Abo

Fensterbänke als SitzplätzeWohlfühlfaktor im Rhein-Sieg-Gymnasium in Sankt Augustin

4 min
Blick von Neubau auf den Altbau des Rhein-Sieg-Gymnasiums. Der städtische Projektleiter Wolf Kamprath (l.) und Bürgermeister Max Leitterstorf im Klassenzimmer für moderne Sprachen.

Blick von Neubau auf den Altbau des Rhein-Sieg-Gymnasiums. Der städtische Projektleiter Wolf Kamprath (l.) und Bürgermeister Max Leitterstorf im Klassenzimmer für moderne Sprachen.

Am 24. September soll der Neubau des Rhein-Sieg-Gymnasiums feierlich eröffnet werden. Der Unterricht startet bereits mit Beginn des neuen Schuljahrs.

Die Reinigungsfirma hat schon angefangen zu arbeiten, während die Handwerker noch letzte Feinheiten erledigen. Der Neubau des Rhein-Sieg-Gymnasiums (RSG) ist so gut wie fertig. Mit Beginn des neuen Schuljahres soll er bezogen werden. Das wäre am Mittwoch, 2. September 2026. Für die Jugendlichen der fünften Klassen, früher Sextaner genannt, beginnt dann in der weiterführenden Schule der lang ersehnte Neubeginn im Neubau. 

Die Redaktion besichtigte die Baustelle mit dem städtischen Projektmanager Wolf Kamprath; Josefine Dedenbach, Fachbereichsleiterin Bildung, Sport und Kultur bei der Stadt, sowie Bürgermeister Max Leitterstorf. Eines fällt sofort auf: Das Gebäude ist so konzipiert, dass sich die Jugendlichen darin wohlfühlen und gern aufhalten wollen. Die langen Fensterbänke an den hellen Glasfronten in den Fluren sind als Sitzbänke konzipiert. Kahle und öde Gänge, wie sie früher in Schulgebäuden üblich waren, gehören im Neubau des Rhein-Sieg-Gymnasiums der Vergangenheit an.   

Wir haben hier ein absolutes Vorzeigegebäude
Bürgermeister Max Leitterstorf

„Wir haben hier ein absolutes Vorzeigegebäude“, ist sich Bürgermeister Leitterstorf sicher. Die Umlaibungen der Fenster sind auf das braune Eichenparkett abgestimmt. Alles wirkt wie aus einem Guss. Lerninseln geben den Jugendlichen Platz für Gruppenarbeit. Große Fenster in den Wänden der Klassenräume daneben stellen einen Kontakt zu den Gruppen her. Die Sitzbänke und Stehtische dafür sind schon angeliefert. Sie stehen allerdings noch nicht an Ort und Stelle, weil Handwerker dort noch mit ihren Werkzeugen unterwegs sind.  

Die Möbel für die Lerninseln sind zurzeit in einem Klassenzimmer zwischengelagert.

Die Möbel für die Lerninseln sind zurzeit in einem Klassenzimmer zwischengelagert.

Die hohen Fenster haben Oberlichter, die geöffnet werden können. Josefine Dedenbach führt eine Besonderheit vor: Die klaren Fensterscheiben  der Klassen zum Flur hin können auf Knopfdruck zu Milchglas werden. Dann ist kein Blick mehr von außen in den Raum möglich. Beheizt wird das Gebäude mit Fernwärme, das Aggregat dafür steht auf dem Gelände der Asklepios-Kinderklinik.   

Neubau des Rhein-Sieg-Gymnasiums nach den Sommerferien bezugsfertig

Das zeitgemäße schulische Konzept und die ressourcenschonende Gebäudeplanung greifenineinander: Mit Dachbegrünungen, Dachgarten und  500 Quadratmeter-Photovoltaikanlage wurde für die Schülerinnen und Schüler ein barrierefreies Gebäude erstellt. Die rund 5700 Quadratmeter Fläche teilen sich unter anderem in 17 Klassen- und Kursräume, drei Informatikfachräume, fünf Biologiefachräume, drei Lernlandschaften, einen Lehrerstützpunkt, eine Mensa mit 100 Plätzen sowie ein Kommunikationszentrum auf.

Die Außenanlagen werden zurzeit gestaltet. Neubau Rhein-Sieg Gymnasium kurz vor der Fertigstellung.

Die Außenanlagen werden zurzeit gestaltet. Neubau Rhein-Sieg Gymnasium kurz vor der Fertigstellung.

Am Donnerstag, 24. September, wird das Gebäude offiziell eröffnet. Dann haben es die Jugendlichen schon seit drei Wochen in Besitz genommen. Auffällig ist der Dachgarten, der sich an die Biologieräume anschließt, mit Versuchsfeldern, Hochbeeten und Freiunterrichtsflächen. Das Gebäude wird mittig über einen sich zum Zentrum öffnenden Hof erschlossen, an dem auch die Mensa mit Freisitzmöglichkeit platziert ist. Zusätzlich entsteht ein zweiter, ruhiger Atriumhof an den Räumen der fünften Klassen.  

Vom Neubau aus gibt es Blickachsen zum Bestandsgebäude des Rhein-Sieg-Gymnasiums. Es wurde 1967 gegründet. Bis das Schulgebäude 1972 bezogen werden konnte, fand der Unterricht in provisorischen Klassenräumen statt. Die Schülerzahl wuchs immer weiter, und so wurde der Neubau nötig. Rund 1000 Jugendliche bereiten sich inzwischen dort aufs Abitur vor. „Für den Neubau wurden 800 Stühle beschafft“, berichtet Josefine Dedenbach. Das bedeutet jedoch nicht, dass nun 1800 Schülerinnen und Schüler gezählt werden: Die modernen Fachräume brauchen Mobiliar. 

Blick in einen Klassenraum für Naturwissenschaften. Die Gasversorgung für Bunsenbrenner kommt von den Versorgungsmodulen an der Decke.

Blick in einen Klassenraum für Naturwissenschaften. Die Gasversorgung für Bunsenbrenner kommt von den Versorgungsmodulen an der Decke.

„Wir sehen den Solitärbau als eines der Elemente der Modernisierung unserer schulischen Räumlichkeiten. Es ist erfreulich, dass das RSG mit Fertigstellung des Neubaus – nach vielen Jahren im Provisorium – endlich über eine veritable Mensa verfügen wird“, sagte RSG-Schulleiterin Birgit Fels bei der Grundsteinlegung im Februar 2024. Rund 100 Plätze sind dort vorhanden. Das RSG ist keine Ganztagsschule, bietet jedoch Verpflegung über die Mittagszeit an, wenn dies erforderlich ist. 

In der neuen Mensa im Rhein-Sieg-Gymnasium kann auch gefeiert werden

Eine Wand im roten Farbton, der auch im Logo der Schule zu finden ist, fällt sofort ins Auge.„ Der Raum ist so konzipiert, dass dort auch kleinere Veranstaltungen stattfinden können“, sagt Wolf Kamprath. Die Küche kann während dieser Zeit verschlossen werden. Die beiden Trinkbrunnen mit kostenlosem Wasser bleiben jedoch zugänglich.

In der neuen Mensa: Der städtische Projektmanager Wolf Kamprath; Josefine Dedenbach, Fachbereichsleiterin Bildung, Sport und Kultur bei der Stadt, sowie Bürgermeister Max Leitterstorf (v.l.).

In der neuen Mensa: Der städtische Projektmanager Wolf Kamprath; Josefine Dedenbach, Fachbereichsleiterin Bildung, Sport und Kultur bei der Stadt, sowie Bürgermeister Max Leitterstorf (v.l.).

„Der Erweiterungsneubau ist unser größtes Schulbauprojekt seit mindestens 20 Jahren“, betont Leitterstorf. Immer mehr Jugendliche besuchten das Rhein-Sieg-Gymnasium als weiterführende Schule. „Deshalb haben wir in diesem Jahr wieder fünf Eingangsklassen.“ Ziel sei, dass jedes Kind aus der Stadt, das dort angemeldet werde, auch  aufgenommen werden könne.