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EnergiewetterWie hell strahlt die Sonne in Rhein-Sieg – und was bedeutet das für private Energiegewinnung?

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Solarmodule für ein sogenanntes Balkonkraftwerk hängen an einem Balkon.

Wie wirkte sich die Sonneneinstrahlung in diesem Jahr auf Energiegewinnung aus? (Symbolbild)

Meteorologe Karsten Brandt hat die Sonneneinstrahlung im östlichen Rhein-Sieg-Kreis für das Jahr ausgewertet und sieht einen deutlichen Trend.

„Zum ersten Mal haben wir für eine detaillierte Analyse der sogenannten Globalstrahlung für den östlichen Rhein-Sieg-Kreis vorgenommen“, sagt der Meteorologe Dr. Karsten Brandt. Berücksichtigt wurden die Messstationen in Troisdorf-Rotter See und Sankt Augustin. Die Monatswerte zeigen den starken Anstieg der Sonneneinstrahlung im Frühling.

Sensor zur Messung der Globalstrahlung.

Sensor zur Messung der Globalstrahlung.

Die Messdaten liefern ein genaues Bild der gesamten solaren Leistung im östlichen Rhein-Sieg-Kreis. Die Auswertung zeigt deutlich: In diesem Jahr erreichten die Monate März, April, Mai und Juni außergewöhnlich hohe Summen der Globalstrahlung.

Was ist die Globalstrahlung?

Unter Globalstrahlung wird die gesamte Strahlungsenergie der Sonne verstanden, die auf einen Quadratmeter horizontaler Fläche trifft. Dabei geht es um direkte Sonneneinstrahlung und diffuse Helligkeit von Wolken. Die Messwerte können sehr gut als Orientierung dienen, etwa für Besitzerinnen und Besitzer von Balkonkraftwerken oder Photovoltaikanlagen auf dem Hausdach.

Im Gegensatz dazu wird die häufig genannte meteorologische Sonnenscheindauer nur registriert, wenn eine bestimmte Strahlungsstärke (120 Watt pro Quadratmeter) überschritten wird. Deshalb wirkt es für uns Menschen oft so, als gäbe es mehr Sonnenstunden, als tatsächlich meteorologisch gemessen werden. Daher ist die Globalstrahlung für Energiefragen der deutlich aussagekräftigere Wert.

Globalstrahlung steigt seit Jahren an

Die Daten zeigen einen klaren Trend: Die Globalstrahlung im Rhein-Sieg-Kreis nimmt seit Jahren zu. Während der durchschnittliche Jahreswert zwischen 1981 und 2010 noch bei ca. knapp 1000 Kilowattstunden pro Quadratmeter lag, erreicht er inzwischen fast 1100 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Im östlichen Kreisgebiet fällt der Wert geringfügig niedriger aus, insgesamt liegen die Zahlen der vergangenen Jahre jedoch auf einem sehr hohen Niveau.

Die Grafik zeigt die Monatssumme der Globalstrahlung in Kilowattstunden an den Messstellen in  Troisdorf und Sankt Augustin über das Jahr verteilt

Die Grafik zeigt die Monatssumme der Globalstrahlung in Kilowattstunden an den Messstellen in Troisdorf und Sankt Augustin über das Jahr verteilt

„Für das laufende Jahr erwarten wir sogar einen Rekordwert von rund 1200 Kilowattstunden pro Quadratmeter“, sagt Brandt. Das Jahr 2025 war damit außergewöhnlich sonnig – und entsprechend ertragreich für Besitzerinnen und Besitzer von Solaranlagen. Auch ein schwächerer Herbst wirkt sich kaum auf das Gesamtergebnis aus, denn die sonnenarmen Monate tragen nur einen geringen Anteil zur Jahresbilanz bei. Deutlich wird das zum Beispiel an den Tageswerten im November 2025. Hier schlägt an den meisten Tagen die Globalstrahlung nur mit geringen Werten von 0,2 bis höchstens 1,7 Kilowattstunden zu Buche.

Für diesen Samstag, 29. November, werden vier bis fünf Stunden spürbarer Sonnenschein erwartet – ein guter Wert für diese Jahreszeit. Solaranlagen können dabei nochmals Erträge von über 1 bis zu 1,5 Kilowattstunden pro Quadratmeter erzielen. Insgesamt bleibt die Sonnenausbeute im November und Dezember jedoch saisonal bedingt niedrig.