell unter Kontrolle zu bringen.“

RSAG sagt Leerung der Biotonne für Freitag ab

Auch die RSAG kämpft mit den Auswirkungen der Hitzwelle. Wie Pressesprecher Philip Moll mitteilte, seien bereits am Donnerstag (25. Juni) die Einsatzzeiten des Elektro-Kleinteile-Mobils sowie des Schadstoffmobils aufgrund der extremen Hitze verkürzt worden. Das behalte man sich auf für den Freitag (26. Juni) vor. Die Entleerung der Biotonne müsse am Freitag entfallen. Die nächste Leerung erfolgt am Freitag, den 3. Juli.

Auch bei der regulären Entsorgung seien Verzögerungen möglich. Kunden werden gebeten, Verständnis dafür zu haben, dass Touren gegebenenfalls angepasst oder vorzeitig beendet werden müssten. Werde Sperrmüll nicht abgeholt, könne er am Straßenrand bleiben und werde später von der RSAG entsorgt.