Rhein-Sieg bleibt ZuzugsregionLandesamt rechnet weiter mit mehr Einwohnern

Möbelwagen werden auch künftig den Rhein-Sieg-Kreis ansteuern. Die Region bleibt Zuzugsgebiet.
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- Dem Statistischen Landesamt IT NRW zufolge ist die Zahl der Neugeborenen auch 2018 leicht angestiegen.
- Doch der Kreis verzeichnet auch immer mehr Zuzügler – ein Trend, der noch jahrelang anhalten soll.
- Doch nicht alle Kommunen wachsen.
Rhein-Sieg-Kreis – Niederkassel boomt. Was Bauwillige seit Jahren zur Kenntnis nehmen müssen, wenn sie die Suche nach einem geeigneten Grundstück entweder erfolglos abbrechen oder aber notgedrungen die immer weiter steigenden Immobilienpreise akzeptieren, wird ihnen jetzt vom Statistischen Landesamt IT NRW noch einmal bestätigt. In den nächsten Jahren, so die Experten, wird sich der Zuzug nach Niederkassel ungebremst fortsetzen. Bis 2040, so ihre aktuelle Prognose zur Bevölkerungsentwicklung, wird die Zahl der Einwohner im Vergleich zu 2018 um 14 Prozent ansteigen. Von rund 38 000 auf dann mehr als 43 000.
In der Modellrechnung der Statistiker ist Niederkassel allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Fast alle Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises werden, so ihre Erwartung, weiter wachsen. Der Rhein-Sieg-Kreis, der zurzeit mit rund 600 000 Einwohnern hinter dem Kreis Recklinghausen deutschlandweit der Landkreis mit der zweithöchsten Bevölkerungszahl ist, könnte dadurch schon bald der bevölkerungsreichste des Landes sein: Die Zahl seiner Einwohner soll 2040 bei fast 635 000 liegen, ein Zuwachs um sechs Prozent.
Nicht alle Kommunen wachsen
Nur fünf der insgesamt 19 Städte und Gemeinden müssen sich nach Angaben von IT NRW in den nächsten 20 Jahren auf sinkende Bevölkerungszahlen einstellen. Im linksrheinischen Rheinbach (minus 2,4 Prozent) und in Bad Honnef (minus 3,4 Prozent) ist der Einwohnerschwund noch verhalten. Deutlich stärker trifft es, wenn sich die Prognosen bewahrheiten, im ländlich strukturierten Osten des Kreisgebietes Neunkirchen-Seelscheid (minus 9,0 Prozent), Eitorf (minus 10,7 Prozent) und Windeck (minus 11,7 Prozent).
Auf der Liste der weiter wachsenden Kommunen fallen neben Niederkassel vor allem Siegburg mit einer Steigerung um 12,7 Prozent, Troisdorf mit einem prognostizierten Bevölkerungswachstum von 10,0 Prozent und Sankt Augustin mit einem Plus von 8,8 Prozent auf.
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Das im landesweiten Vergleich überdurchschnittliche Bevölkerungswachstum geht nach Angaben der Landesstatistiker mit einer deutlichen Alterung der Gesellschaft einher. In fast allen Kommunen wird die Altersgruppe der 19- bis 65-Jährigen schrumpfen. Dagegen wird die Gruppe derjenigen, die 65 und älter sind, in allen Städten und Gemeinden des Kreises immer größer. Auch in dieser Statistik rangiert Niederkassel an der Spitze.
Dort soll die Zahl der Senioren bis 2040 um fast 76 Prozent steigen, in Hennef wächst diese Altersgruppe um etwa 65 Prozent, in Troisdorf und Much um 51 Prozent. Noch deutlicher zeigt sich die Alterungstendenz, wenn man die Modellrechnung für die über 80-Jährigen betrachtet. Ihre Zahl wächst in Niederkassel bis 2040 um rund 142 Prozent, in Much im 123 Prozent, in Neunkirchen-Seelscheid um 106 Prozent, in Sankt Augustin um mehr als 92 Prozent und in Lohmar um knapp 83 Prozent.

